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MEMMINGEN / KREIS GÜNZBURG – Kriminalpolizei Memmingen blickt auf das Jahr 2012 zurück

Zahlreiche „große Fälle zu bearbeiten“

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 626 Straftaten durch die „Kriminaler“ in Memmingen bearbeitet, was einem Rückgang der registrierten Straftaten um – 7,5 % gleichkommt (2011: 677 Straftaten).

Von den bearbeiteten Straftaten entfallen allein 280 Fälle auf das Stadtgebiet Memmingen.

Der Zuständigkeitsbereich der KPI Memmingen umfasst den Landkreis Unterallgäu, die kreisfreie Stadt Memmingen sowie den südlichen Landkreis Günzburg. Als eigenes Kommissariat angegliedert ist der Kriminaldauerdienst, der im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West unterwegs ist.

Zu bearbeiten waren im letzten Jahr auch einige spektakuläre Kriminalfälle. So beispielsweise der an Mord einer Frau in der Nacht vom 26. auf 27. März in Bad Grönenbach. Oder auch der Fall eines damals 14-jährigen Schülers, der am 22. Mai auf einem Sportplatz in Steinheim um sich geschossen hatte.

Rückgänge:
Rückläufige Zahlen waren im vergangenen Jahr bei de n bearbeiteten Rauschgiftdelikten mit – 22 Fällen zu registrieren. Von allen bearbeiteten Rauschgiftfällen konnten immerhin 98,1 % geklärt w erden. Gerade in diesem Deliktsbereich ist für die Sachbearbeiter oft ein „ langer Atem“ erforderlich, um letztendlich zum Erfolg zu gelangen.

Auch bei den angezeigten Vergewaltigungsdelikten ist eine rückläufige Tendenz festzustellen. So wurden in 2012 insgesamt 5 Fälle bearbeitet, während es 2011 noch 11 Fälle waren.

Deutlich fällt der Rückgang im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte von 229 (2011) auf 162 (2012) sowie der Betrugsdelikte von 169 (2011) auf 110 (2012) aus. Die Entwicklung dieser Straftaten hängt oft vom jeweiligen Anzeigeverhalten der Geschädigten ab.

Zunahmen:
Eine Zunahme war bei den Raubdelikten von 13 (2011 ) auf 18 (2012) festzustellen. Mehr als die Hälfte der Fälle konnte geklärt werden.

Auch wurden mehr sexuelle Missbrauchsfälle von Kindern angezeigt. Hier lag die Zahl bei insgesamt 23 Fällen (in 2011 bei 15 Fällen). Zu die sem Deliktsbereich ist anzumerken, dass die Fallzahlen in einem hohen Maße vom jeweiligen Anzeigezeigeverhalten geprägt sind. Häufig werden die Missbrauchshandlung en an Kindern durch die Geschädigten erst Jahre nach der eigentlichen Tatbegehung angezeigt.

Mit 15 vorsätzlichen Brandstiftungen 2012 blieb die Zahl im Vergleich zu 2011 (14 Fälle) fast unverändert. Leichter Anstieg bei den Wohnungseinbrüchen. Hier stieg die Zahl von 33 (2011) auf 37 (2012) an. Im gesamten Zuständigkeitsbereich der KPI Memmingen wurden im vergangenen Jahr leider auch vier Rauschgifttote erfasst (2011: 3 Fälle).

Insgesamt blickt die Kriminalpolizei Memmingen auf ein erfolgreiches Jahr 2012 zurück. Ist es doch gelungen, bei einigen „heißen Fällen“ die Täter zu überführen.

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Nachfolgend noch einige Fälle, welche die Kriminalpolizei im vergangenen Jahr 2012 beschäftigte:
26./27. März 2012:
Eine 39-Jährige Patienten einer Klinik in Bad Grönenbach wurde Opfer eines Tötungsdeliktes. Die intensiven Ermittlungen, bei d enen u.a. innerhalb einer Woche weit über 600 Spuren sichergestellt wurden, führten zu einem 18-jährigen Tatverdächtigen aus dem Ostalbkreis (Baden-Württemberg), gegen den schließlich am 05.04.2012 Haftbefehl erging.

