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Senioren Hand
Symbolfoto: Gerd Altmann - Pixabay

Die „Seniorenberater“ brauchen Verstärkung – Neue Ehrenamtliche gewonnen und gesucht

Am 13.01.2020 fand ein Pressegespräch bei der Kriminalpolizei Neu-Ulm zum Thema „Senioren informieren Senioren“ statt. Zwischenzeitlich konnten erste Interessenten für das Ehrenamt gewonnen werden.

Im Gespräch, an welchem unter anderem Landrat des Landkreises Neu-Ulm, Thorsten Freudenberger, der Leiter der Kriminalpolizeiinspektion Neu-Ulm, Robert Graf, sowie Seniorenberater Wolfgang Erhardt teilnahmen, wurden die vielfältigen Facetten der Kriminalitätsphänomene mit der Zielgruppe Senioren sowie die Präventionsarbeit in diesem Feld aufgezeigt.

Senioren über 65 Jahre sind üblicherweise in den Altersgruppenstatistiken zu Geschädigten unterrepräsentiert. Im Alter lebt es sich also vergleichsweise sicher – mit Ausnahme der Eigentums- und Vermögensdelikte. Dort ist der Personenkreis der über 65-Jährigen signifikant überrepräsentiert. Ein klassisches Phänomen, bei dem die Täter auf Senioren abzielen, ist das der sogenannten „Callcenterbetrüge“.

Mittlerweile scheitern viele Taten bereits im Versuchsstadium, trotzdem gelingt es den Tätern vereinzelt immer wieder, hohe Geldsummen zu erbeuten. Damit verbunden sind neben dem finanziellen Verlust oft auch Schicksale.

An diesem Punkt setzt das seit über 20 Jahren laufende Projekt „Senioren informieren Senioren“ an: Eine Beratung von Personen, die Teil einer Risikogruppe sind, durch Personen, die sich in der gleichen Lebenssituation befinden. Durch die Vermittlung von Inhalten auf eine Weise, die den Bedürfnissen und Anforderungen von Senioren gerecht wird, versuchen die Ehrenamtlichen über Kriminalitätsphänomene und das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, aufzuklären.

Dazu werden die Seniorenberater inhaltlich geschult und in Kriminalitätsphänomene eingewiesen, technisch beraten und auf eine seniorengerechte Art der Präsentation trainiert. In Beratertreffen findet ein Austausch zwischen den Seniorenberatern und eine Vermittlung neuer Modi Operandi und von Fallbeispielen statt.

Voraussetzung für die ehrenamtliche Tätigkeit als Seniorenberater sind eine sicherheitsrechtliche Überprüfung, selbständiges Arbeiten, sicheres Auftreten und rhetorische Fähigkeiten.

Interessenten haben sich gemeldet
Bis 17.01.2020 meldeten sich als Reaktion auf das Pressegespräch im Landkreis Neu-Ulm insgesamt zehn Interessenten, darunter ein pensionierter Polizeibeamter, eine Computerpädagogin (die bereits Senioren beschult), eine Leiterin eines Seniorenkreises in Neu-Ulm, ein Führungskräftecoach der Deutschen Post und die Tochter eines bereits verstorbenen Seniorenberaters, welche die Tätigkeit „in zweiter Generation“ übernehmen und in seine Fußstapfen treten möchte.

Damit gibt es nun alles in allem elf Interessenten für den Landkreis Neu-Ulm und einen für den Bereich Bad Wörishofen. Auch die Geschlechterverteilung ist mit sechs weiblichen und sechs männlichen Aspiranten ausgeglichen verteilt.

Weitere Bewerber gesucht
Interessierte Bewerber können sich natürlich auch weiterhin beim Polizeipräsidium Schwaben Süd/West, Frau Zedelmaier, unter der Telefonnummer 0831/9909-1330 melden.

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