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Ausbildungslager des Fachdienstes Rettungshunde BRK BV Schwaben in Leipheim

40 Rettungshunde übten in Leipheim – Ausbildungslager des Fachdiestes Rettungshunde BRK BV Schwaben

Ein Ausbildungslager des Fachdiestes Rettungshunde BRK BV Schwaben fand vom 10.05. bis 12.05.2013 auf dem Gelände der ehemaligem Fliegerhorst in Leipheim im Landkreis Günzburg statt.

Am vergangenen Wochenende trafen sich 43 Rettungshundeführer mit ihren Hunden zu einem Intensiv-Wochenende um gemeinsam ihre Hunde auf spätere Ernstfälle vorzubereiten. Die Organisation des jährlich stattfindenden Lagers lag dieses Mal in Händen der Rettungshundestaffel des BRK Günzburg, welche eine von sechs Rettungshundestaffeln des BRK im Bezirksverband Schwaben stellt. Für diesen Zweck hatte der, für den Fliegerhorst zuständige Zweckverband Interkommunales Gewerbegebiet, die ehemalige Feuerwache auf dem Gelände als Unterkunft zur Verfügung gestellt.
Ziel des Lagers war, intensiv an der Ausbildung mit den Hunden staffelübergreifend zu arbeiten. Dazu wurden im Vorfeld 9 verschiedene Stationen ausgearbeitet, an welchen die Hundeführer gemeinsam arbeiteten.

„Immer im Blick dabei der aktuelle Ausbildungsstand des Hundes, denn nicht nur geprüfte und damit einsatzfähige Vierbeiner waren dabei, jeder Ausbildungsstand war vertreten“ – erläuterte Kai Fuhrmann, Leiter der Günzburger Rettungshundestaffel.

Am Freitagnachmittag waren die Teilnehmer angereist und richteten sich in der Unterkunft, dem ehemaligem Tower, ein bevor der Abend beim freudigen Wiedersehen von Mensch und Tier ausklang. Ab Samstagvormittag wurde dann konzentriert in Gruppen von 5-6 Personen bzw. Hunden gearbeitet. In jeder Gruppe waren Mitglieder von jeder anwesenden Staffel vertreten. Diese Zusammenarbeit, auch in der Ausbildung ist wichtig, da die schwäbischen Rettungshundestaffeln eine gemeinsame Einsatzeinheit bilden und auch im Ernstfall bei der Suche nach vermissten Personen zusammenarbeiten müssen.

Großes ehrenamtliches Engagement
Liegt man z.B. tief in der Nacht im warmen Bett, kann es passieren, dass man sich wenig später bei schlechtem Wetter irgendwo im Wald wiederfindet, weil ein Vermisster gesucht werden muss. Das bedeutet für Mensch und Tier Einsatzbereitschaft, aber auch Stress. Für die Hunde ist es keine Arbeit, sondern eher Spiel- oder Beutetrieb. Die Rettungshundestaffel finanziert sich trotz Zugehörigkeit zum BRK überwiegend selbst. Auch die Kosten für Realeinsätze werden von keiner Seite ersetzt.

Ausbildung und realistische Übung
Am späten Samstagvormittag rückte ein Teil der Einsatzeinheit nach Weißenhorn zum dort stattfindenden Großunfallsymposium des Bezirksverbandes Schwaben ab, um dort an einem realistischen Unglücksszenario teilzunehmen. Der in Leipheim verbleibende überwiegende Teil der Rettungshundeteams wechselte an den Stationen durch.

Echter Einsatz unterbrach die Übungen
Am Samstagnachmittag wurde es dann ernst. Die Integrierte Leitstelle Donau-Iller alarmierte zu einem Realeinsatz nach Witzighausen. Der Einsatz war jedoch relativ schnell beendet, da die vermisste Person wohlbehalten zuhause angetroffen wurde.
Der Abend war dann gefüllt vom Erfahrungsaustausch und von Besuchen des BRK Bezirksgeschäftsführers Karl Kilburger und der Vertretern der Bezirksbereitschaftsleitung Andrea und Andreas Schabel, die sich einen Eindruck von der Arbeit der schwäbischen Rettungshundestaffeln machen.

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Leipheimer Bürgermeister zu Gast
Bei zum Teil sintflutartigen Regenfällen wurde am Sonntag in neu gemischten Gruppen weiter trainiert. Ein Regenloch erwischt hatte jedoch zum Glück der Leipheimer Bürgermeister Christian Konrad. Er lies es sich nicht nehmen sich einen Eindruck von der Ausbildung der Rettungshunde zu verschaffen.

„Erstaunlich zu welchen Leistungen die Hunde fähig sind und Hochachtung vor der Arbeit und des Zeit- sowie des finanziellen Aufwandes der ehrenamtlichen Helfer“ – stellte Konrad beeindruckt fest.“

Bis gegen 13:00 Uhr wurde mit den Hunden trainiert, anschließend in Gemeinschaftsarbeit das Lager aufgelöst, bevor sich die Teilnehmer bei mittlerweile strahlendem Sonnenschein verabschiedeten. Die Meisten sehen sich in Kürze wieder – irgendwo in Schwaben bei der nächsten realen Vermisstensuche.

Personensuche in Gebäuden
Zu einer der Disziplinen gehörte die Suche nach Personen in Gebäuden. In einem 3-stöckigem Gebäude hatten sich dazu zu jedem Durchgang zwei Personen auf verschieden Stockwerken hinter Türen, in Schränken, oder unter einer Plane versteckt.
Dabei wurden immer wieder verschiedene Verstecke gewählt. Fand der jeweilige Hund eine Person, bellte er und machte so seine HundeführerIn darauf aufmerksam und wird dann dafür mit einer kleinen Portion aus Nassfutter und Fisch und viel Lob belohnt. Die Personen, welche die Suche begleiten, müssen während der Hund sucht, hinter dem HundeführerIn bleiben. Die Freude, die Aufgabe erfolgreich geschafft zu haben ist jedes Mal bei Hund und HundeführerIn groß.

Erhard Bohn von der Rettungshundestaffel Augsburg-Stadt des Deutschen Roten Kreuzes berichtet:
Ein Rettungshund riecht bei der Personensuche die Ausdünstungen sowie die verlorenen Hautschuppen eines Menschen. Wird im freien ein Pulver aus einer Dose gestreut um die Windrichtung zu prüfen, so stellt sich die Situation in einem Gebäude völlig anders dar, so Bohn. Hier findet in der Regel kein, oder nur sehr wenig Luftzirkulation statt, somit steigt der Geruch eines Menschen größtenteils nach oben. Sind dort z.B. Lüftungsanlagen oder Schlitze vorhanden, hat es der Hund schon wesentlich schwerer, da dadurch der gewitterte Mensch evtl. auch in anderen Regionen eines Gebäudes für den Hund riechbar wird. Hier reichen auch schon Löcher in der Decke aus.

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(Text: Fuhrmann / Obeser)

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