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Sternberger Heimattreffen
Herr Johann Gromes aus Stuttgart (vierter von links) erhielt die Sternberger Nadel, die traditionell den 70-jährigen Mitgliedern verliehen werden. Weiter auf dem Foto sind Pater Flavian Ascher, Stadtrat Manfred Proksch, Oberbürgermeister Gerhard Jauernig, Johann Gromes, 1. Vorstand Helmut Sabinsky, 2. Bürgermeister Anton Gollmitzer. Foto: Mario Obeser

Trotz beschlossener Vereinsauflösung – Erinnerungen an Sternberg wachhalten

Das Forum am Hofgarten in Günzburg war vergangenen Sonntag, 21.09.2014, Treffpunkt zum Sternberger Treffen des „Heimatverein Sternberg/Mähren Stadt und Land e.V“.

Aus allen Teilen Deutschland waren die immer weniger werdenden Mitglieder des Vereins der Einladung gefolgt. Das Treffen findet seit 1956, dem Jahr nach der geschlossenen Patenschaft, jährlich statt.
Nach dem vorangegangenem Gottesdienst mit Pater Flavian Ascher und den musikalischen Tönen aus der Querflöte, begrüßte Oberbürgermeister Gerhard Jauernig die Anwesenden – aus besonderen Gefühlen heraus – wie Jauernig mitteilte.

Fast 4000 Sternberger kamen damals als Heimatvertriebene in die Region Günzburg
Neben dem Heimatverein Sternberg/Mähren, gibt es ein Partnerschafts-Komitee Günzburg-Sternberk. Mit ihm war OB Jauernig wieder in Sternberg um für die kommende Zeit wieder wichtige Termine zu planen. Europa wird nicht nur im Großen, sondern auch vor Ort von Menschen gelebt und gestaltet. Hierzu leisten der Verein und die Patenschaft ihren eigenen Beitrag. Nach dem zweiten Weltkrieg kamen fast 4000 Sternberger (Tschechien) in die Region Günzburg, die sich dann im Heimatverein zusammengeschlossen hatten. Als „unschätzbaren Beitrag“ bezeichnete Jauernig den von den Heimatvertriebenen geleisteten Beitrag zum Wiederaufbau und der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt.

Sternberger Heimattreffen

Foto: Mario Obeser

Immer weniger Mitglieder führen zur Vereinsauflösung Ende 2015
Der 1. Vorstand des Heimatvereins Sternberg/Mehren Helmut Sabinsky kündigte für den Fortbestand des Vereines Änderungen an. Am Nachmittag wurde darüber abgestimmt, dass sich der Verein, welcher derzeit aus rund 150 Mitgliedern besteht, sukzessive bis Ende 2015 auflösen soll. Aus finanzieller und organisatorischen Gründen ist ein weiterbestehen in dieser Form nicht möglich. Es wird vieles so bleiben wie es war, eben unter anderen Voraussetzungen, lies Sabinsky die mehr als 50 Anwesenden wissen.

Stadtrat Manfred Proksch, Vorsitzender des Historischen Vereins Günzburg und des Partnerschafts-Komitees informierte die Anwesenden im seinem Bericht über die Treffen, Ereignissen und Unternehmungen des vergangenen Jahres und lobte sehr die tolle Gastfreundschaft und das Miteinander, die er und die weiteren Mitgereisten dort immer erfahren dürfen. Die „trauernde Mutter“, ein Kriegergedenkstein der in Sternberg steht, wird mit deutschen und tschechischen finanziellen Mitteln nun restauriert.

Der ehemalige stellv. Landrat Alfons Schier, der als Privatmann anwesend war, ergriff kurz das Wort und fand die richtigen Worte in seiner kurzen Rede – „Ihr werdet das Heuer der Tradition in die Zukunft tragen, ohne die Vergangenheit zu vergessen“.

Sanierung des Heimatmuseum betrifft auch die Heimatstube
Stadtrat Dr. Manfred Büchele, Vorsitzender des Historischen Verein Günzburg und Mitglied des Partnerschafts-Komitee informierte über die Änderungen beim Heimatmuseum und der Heimatstube. Das Heimatmuseum in der Rathausgasse steht, mit seinen knapp 7000 m³ umbautem Raum und damit zweitgrößtem Profanbau im gesamten Stadtgebiet, vor der notwendigen denkmalrechtlichen Erneuerung. Die marode Statik des Gebäudes zwingt die Verantwortlichen zu diesem Schritt. Dieser Umstand ergibt die Chance einer konzeptionellen Neugestaltung des Museums, in dem sich auch die Heimatstube des Vereins befindet. Diese wird einen neuen Platz im Gebäude finden, nämlich einen Stock höher, dessen Erreichbarkeit für ältere Menschen ein Aufzug gewährleistet. In diesem Zuge müssen aber einige Gegenstände aus der Stube weichen. Diese können dann z.B. zum Teil eingelagert und bei Sonderausstellungen der Öffentlichkeit präsentiert.

Der demografische Wandel ist es, der in seiner Konsequenz die Gefahr darstellt, dass Erinnerung verblassen. Wer geschichtslos ist, ist gesichtslos – Damit kommt zum Ausdruck, dass die Geschichte immer in Erinnerung bleiben und gepflegt werden muss.

Info:
Landkreis Sternberg (Mähren) – Der deutsche Landkreis Sternberg bestand in der Zeit zwischen 1938 und 1945. Er umfasste am 1. Januar 1945:

  • 2 Städte,
  • 57 weitere Gemeinden.

Der Landkreis Sternberg hatte am 1. Dezember 1930: 48.148 Einwohner, am 17. Mai 1939 waren es 46.695 Einwohner und am 22. Mai 1947: 29.761 Einwohner.

Quelle: Wikipedia

Sternberger Heimattreffen

Herr Johann Gromes aus Stuttgart (vierter von links) erhielt die Sternberger Nadel, die traditionell den 70-jährigen Mitgliedern verliehen werden. Weiter auf dem Foto sind
Pater Flavian Ascher, Stadtrat Manfred Proksch, Oberbürgermeister Gerhard Jauernig, Johann Gromes, 1. Vorstand Helmut Sabinsky, 2. Bürgermeister Anton Gollmitzer. Foto: Mario Obeser

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