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NEU-ULM – Tödliche Schüsse in Neu-Ulm – Ermittlungen bei Altfällen – Zeugenaufruf

Die tödlichen Schüsse am 16.12.2012 sind Anlass für die Sonderkommission mehrere Altfälle bezüglich ihres Bezugs zur Rockerszene erneut zu überprüfen.

Örtlicher Rockergruppierung „Rockmachine“ zugerechnet
Bei dem Vorfall am 16.12.2012 wurden nach derzeitigem Kenntnisstand bei einem verabredeten Treffen durch einen 21-jährigen Tatverdächtigen auf offener Straße einem 31 Jährigen tödliche und einem 41 Jährigen schwere Schussverletzungen zugefügt. Im Nachgang der Tat konnte der tatverdächtige 21 Jährige sowie seine beiden gleichaltrigen bzw. 26 Jahre alten Begleiter festgenommen werden. Nach der Vorführung beim Haftrichter befinden sich die drei Personen in Untersuchungshaft. Da es sich bei den Festgenommenen um Personen handelt, welche der örtlichen Rockergruppierung „Rockmachine“ zugerechnet werden, wurden die Ermittlungen in diesem Fall bei der in Neu-Ulm ansässigen Kriminalpolizeiinspektion (Z) angesiedelt, welche schwerpunktmäßig unter anderem für die Bekämpfung der organisierten Kriminalität zuständig ist. Zur Klärung der Tat wurde dort eine Sonderkommission eingerichtet.

Gefundene Waffe aus der Donau wird überprüft20120625-191705.jpg
Während der Ablauf der Geschehnisse am 16.12.2012 aufgrund der bisherigen Ermittlungen in seiner zeitlichen Abfolge nachvollziehbar erscheint, bleiben weiterhin Fragen insbesondere zur Vorgeschichte des Treffens, zu den Bezügen der Gruppen untereinander und zu den Abläufen nach der Tat offen. Da im Rahmen der bisherigen polizeilichen Maßnahmen die Tatwaffe nicht gefunden worden war, wurde die Donau auf einer Länge von ca. 1.300 m durch Taucher der Bayerischen Bereitschaftspolizei abgesucht, im Rahmen der Absuche konnte eine Schusswaffe gefunden werden. Die Begutachtung ob es sich bei der geborgenen Waffe um die Tatwaffe handeln kann, wird durch Spezialisten beim Bayerischen Landeskriminalamt durchgeführt.

Die Ermittlungen im Fall des Tötungsdeliktes haben bisher weder belastbare Hinweise darauf ergeben, dass es sich um eine Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Rockergruppierungen handelte, noch darauf, dass eine direkte Beziehung der Geschädigten sowie der beiden weiteren Personen aus dem Rotlichtmilieu zu einer anderen Rockergruppierung bestand.

Bundeslandübergreifende Ermittlungen der Tätigkeiten der „Rockmachine“
Daher interessiert die Ermittler, die auch in engen Kontakt mit ihren Kollegen in Baden-Württemberg stehen, unter anderem die Tätigkeit der „Rockmachine“ Angehörigen im Bereich von Diskotheken, Kneipen, Bordellen und ähnlichen Lokalitäten. Die Neu-Ulmer Polizeidienststellen haben seit rund zwei Jahren auch ein Augenmerk auf die Türsteherszene gerichtet. Dies vor dem Hintergrund der Millieuermittlungen, aber auch als präventiver Ansatz, da es zahlreiche Körperverletzungsdelikte im Umfeld der Discotheken, insbesondere der Lessingstraße, gab.

Folgende Fälle stehen im Fokus der Ermittler:
Am 08.03.2012 wurde der Polizei gegen 06:30 Uhr in Neu-Ulm in der Turmstraße ein Brand in der Gaststätte „Nachtschicht“ gemeldet. Der Brand, bei dem niemand verletzt wurde, konnte von der Neu-Ulmer Feuerwehr schnell unter Kontrolle gebracht werden. Insgesamt entstand ein Schaden von annähernd 100.000 Euro.

Am 23.03.2012 gegen 02.45 Uhr wurde der Integrierten Leitstelle Donau/Illler mitgeteilt, dass in Neu-Ulm die Gaststätte „Big Ball“ in der Borsigstraße brennen würde. Die darauf alarmierten Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei stellten vor Ort ein offenes Feuer in den Räumlichkeiten der Gaststätte fest. Der Brand, der von einer Sprinkleranlage bereits eingedämmt worden war, konnte von der Feuerwehr schnell gelöscht werden. Dennoch entstand bei dem Brand ein Schaden von über 210.000 Euro.

In beiden Fällen wird nach derzeitigem Kenntnisstand von einer vorsätzlichen Brandstiftung ausgegangen, die Ermittlungen zu den Tätern dauern an. Bei beiden Örtlichkeiten ergaben die Ermittlungen, dass bei den Gästen bzw. den Besitzern zum damaligen Zeitpunkt ein mittelbarer oder unmittelbare Bezug ins Rockermilieu bestand, ein Zusammenhang der Brandstiftungen mit diesem Milieu ist jedoch bisher nicht nachweisbar.
Polizei_HilfeZeugenaufruf:

  • Die Ermittler bitten Personen die Hinweise zu folgenden Fragen bzw. zu den geschilderten Fällen geben können, sich unter der Tel.: 0731/ 8013-0 zu melden. Auf Wunsch können nach Prüfung durch die Staatsanwaltschaft Memmingen entsprechende Hinweise vertraulich behandelt werden.
  • An welchen Örtlichkeiten im Großraum Ulm/Neu-Ulm sind oder waren Angehörige der Rockergruppierung „Rockmachine“ als Türsteher oder Security Mitarbeiter tätig?
  • Wer kann Hinweise zu den Bränden in den Lokalen „Nachtschicht“ und „Big Ball“ geben?
  • Haben sich im Bereich Neu-Ulm/Ulm weitere Vorfälle mit Personen aus dem Rockermilieu ereignet, bei denen ein Zusammenhang mit einer Konkurrenzsituation im Security Bereich oder eine Streitigkeit zwischen verschiedenen Rockergruppierungen denkbar ist?

redline

Erstmeldung  vom 17.01.2012:
NEU-ULM – Zwei Männer durch Schüsse teils lebensbedrohlich verletzt

1. Bezugsmeldung – Nachtrag (Vormittag  17.12.2012):
NEU-ULM – Nach Schüssen in Neu-Ulm ist ein 31-jähriger verstorben

2. Bezugsmeldung – Nachtrag (Nachmittag 17.12.2012):
NEU-ULM – Weitere Erkenntnisse nach tödlichen Schüssen im schwäbischen Neu-Ulm

3. Bezugsmeldung – Nachtrag (Abend 17.12.2012):
NEU-ULM – Weitere Erkenntnisse zu den tödlichen Schüssen

 4. Bezugsmeldung – Nachtrag vom 21.12.2012:
NEU-ULM / KOBLENZ – Festnahme der Tatverdächtigen nach tödliche Schüssen in Neu-Ulm

5. Bezugsmeldung – Nachtrag vom 28.12.2012:
NEU-ULM – Nach tödlichen Schüssen am 16.12.2012 noch viel Arbeit für die Sonderkommision

 

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