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GÜNZBURG / MEMMINGEN – Schockanrufer – Wieder ältere Frau betrogen – Warnmeldung

Erneut wurden im Schutzbereich des PP Schwaben Süd/West ältere Personen Opfer des Betrugsphänomens der „Schockanrufe“.

Günzburg:
In Günzburg wurde eine 71-jährige Frau Opfer eines skrupellosen Betrügers. Sie glaubte am vergangenen Freitag (31.08.2012) in der ersten Aufregung einem Anrufer, welcher sich als ihr in Russland lebender Sohn ausgab:

Für die Regelung eines Verkehrsunfalls, bei dem ein kleines Mädchen schwer verletzt worden sei, brauche er dringend einen hohen Geldbetrag. Noch während des Telefonates klingelte es an der Wohnungstüre. Die ältere Dame lies einen jungen Mann in ihre Wohnung und übergab ihm einen fünfstelligen Bargeldbetrag.

Nur aufgrund eines anderen Ermittlungsverfahrens wurde der Sachverhalt bei der Neu-Ulmer Kriminalpolizei bekannt. Die 71-jährige Geschädigte erstattete erst, nachdem sie von Polizeibeamten zu Hause aufgesucht und auf den Sachverhalt angesprochen worden war, Strafanzeige.

Letztendlich konnten zwei litauische Staatsangehörige im Alter von Anfang 20 nach umfangreichen polizeilichen Maßnahmen am Sonntag (02.09.2012) in Sachsen-Anhalt auf dem Heimweg Richtung Litauen vorläufig festgenommen werden. Die weiteren Ermittlungen führt die Neu-Ulmer Kriminalpolizei.

Memmingen:
In Memmingen wurde eine 73-jährige Frau Opfer eines Schockanrufes. Auch hier wurde vorgetäuscht, dass der Sohn der Frau ein Kind angefahren hätte und eine Summe von 20.000 Euro zur Abwendung einer Haftstrafe gefordert. Noch während dem Telefonat erschien ein Mann um die Summe abzuholen. Diesem wurde ein Betrag von 13.000 Euro ausgehändigt.

Aufgrund der umgehend eingeleiteten Fahndung konnte der 24-jährige Kurier im Ostallgäu in einem Zug festgenommen werden. Der Kurier befindet sich ebenfalls in Untersuchungshaft. Die weiteren Ermittlungen führt in diesem Fall die Kriminalpolizei Memmingen.

Anstieg der Fallzahlen!

Im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West wurden alleine bis Anfang September 2012 zehn Betrugsanzeigen zur Thematik Schockanrufe erstattet, wobei in diesen Fällen Bargeld in Höhe von insgesamt 54.000 EUR übergeben wurde! Bei weiteren 23 Fällen blieb es beim Versuch, da sich die Opfer nicht täuschen ließen und die Polizei informierten.

Aus kriminalpolizeilichen Gesichtspunkten ist davon auszugehen, dass den angezeigten Taten eine sehr hohe Anzahl nicht gemeldeter und dadurch nicht bekannter Taten gegenüber steht. Dies ergibt sich aus der eingeschränkten Anzeigenbereitschaft aufgrund der Scham, Opfer einer Straftat geworden zu sein und in deren Zusammenhang einen hohen finanziellen Verlust erlitten zu haben. Bei einer Versuchstat ist die Anzeigenbereitschaft ebenfalls gering, da dem Opfer kein finanzieller Schaden entstanden ist.

Im gesamte Jahr 2011 belief sich die Anzahl der vollendeten Betrugsfälle durch Schockanrufe auf eine Tat mit einem Gesamtschaden in Höhe von 2000 EUR. Bei einer weiteren Tat blieb es beim Versuch, sodass kein Schaden entstand.

Warnmeldung:

Das Telefon klingelt und am anderen Ende ist vermeintlich ein Verwandter, der verzweifelt Hilfe und vor allem Geld benötigt – viel Geld. Die Polizei warnt vor sogenannten Schockanrufen fließend russisch sprechender Täterinnen und Täter. Die Betrüger erzählen von einer Verwicklung in einen Unfall und/oder einer medizinischen Notlage, für die sie kurzfristig Geld, meist in Höhe ab 10.000 Euro benötigen.

Betroffen sind vor allem ältere Mitbürger (Spätaussiedler) aus Russland, aus der ehemaligen Sowjetunion, aus der Ukraine, aus Kasachstan, oder aus Lettland. Durch eine geschickte Gesprächsführung werden die Angerufenen oftmals derart überrumpelt, dass sie sich Bereiterklären, das geforderte Bargeld kurzfristig zur Verfügung zu stellen und zu übergeben.

In anderen Fällen haben sich die Anrufer auch bereits als Rechtsanwalt, Polizeibeamter, Staatsanwalt, Richter oder Botschaftsangehöriger ausgegeben und dem Angerufenen glaubhaft versichert, ein naher Angehöriger oder guter Bekannter habe im Ausland einen Unfall verursacht – das Opfer müsste sich nun dringend einer Operation unterziehen. Nur durch die sofortige Bezahlung der Operationskosten könnte eine Haftstrafe abgewendet werden.

Die Lage wird immer äußerst dringlich dargestellt. Oft werden die Opfer durch wiederholte Anrufe sehr unter Druck gesetzt und zur Zahlung aufgefordert. Die Opfer werden nicht gezielt ausgesucht – vielmehr suchen sich die Täter wahllos Personen mit „russisch klingendem Namen“ in den örtlichen Telefonbüchern aus!

DIE POLZEI BITTET im Falle eines derartigen Anrufs:

  1. Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen!
  2. Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis!
  3. Gehen Sie nicht auf die Forderungen ein, prägen Sie sich jedoch die Stimme und sprachlichen Besonderheiten des Anrufers ein!
  4. Notieren Sie die angezeigte Telefonnummer!
  5. Notieren Sie eine eventuell genannte Rückrufnummer, sie beginnt meistens mit der internationalen Vorwahl für Litauen 00370….!
  6. Rufen Sie unter keinen Umständen zurück!
  7. Übergeben Sie niemals Bargeld in fremde Hände!
  8. Wenden Sie sich sofort über Notruf 110 an die Polizei!
Warnmeldung Schockanrufe (russisch/deutsch)
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