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BMW Front
Symbolfoto: Dariusz Sankowski - Pixabay

Tuningszene im Visier: Großkontrolle der Polizei in Memmingen

In der Nacht vom gestrigen Freitag, 31.07.2020, auf Samstag, 01.08.2020, führte die Polizeiinspektion Memmingen mit Unterstützungskräften Kontrollen, insbesondere in der Tuningszene durch.

Hintergrund waren wiederholte Feststellungen von Fahrern aus der Szene in der Vergangenheit, welche sich in großen Gruppen mit deutlich mehr als 100 Personen an verschiedenen Örtlichkeiten außerhalb ihrer Fahrzeuge zusammengefunden hatten. Hierdurch bestand wiederholt der Verdacht von Verstößen gegen die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (BayIfSMV).

In den vergangenen Wochen wurde durch die Memminger Polizei eine immer größer werdende Tuning-Szene beobachtet, welche sich insbesondere an einer Tankstelle im Memminger Norden traf. Zuletzt musste am Samstag, 25.07.2020 eine nicht genehmigte Veranstaltung aufgrund der derzeit bestehenden Corona-Richtlinien unterbunden werden.

Dreistündige Kontrollaktion
In der Nacht auf Samstag, 01.08.2020 wurden nun in rund drei Stunden durch Einsatzkräfte der Polizeiinspektion Memmingen, Autobahnpolizei Memmingen und Günzburg, Verkehrspolizei Kempten, sowie Kräfte der Bereitschaftspolizei Köngisbrunn im gesamten Stadtgebiet Memmingen die Einhaltung der derzeit bestehenden Infektionsschutzrichtlinien überwacht. Zudem wurden im Umfeld eine Vielzahl an Tuning-Fahrzeugen kontrolliert.

Fahrwerk, Auspuffanlage, Felgen und mehr wurden durch die eingesetzten Kräfte unter die Lupe genommen. Hierbei musste bei drei Fahrzeugen Verstöße festgestellt werden, welche zur Erlöschung der Betriebserlaubnis führten. Die Fahrer erwartet nun ein Bußgeld in Höhe von 90 Euro und einen Punkt. Darunter befand sich im Memminger Norden ein Fahrzeug, bei dem ordnungswidrige Xenon-Scheinwerfer eingebaut waren, welche zu einer massiven Blendung des Gegenverkehrs führten. Hier konnten die Einsatzkräfte die Weiterfahrt erst gestatten, nachdem der Fahrer im Beisein der Polizei einen Rückbau vornahm. Ein weiterer Fahrer, welcher im Bereich der Autobahnanschlussstelle Memmingen-Süd kontrolliert wurde, hatte seine Rücklichter zwar ordnungsgemäß eingebaut, jedoch nachträglich widerrechtlich mit einer dunklen Folie überzogen, sodass hier ebenfalls die Weiterfahrt erst nach Rückbau der Folierung gestattet werden konnte.

Zudem wurde ein Pkw beim verbotswidrigen Rechts-Überholen auf der Autobahn um Memmingen festgestellt. Den Fahrer erwartet nun ein Bußgeld in Höhe von 100 Euro, sowie ein Punkt in Flensburg. Bei einem weiteren Pkw-Fahrer wurden im Zuge einer Verkehrskontrolle drogentypische Auffälligkeiten festgestellt. Ein durchgeführter Drogentest war positiv, sodass eine Blutentnahme durchgeführt werden musste. Dem Mann droht neben einem empfindlichen Bußgeld auch ein Fahrverbot, sollte das Blutergebnis einen Drogenkonsum bestätigen.

Lärm stand im Fokus
Insbesondere aufgrund einer Vielzahl von Beschwerden von Anwohnern wurde im Zuge der Großkontrolle auch die Lärmproblematik von zum Teil getunten Fahrzeugen in den Fokus gestellt. Anwohner hatten in der Vergangenheit immer wieder Fahrzeugführer gemeldet, welche ihre Motoren bei Durchfahren insbesondere von Memminger Tunnels laut aufheulen ließen und ein Knallen ihrer Auspuffanlagen provozierten. In Zuge von Kontrollen wurden insgesamt fünf Fahrzeuge mit übermäßigen Lärmentwicklung im Bereich des Eberttunnels beanstandet. Ein Fahrer wurde dabei sogar zweimal von der Polizei beanstandet, sodass der normal übliche Ahnungssatz des Bußgeldes in Höhe von 60 Euro aufgrund einer vorherigen eindringlichen Belehrung beim ersten Verstoß beim zweiten Mal auf 120 Euro Bußgeld erhöht wurde. Der Fahrer hat einschließlich Gebühren und Auslagen nun mit einem Gesamtbetrag von ca. 240 Euro zu rechnen.

Insgesamt zeigten sich viele die angetroffenen Personen und kontrollierten Fahrzeugführer einsichtig und kooperativ. Auch hinsichtlich der Vorgaben der Corona-Richtlinien konnte festgestellt werden, dass sich die meisten Personen an die Vorgaben hielten.

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