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Bei der gut besuchten Auftaktveranstaltung zur „Fahrradstadt2025“ im Januar konnten die Besucher unterschiedliche Arten von Verkehrsführungen bewerten. Foto: Julia Ehrlich/ Stadt Günzburg

Status Quo: Wie es in Günzburg um das Ziel „Fahrradstadt2025“ steht

Die Corona-Pandemie verlangsamt auch das Vorwärtskommen bei den Planungen um das Ziel, welches sich die Stadt Günzburg gesetzt hat, „Fahrradstadt2025“ zu werden.

Vier Monate nach der stark besuchten Auftaktveranstaltung zur „Fahrradstadt2025“ fand mittlerweile die Befahrung des Bestandsnetzes an Straßen sowie Wegen durch das beauftragte „i.n.s. – Institut für innovative Städte“ statt. Mit der direkten Erhebung von Daten über die Bürgerbeteiligung im Rahmen der Auftaktveranstaltung und einer Online-Beteiligung wurden auch die Nutzer eingebunden.

„Zum Schutze unserer Umwelt müssen wir ein vielschichtiges Mobilitätskonzept für unser morgen entwickeln. Klar ist, dass wir den Individualverkehr im Auto reduzieren müssen. Klar ist aber auch, dass Bürger nur dann umsteigen, also auf ihr Auto verzichten, wenn wir attraktive Alternativen zur Verfügung stellen und bereithalten. Auf diesen Weg haben wir uns in Günzburg begeben“, erklärt Oberbürgermeister Gerhard Jauernig.

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Oberbürgermeister Gerhard Jauernig wirbt für den Weg zur „Fahrradstadt2025“. Foto: Julia Ehrlich/ Stadt Günzburg

Online-Befragung fand im Vergleich wenig Resonanz
Vom 12. Februar bis 5. April fand eine Online-Umfrage für die städtischen Einwohner statt, die im Vergleich zu anderen Städten leider etwas weniger angenommen wurde. Insgesamt haben sich 68 Personen an der Umfrage beteiligt. Es ist zu vermuten, dass dies mit dem Zusammenfall des Umfragezeitraums mit dem Beginn und der Ausweitung der COVID-19 Pandemie zu erklären ist. Dennoch hat sich Befragung gelohnt und es konnten hilfreiche Erkenntnisse für die Erstellung des Radverkehrskonzeptes gewonnen werden. Die Online-Beteiligung bestand aus drei Aufgabenstellungen (Befragung, Bewertung bebilderter Führungsformen, Verortung von Mängeln und fehlenden Radwegen in einer Karte des Stadtgebiets).

Am häufigsten werden eine stärkere Trennung vom KFZ-Verkehr und der Bau von mehr Radwegen sowie Fahrradstraßen gefordert. Am meisten Potential für den Radverkehr sehen die Bürger für die Fahrtzwecke Einkauf/alltägliche Besorgungen, Arbeit und Schule/Ausbildung. Von den Führungsformen wurden gut gestaltete Fahrradstraßen, baulich getrennte Radwege und allgemein rot eingefärbte Radverkehrsanlagen am besten bewertet. Außerdem machten die Bürger auf Verbesserungspotential im Stadtgebiet aufmerksam, die sich vor allem an den Themenbereichen Sicherheit (z.B. Verhalten der Autofahrenden, Falschparker, unsichere Querungshilfen) und Radverkehrsinfrastruktur (z.B. fehlende oder zu schmale Radwege, Ampelschaltungen, Bordsteinabsenkungen, plötzliches Radwegeende) orientieren. Eine Häufung von Angaben zu fehlenden Radwegen traten vor allem in Bezug auf die Riedstraße und der Strecke zwischen dem Bahnhof und dem Gewerbegebiet „Südlich der Ulmer Straße“ auf. Die Ergebnisse der Online-Umfrage und der Auftaktveranstaltung fließen in das Radverkehrskonzept des i.n.s. – Institut für innovative Städte mit ein. Die finale Karte der Anregungen aus der Online-Beteiligung kann unter www.guenzburg-fahrradstadt.de/ eingesehen werden.

Darüber hinaus hat das „i.n.s. – Institut für innovative Städte“ für die Bestandsanalyse zahlreiche öffentlich zugängliche sowie von der Stadt Günzburg angeforderte Dokumente zur allgemeinen Verkehrssituation, dem Radverkehr, der Stadtentwicklung, Konzepte und Strategien etc. angefordert und deren Daten ausgewertet.

Aufgrund der Corona-Pandemie und dem trotzdem fortlaufenden Projekt muss zum Schutz der Bevölkerung auf die geplante Aktion mit den „Markttischen“ zum Einbezug weiterer Bürger verzichtet werden. Ein gebührender Ersatz für diese Bürgerbeteiligung ist in Planung und soll in Form einer weiteren Online-Beteiligung zum Netzplanentwurf stattfinden.

Zwischenergebnisse Ende Juni
Die Vorstellung der Zwischenergebnisse bei der Stadt Günzburg erfolgt Ende Juni. Im Juli finden Gespräche mit dem „Runden Tisch Radverkehr“ statt, bevor auf Basis der Bestandsanalyse ein Netzplan entworfen wird, der die künftigen Routen für den Radverkehr festhält.

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