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Augsburg/Schweiz: Brand eines Ferrari im vergangenen Oktober geklärt – Mehrere Männer in Haft

Der Brand einer Luxuskarosse im Wert von einer Viertelmillion Euro Ende Oktober letzten Jahres ist geklärt, fünf Tatverdächtige wurden festgenommen und sitzen in Haft.

Was war passiert?
Am 29.10.2014, gegen 23.30 Uhr, stand ein auf einem Parkplatz in der Gubener Straße stehender Luxussportwagen in Vollbrand. Die Löscharbeiten der freiwilligen Feuerwehr Oberhausen konnten die vollständige Zerstörung des Wagens nicht verhindern. Der Sportwagen der Herstellers Ferrari mit einem Neuwert von ca. 250.000 Euro war ca. eine Stunde zuvor vom einem Schweizer auf dem Parkplatz gegenüber eines Bordells unbeschädigt abgestellt worden.
Die umfangreichen polizeilichen Recherche der Kripo Augsburg hatten ergeben, dass sehr wahrscheinlich zwei unbekannte Männer den Brand verursacht haben. Diese waren unmittelbar nach dem Ausbruch des Feuers nach kurzer Flucht zu Fuß von einem Pkw aufgenommen worden. Weder das Fahrzeug noch der Fahrer standen fest. Brandermittler gingen davon aus, dass der Sportwagen vorsätzlich in Brand gesetzt wurde und das Auto sehr schnell explosionsartig in Vollbrand geraten war. Dadurch bestand die große Wahrscheinlichkeit, dass die Täter bei der Tathandlung Brand- oder Hitzeverletzungen erlitten. Ein Gutachter wurde hinzugezogen.

Nun der Ermittlungserfolg
Nach fast vier Monaten intensiver Ermittlungsarbeit wurden Mitte Februar 2015 nun drei Tatbeteiligte hierzu festgenommen. Dabei wurde ein offenbar gut organisiertes Tätergeflecht rund um den 19-jährigen Schweizer Geschäftsmann (Ferrari-Eigentümer), als vermeintlich Leidtragender des Anschlags, aufgedeckt. Der 19-Jährige hatte in der Schweiz demnach gezielt Personen beauftragt, seinen Ferrari anzuzünden. Absprachegemäß fuhren diese dann extra von der Schweiz aus nach Augsburg, setzten den Luxusschlitten in Brand und begaben sich unmittelbar darauf wieder zurück in die Schweiz. Nach bisherigem Ermittlungsstand dürfte ein mutmaßlich beabsichtigter Versicherungsbetrug als Tatmotiv im Raum stehen.

In der 7. KW führte die Augsburger Kripo zusammen mit der Schweizer Justiz und der örtlich zuständigen Kriminalpolizei in der Schweiz eine gemeinsame Festnahme- und Durchsuchungsaktion durch. Der 19-jährige Ferrari-Eigentümer wurde hierbei im Großraum Stuttgart festgenommen, zeitgleich erfolgten Durchsuchungen und Festnahmen in der Schweiz im Raum Zürich. Dabei konnten im Rahmen der internationalen Rechtshilfe auch die beiden mutmaßlichen Brandstifter, ein 25-jähriger Bosnier und eine 23-jährige bosnische Staatsangehörige mit Wohnsitz in der Schweiz festgenommen werden.

Bereits zuvor hatte das Amtsgericht Augsburg die von der Staatsanwaltschaft Augsburg beantragten Haftbefehle gegen das Trio wegen Verdachts der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und wegen Versicherungsbetrugs erlassen.



Geständnis abgelegt
Der 19-jährige Geschäftsmann und ehemalige Ferrari-Besitzer legte mittlerweile ein Geständnis ab. Er befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Augsburg wurden die beiden in der Schweiz festgenommenen bosnischen Staatsangehörigen vor wenigen Tagen nach Deutschland ausgeliefert und befinden sich seit kurzem ebenfalls in Untersuchungshaft. Auch sie räumten ihre Tatbeteiligung inzwischen ein.

Aktuell wurden gestern, 25.02.2015, nochmals zwei mutmaßliche Mittäter in der Schweiz (auch im Raum Zürich) festgenommen. Es handelt sich hierbei um zwei 22 und 29 Jahre alte Männer mit serbischer Nationalität mit Wohnsitz in der Schweiz. Eine Auslieferung der beiden Festgenommenen wird auch hier beantragt.

Maßgeblich für die Klärung dieser Tat war letztlich auch die gute Zusammenarbeit mit den Schweizer Behörden.
Allen bisherigen Spekulationen zum Trotz hat diese Tat mit den Geschäftsabläufen des direkt am Tatort befindlichen Großbordells wohl nichts zu tun.

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