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Wasserglastrick: Diebe erschleichen sich Zutritt zu Wohnungen

In Ichenhausen wurde eine betagte Dame Opfer vom so genannten „Wasserglastrick“, bei dem sich Diebe Zutritt zu Wohnungen erschleichen. Zeugenhinweise erbeten
Eine 95-jährige Rentnerin gestattete gestern zwei vermeintlichen Spendensammlerinnen Zutritt zu ihrer Wohnung in einer Seniorenwohnanlage. Die beiden baten neben einer Geldspende für ein Hilfswerk darum, die Toilette der Seniorin zu nutzen, und darüber hinaus um ein Glas Wasser und etwas zu essen. Die Diebinnen nutzten die Hilfsbereitschaft der Rentnerin aus und stahlen bei der Gelegenheit Schmuck Bargeld aus der Wohnung.

Als diese den Trickdiebstahl bemerkt hatte, waren die beiden Frauen mit der Beute längst wieder aus der Wohnung. Die von der 95-jährigen Frau verständigte Günzburger Polizei ermittelt nun wegen der Tat und bittet unter der Rufnummer 08221/919-0 um Hinweise zu den beiden angeblichen Spendensammlerinnen, die womöglich noch woanders aufgetreten sind. Die Diebinnen sprachen gebrochenes Deutsch und waren möglicherweise osteuropäischer Herkunft.

Immer wieder fallen hilfsbereite Menschen auf den sogenannten „Wasserglastrick“, aber auch auf andere Formen des Trickdiebstahls herein. Die Polizei informiert und weist auf folgender Internetseite darauf hin.





Die Polizei rät und warnt:
„Hätten Sie mal ein Gläschen Wasser?“

Trickdiebstahl in Wohnungen ist nach dem Taschendiebstahl auf der Straße die vermutlich häufigste Straftat, von der ältere Menschen betroffen sein können.

Es ist verstärkt zu beobachten, dass Tricktäterinnen und Tricktäter vermehrt auch Seniorenwohnhäuser und -wohnanlagen aufsuchen, da die dortigen Pförtnerdienste in zunehmendem Maße abgebaut werden.

Dort, aber auch bei anderen Wohnformen täuschen die Täter ihre Opfer, um sich Zutritt zur Wohnung zu verschaffen und zu stehlen. Alle bekannten Täter-Arbeitsweisen lassen sich auf drei Grundmuster zurückführen:

  • das Vortäuschen einer Notlage, die scheinbar eine Hilfeleistung oder Unterstützung durch das Opfer in der Wohnung erfordert.
  • das Vortäuschen einer offiziellen Funktion, die den Täter vermeintlich zum Betreten der Wohnung berechtigt
  • das Vortäuschen einer persönlichen Beziehung zum Opfer, die eine Einladung zum Betreten der Wohnung nahe legt.

Opfer der zumeist nichtdeutschen Täterinnen und Täter sind fast ausschließlich ältere, teils hochbetagte Menschen. Beim Trickdiebstahl an der Haustür werden viele Maschen angewandt:

Der Glas Wasser-Trick: Täterinnen täuschen Schwangerschaft, Übelkeit oder die Notwendigkeit einer Arzneimitteleinnahme vor und bitten um ein Glas Wasser.

Der Papier- und Bleistift-Trick: Täter oder Täterinnen wollen für angeblich nicht angetroffene Nachbarn eine Nachricht hinterlassen. Dazu fragen sie nach Schreibzeug sowie Papier und drängen auf eine Schreibunterlage in der Wohnung oder bitten das Opfer, die Nachricht selbst zu erfassen.

Der Blumen- oder Geschenkabgabe-Trick:
Täter oder Täterinnen wollen für angeblich nicht angetroffene Nachbarn Blumen oder ein Geschenk abgeben. Dabei drängen sie darauf, die Blumen zu versorgen oder das Geschenk selbst zu verwahren.

Weitere vorgetäuschte Notlagen verbinden sich mit der Bitte,

  • wegen eines Wasserschadens im Haus nach einem Rohrbruch in der Wohnung suchen zu dürfen.
  • auf dem Balkon seinen entflogenen Vogel oder sein entlaufenes Kätzchen einfangen zu dürfen.
  • wegen einer Autopanne, eines Unfalls oder einer Erkrankung das Telefon benutzen zu dürfen.
  • die Toilette benutzen zu dürfen.
  • ein Baby wickeln oder füttern zu dürfen.

Im Gegensatz zu ausländischen täuschen deutsche Täterinnen und Täter eher eine offizielle Funktion oder sonst eine Befugnis zum Betreten der Wohnung vor. Sie kommen beispielsweise angeblich als Handwerker, von den Elektrizitäts-, Gas- oder Wasserwerken, von der Hausverwaltung, von der Kirche, von der Rentenversicherung oder Krankenkasse, von der Polizei, von der Post oder vom Sozialamt.

Dabei kündigen sie ihren Besuch gelegentlich sogar vorher telefonisch an, um mögliche Bedenken schon im Voraus zu zerstreuen und ein Vertrauensverhältnis zum Opfer aufzubauen.

Um eine persönliche Beziehung vorzutäuschen und daraufhin eingelassen zu werden,

  • rufen Täterinnen oder Täter vorher an und geben sich als lange nicht gesehene Verwandte – zumeist Enkelkinder (Enkel-Trick) – mit plötzlichem akutem Geldbedarf aus.
  • bestellen Täterinnen oder Täter angebliche Grüße von Bekannten oder Verwandten.
  • überbringen Täterinnen oder Täter eine angebliche Unglücksnachricht von Bekannten oder Verwandten.
  • geben sich Täterinnen oder Täter als entfernte Verwandte, als ehemalige Kollegen oder Nachbarn, als Pflegepersonal oder Bettnachbarn vom Krankenhausaufenthalt aus.

Bitte bedenken Sie: Tricktäter sind erfinderisch und schauspielerisch begabt. So denken sie sich immer neue „Schachzüge“ aus, die an dieser Stelle nie vollständig aufzuzählen sind.
(Quelle: Webseite der Polizei-Beratung)

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