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Truck and Bus A8 Leipheim Polizeikontrolle 14102020 9
Foto: Mario Obeser

Polizei führt Großkontrolle „Truck and Bus“ in Leipheim durch

An der Schwerpunktaktion „Truck and Bus“, welche jährlich europaweit durchgeführt wird, beteiligte sich die Polizei auch an der Autobahn 8 in Leipheim, am heutigen 14.10.2020, in Form einer Großkontrolle.
An diesem Mittwochnachmittag nahmen über 25 Kräfte der Autobahnpolizei, des Zoll, des Bundesamt für Güterverkehr und des Gewerbeaufsichtsamt den Schwerlastverkehr unter die Lupe. Hierbei wurden gezielt – vom 3,5 Tonnen Klein-Lkws bis zu Reise- und Linienbussen – Fahrzeuge auf technische Mängel kontrolliert. Aber auch die Fahrzeug-, Ladungs- und Zollpapiere, die Fahrzeugführer, die Lenkzeiten, die Fahrgäste in Bussen, sowie dessen Gepäckstücke wurden überprüft.

Kontrollstelle: Rastanlage Leipheim
Hierzu wurde auf dem weitläufigen Parkplatz der Rastanlage Leipheim ein kleiner Pavillon aufgestellt. Zwei Waagen lagen auf den Boden, um die Achslasten zu messen und die Gesamtmasse zu berechnen. Mehrere zivile Polizeifahrzeuge „schwärmten“ ab 14.30 Uhr von dort aus um nach entsprechenden Fahrzeuge zwischen dem Autobahnkreuz Ulm/Elchingen und der Rastanlage Leipheim Ausschau zu halten und dann auf den Rastplatz zu lotsen. Diese Kontrollen sollen die Verkehrssicherheit erhöhen, so Polizeirat und Leiter der Verkehrspolizeiinspektion Neu-Ulm Rainer Finkel.

Defekt an einem Reifen entdeckt
Gleich beim ersten Sattelzug konnten die Polizeibeamten an einem Reifen des mit Metallspänen beladenen Aufliegers einen Defekt an der Lauffläche erkennen. Bei der näheren Überprüfung der Schadstelle wurde festgestellt, dass die Beschädigung bis auf die Karkasse ging. Da hier Nässe eindringen kann, was zum Rosten der Karkasse führt. Ein Reifenplatzer, oder das Ablösen der Lauffläche wären die Folge, mit allen Gefahren, welche daraus entstehen können. Der Fahrer des Lkw mit italienischer Zulassung musste vor der Weiterfahrt erst den Reifen wechseln und eine Sicherheitsleistung bezahlen. Beim Auslesen des Kontrollgerätes wurden keine Auffälligkeiten festgestellt

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Für den Mitarbeiter des Gewerbeaufsichtsamtes Augsburg, von der Regierung von Schwaben, war dies heute die bereits dritte Kontrolle dieser Art. Er war bereits an der Bundesstraße 300 bei Kühbach und an der Autobahn, nahe der Ausfahrt Derching beteiligt. Das Gewerbeaufsichtsamt ist für den sozialen und technischen Arbeitsschutz und nachfolgend für die Kontrollen in den Betrieben zuständig, wenn entsprechende Anzeigen der Polizei eingehen.

Ebenfalls anwesend waren auch eine Mitarbeiterin und ein Mitarbeiter der Ausländerbehörde des Landratsamtes Günzburg. Sie hatten einen Laptop dabei, um entsprechende Abfragen durchführen zu können, für den Fall, dass die Polizei ausländerrechtliche Verstöße feststellt.

Thomas Hofmann von der Autobahnpolizei Günzburg, hat sich selbst in den vergangenen Jahren entsprechendes Wissen für die Besonderheiten bei Sonderkontrollen selbst angeeignet und Schulungen besucht, wie er erzählte. Er erklärte seinen Kollegen bei den Überprüfungen, auf was es ankommt und was beachtet werden muss. Bei Lkw-Reifen, so Hofmann, gelten die gleichen Werte bei der Profiltiefe, wie bei Pkws. Da die Lasterreifen aber über eine dickere Lauffläche verfügen, ist ein einmaliges Nachschneides des Profils zulässig, solange die Tragschicht noch gegeben ist.

Polizeihund reagiert bei Buskontrolle
Auch ein Flixbus mit 38 Fahrgästen, der aus Essen kommend mit dem Ziel München unterwegs war, blieb nicht vor einer Kontrolle verschont. Die Beamten sammelten alle Ausweise der Insassen ein und überprüften jeden einzelnen auf Echtheit und ob gegen die jeweilige Person etwas im System vorliegt. Parallel dazu sorgte ein Diensthundeführer für das Absuchen der Gepäckstücke nach Drogen. Der Hund hüpfte dazu ins Gepäckfach, wobei er sich bei einer Tasche auffällig verhielt. Zwei Polizeibeamte räumten die Tasche nach und nach auf einem Tisch leer und suchten nach Verdächtigen. Nachdem dort nichts gefunden werden konnte und die Ausweise in Ordnung waren, konnte die Busfahrt weiter gehen.

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Fahrzeuggespann mit mehreren schweren Mängeln
Die bis gegen 17.00 Uhr meisten Mängel wies ein Klein-Lkw und Anhänger-Gespann auf, welcher zwei Autos transportierte. Sofort war bei den Beamten der Verdacht da, dass hier die maximale Gesamtmasse von 3,5 Tonnen am Zugfahrzeug überschritten wurde. Eine Wiegung bestätigte eine Überschreitung von über 30 Prozent. Eine weitere gefährliche Entdeckung machten die auch Polizisten bei der Zugdeichsel (bestehend aus auseinanderlaufenden Rahmen) war an beiden Seiten komplett und dazu noch laienhaft selbst zusammengeschweißt. Auch die weißen hellen Frontscheinwerfer blieben nicht unentdeckt. Hier wurden die ursprünglich verbauten Halogenbirnen gegen deutlich hellere nicht zugelassene LEDs ausgetauscht. Da der Fahrer und sein Beifahrer die beiden geladenen Autos angekauft haben und diese zum Verkauf in Bulgarien bestimmt sind, stellte die Polizei einen gewerblichen grenzüberschreitenden Güterkraftverkehr fest. Damit sind Lenk- und Ruhezeiten einzuhalten, welche durch ein EG-Kontrollgerät dokumentiert werden müssen. Ein solches Gerät hatte er nicht verbaut. Nicht nur die Tatsache, dass für das Gespann die Fahrt an Ort und Stelle zu Ende war, sieht der Fahrer auch noch einem Bußgeld im vierstelligen Bereich entgegen.

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