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Foto: Polizei

„Wash/Wash“-Betrugsmasche: Memminger Ermittler zu Gast in der Fernsehsendung „Vorsicht Falle“

Bereits im November 2018 wurde eine damals 71-jährige Frau Opfer eines Trickbetruges. Hierbei handelte es sich um den sogenannten „Wash/Wash“-Trick. Ermittler stellen diese Masche in der Fernsehsendung „Vorist Falle“ vor.
Aufgrund der frühzeitigen Anzeigenerstattung der Geschädigten konnte damals ein größerer Vermögensschaden zum Nachteil der Frau abgewendet werden und ein damals 33-jähriger Tatverdächtiger festgenommen werden. Der festgenommene Mann wurde am 12.06.2020 vom Landgericht Memmingen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Aufgrund dieses Falles war ein Ermittler der Kriminalpolizei Memmingen Studiogast bei der Fernsehsendung „Vorsicht Falle“, um die Masche einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Die Sendung wird am morgigen Samstag, 21.11.2020 zwischen 15.15 Uhr und 16.20 Uhr im ZDF ausgestrahlt.

Was war im genannten Fall geschehen?
Die 71-jährige Unterallgäuerin teile am 05.11.2020 telefonisch mit, dass sie vermutlich Opfer einer „Geldwäsche“ geworden ist. Die Beamten konnten dann aber schnell feststellen, dass es sich nicht um eine Geldwäsche im strafrechtlichen Sinn handelte, sondern dass die Mitteilerin Opfer eines sogenannten „Wash-Wash“-Tricks wurde.

Demnach hatte die Unterallgäuerin im Vorfeld eine Immobilie per Internet zum Kauf angeboten. Auf dieses Inserat hatte sich ein angeblicher US-Amerikaner gemeldet, welcher sich aktuell im Einsatz in Afghanistan befinde und kurz vor der Pensionierung stehe. Er gab vor, dass er während und anlässlich seines Auslandeinsatzes die Möglichkeit erhielt eine Bargeldsumme in Höhe von 7,2 Millionen Euro zu erlangen. Im Laufe eines mehrwöchigen Emailverkehrs hatte der „Kaufinteressent“ ein Vertrauensverhältnis zur Unterallgäuerin aufgebaut. Der Unterallgäuerin wurde vorgemacht, dass die Bargeldsumme in Afghanistan chemisch so behandelt wird, dass dieses bei den Grenzkontrollen lediglich als weißes Papier wahrgenommen werde. Als vertrauenswürdiger Kurier der Geldsumme sollte ein angeblicher Diplomat mit ihr in Kontakt treten. Dieser wiederum sollte von ihr vorab für den Transport des Geldes bezahlt werden.

Bei einem persönlichen Treffen in Augsburg mit diesem Diplomaten wurde dann der Geschädigten ein kleiner Tresor gezeigt, in dem sich gebündeltes weißes Papier, das angeblich behandelte Geld, befand. Um die Unterallgäuerin vollends zu überzeugen, entnahm der Kurier zwei Scheine und „verwandelte“ diese unter Zugabe von verschiedenen Chemikalien in echte Geldscheine. Hier wurde der Betrag in Höhe von 2.800 Euro an den Diplomaten für seine Auslagen übergeben.

Es konnte in der Folge ein weiteres Treffen mit dem Diplomaten arrangiert werden, bei dem er das restliche Papier gegen eine Vorauszahlung eines fünfstelligen Betrages „waschen“ wollte. Die finanziellen Vorleistungen der Unterallgäuerin sollten danach ‚verrechnet‘ werden. Aufgrund der frühzeitigen Anzeigeerstattung bei der hiesigen Dienststelle konnten die erforderlichen Maßnahmen ergriffen und ein größerer Vermögensschaden bei der Unterallgäuerin verhindert werden. Der angebliche Diplomat wurde an Ort und Stelle festgenommen.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Memmingen wurde der 33-Jährige, welcher nach seinen Angaben aus Kamerun stammt, bereits am 09.11.2018 dem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Memmingen vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl gegen den Mann, der im Anschluss in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert wurde.

Die Kriminalpolizei weist darauf hin, dass es sich hierbei ausschließlich um eine Betrugshandlung handelt. Es ist chemisch nicht möglich Geldscheine durch Verfahren zu bleichen und anschließend wieder in den Urzustand zu versetzen.

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