14. April 2012:
Mit einer Festnahmeaktion am Samstag den 14.04.2012 konnte die Kripo Memmingen eine Serie von Raubüberfällen beenden und mehrere zurückliegende Taten klären. Bereits seit mehreren Monaten beschäftigten die bewaffneten Überfälle die Kriminalbeamten. Mit einem Überfall am 23.09.2011 auf eine Tankstelle in Ungerhausen begann die Serie. Es folgten weitere Überfälle am 05.10.2011 auf ein Fastfoodrestaurant in Memmingen und am 02.02.2012 und 13.03.2012 auf eine Spielothek in Memmingen. Die Ermittlungen der Beamt en ergaben, dass in der Nacht zum 14.04.2012 ein weiterer Überfall auf eine Spielhalle in Memmingen geplant war. Nachdem der 20-jährige Täter gegen 05 Uhr die Lokalität betreten hatte, wurde das Gebäude im Rahmen eines geplanten Einsatzes von Kräften einer Spezialeinheit umstellt. Der maskierte und mit einem Messer bewaffnete Täter, der zwischenzeitlich zur Vertuschung der Tat seinen Helfer, einen 20-jährigen Angestellten der Spielothek, vorgetäuscht niedergeschlagen hatte, wurde beim Verlassen der Spielhalle von den Einsatzkräften widerstandslos festgenommen.
Insgesamt wurden mittlerweile vier Täter zum mehrjährigen Freiheitsstrafen, die in einem Fall zur Bewährung ausgesetzt wurde, verurteilt.

03. Mai 2012:
Der unsachgemäße Umgang mit Chemikalien war der Auslöser für einen Großeinsatz am 03. Mai 2012. Gegen 14:20 Uhr wurde die Polizei Memmingen von der örtlichen Feuerwehr informiert, dass in einer ehemaligen Apotheke im Bereich Gerberplatz eine unbekannte Flüssigkeit ausgelaufen sei. Seitens der Einsatzkräfte wurde der betoffene Bereich weiträumig abgesperrt. Die Anlieger wurden über Lautsprecherdurchsagen aufgefordert Fenster und Türen geschlossen zu halten Insgesamt waren bei dem Vorfall über 100 Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei im Einsatz. Die anschließenden Ermittlungen, die sich über mehrere Wochen erstreckten wurden durch die Kriminalpolizeiinspektion Memmingen geführt.

22. Mai 2012:
Ein damals 14-Jähriger Schüler erscheint mit mehreren Waffen in der Lindenschule in Memmingen und schießt später auf einem Sportplat z in Steinheim mehrfach um sich. Sowohl in der Lindenschule, als auch in Stein heim wurden glücklicherweise keine Personen verletzt. Der Jugendliche konnte noch am Abend des 22. Mai 2012 zur Aufgabe bewegt werden. Es schließen sich umfangreiche Ermittlungen an, die federführend durch die Kripo Memmingen geleitet werden.

01. Dezember 2012:
In einer Wohnung in Memmingen eskaliert der Streit zwischen einer 43-jährigen Frau und ihrem 20-jährigen Sohn. Dieser schlägt auf die Frau ein und bedroht sie unter Vorhalten zweier Küchenmesser. Die Frau flüchtet mit ihrem Lebensgefährten in ein anderes Zimmer und verständigt die Polizei. Der Mann konnte widerstandslos festgenommen werden.

September 2012 bis Januar 2013:
Durch umfangreiche Ermittlungen ist es der Kripo Memmingen gelungen, die Verschiebung von zahlreichen hochwertigen Kfz mit internationalem Ausmaß zu klären. Auslöser für das Verfahren war der Verkauf eines hochwertigen BMW im Juni 2011 an einen Käufer aus dem Raum Freiburg. Der Pkw wurde im Raum Unterallgäu übergeben. Anschließend wollte der gutgläubige Erwerber das Fahrzeug bei einer Zulassungsstelle im oberbayerischen Raum anmelden. Der Aufmerksamkeit eines Mitarbeiters dieser Zulassungsstelle fielen bei der Vorlage der italienischen Fahrzeugdokumente Unregelmäßigkeiten auf. Daran anschließende erste Ermittlungen ergaben, dass diese Dokumente zuvorblanko bei einem Einbruch in eine neapolitanische Zulassungsstelle entwendet worden waren. Auch bei dem Fahrzeug, das zugelassen werden sollte, stellte sich heraus, dass es im Bereich Neapel gestohlen worden war. Aufgrund der ersten Erkenntnisse wurde bei der Kripo Memmingen die Ermittlungsgruppe „Cabrio“ eingerichtet, welche die weiteren Ermittlungen übernahm. Hierbei kam man einer Tätergruppierung auf die Spur, welche international agierte. 18 Personen im Alter zwischen 26 und 65 Jahren konn ten als Tatverdächtige ermittelt werden. Nach derzeitigem Ermittlungsstand werden der Gruppierung seit Mitte 2010 rund 60 Diebstähle von Fahrzeugen im Wert von rund 2,5 Millionen Euro und deren anschließende Verschiebung zugeordnet.
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