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Symbolfoto: Niek Verlaan

Friedberg: Mehrere Anrufe mit verschiedenen Betrugsmaschen

Am Montag, den 09.12.2019 kam es ab den Mittagsstunden im Stadtgebiet Friedberg zu insgesamt sieben Anrufen durch falsche Polizeibeamte.
In den Telefonaten wurde angegeben, dass in der Nachbarschaft eingebrochen worden wäre. Die weiblichen und männlichen Anrufer gaben sich als Kripobeamte oder Polizeibeamte aus. Die unbekannten Täter wollten wissen ob Vermögenswerte wie Schmuck oder Bargeld im Haus wären. In allen Fällen kam es zu keinen Vermögensschäden.

Zusätzlich versuchten im gleichen Zeitraum drei weitere Anrufer sich als Enkel auszugeben. Auch diese unter „Enkeltrick“ bekannte Masche hat die Zielrichtung Vermögenswerte von den Angerufenen abzuschöpfen. In den vorliegenden Fällen wurde unter anderem Geld für eine Immobilie gefordert. Die Anrufe fanden in Merching, Kissing und Friedberg statt. Auch hier reagierten die Angerufenen richtig und erkannten die Betrugsmasche. Es kam dadurch zu keinen Vermögenschäden.

Ein weiterer Anrufer täuschte in Mering eine Hilfesituation vor. Er gab an, dass er einen Verkehrsunfall hatte. Zur Schadensabwicklung benötige er sofort eine große Summe Bargeld. Auch hier wird eine persönliche Beziehung zum Angerufenen vorgetäuscht. Diese Masche ist unter dem Phänomen „Schockanruf“ bekannt. Der Angerufene wurde misstrauisch und beendete das Gespräch. Somit entstand auch hier kein Vermögenschaden.

Glücklicherweise verhielten sich gestern die Angerufenen richtig. Trotzdem kommt es bei allen o.g. Betrugsmaschen immer noch zu erheblichen Vermögensschäden.

Die Polizeiinspektion Friedberg informiert
Deshalb möchte die Polizeiinspektion Friedberg alle Bürgerinnen und Bürger nochmals bezüglich des richtigen Verhaltens bei o.g. Phänomenen sensibilisieren.

Geben Sie nachfolgende Tipps in ihrem Umfeld weiter. Es sollen möglichst viele Mitmenschen erreicht werden. Nur durch das richtige Verhalten können Vermögenschäden vermieden werden. Informieren sie auch alleinstehende ältere Menschen in ihrer Nachbarschaft. Insbesondere hier versuchen die Täter erfolgreich zu werden.

Falsche Polizeibeamte
Trickbetrüger geben sich am Telefon als Polizisten, Staatsanwälte oder andere Amtspersonen aus, und fordern die Herausgabe ihrer Wertsachen. Oft wird angegeben, dass im Umfeld eingebrochen wurde und deshalb die Vermögenswerte geschützt werden sollen. Für die Anrufe nutzen sie eine spezielle Technik, die bei einem Anruf auf der Nummernanzeige ihrer Opfer die Notrufnummer 110 oder sogar die Rufnummer Ihrer Friedberger Polizeidienststelle anzeigt. Aber auch völlig unbekannte Nummern oder keine Nummer werden angezeigt.

Enkeltrick
Hier versuchen die Trickbetrüger am Telefon die Angerufenen davon zu überzeugen, dass eine Enkelin oder ein Enkel am Telefon wäre. Durch eine geschickte Gesprächsführung werden Details erfragt und somit das Vertrauen erworben. Die Angerufenen glauben letztlich, dass tatsächlich ein Verwandter am Telefon wäre. Im Verlauf des Gespräches kommt es aber zu Geldforderungen, die mit Nachdruck und vorspielen einer engen Vertrautheit eingefordert werden.

Schockanruf
Auch hier täuschen die Trickbetrüger eine persönliche Beziehung zum Angerufenen vor. Zusätzlich wird enormer Druck durch eine vorgetäuschte Notsituation erzeugt. Insbesondere wird Geld für einen Verkehrsunfall, für eine notwendige ärztliche Behandlung, etc. vorgetäuscht. Das Geld wird mit großem Druck eingefordert, da ansonsten der angebliche Bekannte enorme Probleme hätte.

FĂĽr alle Betrugsmaschen gilt

  • Geben Sie am Telefon keine Auskunft ĂĽber Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse oder andere sensible Kundendaten.
  • Geben Sie auf keinen Fall private Daten z.B. Bankkonto- oder Kreditkartendaten, oder Zugangsdaten zu Ihrem Bankkonto heraus.
  • Tätigen Sie aufgrund solcher Anrufe keinesfalls Ăśberweisungen oder holen Sie gar Bargeld von Ihrer Bank.
  • Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten oder dazu auffordern, Geld oder Wertsachen herauszugeben.
  • Sind Sie sich unsicher, wählen Sie die Nummer 110. Benutzen Sie dabei aber nicht die RĂĽckruftaste, da Sie sonst möglicherweise wieder bei den BetrĂĽgern landen, sondern wählen Sie die Nummer selbst.
  • Legen Sie den Telefonhörer auf, wenn Sie nach persönlichen Daten gefragt werden oder wenn Sie nicht sicher sind, wer Sie anruft.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen, legen Sie einfach den Hörer auf. Nur so werden Sie BetrĂĽger los. Das ist keinesfalls unhöflich.
  • Sie können in Ruhe ihre Verwandten anrufen und hinterfragen ob sie tatsächlich bei ihnen angerufen haben.
  • Glauben Sie Opfer eines Betrugs geworden zu sein? Wenden Sie sich sofort an die Polizeiinspektion Friedberg und erstatten Sie Anzeige.
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