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Symbolfoto: Mario Obeser

Ortung bei 110-Notrufen: Flächendeckend für schnellere Hilfe in Notfällen

Neuentwickelte Software für die bayerischen Polizei Einsatzzentralen – Ortung nur bei Freigabe durch betroffene Person möglich

Eine neuentwickelte Software für die Einsatzzentralen der Bayerischen Polizei, die eine Ortung in Notfällen über SMS ermöglicht, hatte gestern Bayerns Innenminister Joachim Herrmann in Nürnberg vorgestellt. Über den GPS-Empfänger im Smartphone kann die Polizei nach Freigabe durch den Anrufer die Position bis auf wenige Meter genau feststellen. Die neue Ortungsmöglichkeit wurde federführend beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd entwickelt und dort sowie beim Polizeipräsidium Mittelfranken bereits seit mehreren Wochen erfolgreich getestet. „Bis Ende März werden wir alle Einsatzzentralen der Bayerischen Polizei mit der innovativen Software ausstatten“, kündigte Herrmann an. „So können wir unseren Bürgerinnen und Bürgern im Notfall noch schnellere Hilfe bieten.“ Die Ausstattung mit der innovativen Software kostet dem Freistaat einmalig rund 70.000 Euro. Dazu kommen knapp 6.000 Euro an jährlichen Betriebskosten.

Wie Herrmann erläuterte, gehen mehr als eine Million Notrufe pro Jahr über die Notrufnummer ‚110‘ bei der Bayerischen Polizei ein. „Immer wieder kommt es leider vor, dass Anrufer ihren genauen Standort nicht angeben können“, so der Minister. Es verstreiche wertvolle Zeit, bis die Einsatzkräfte vor Ort sind. „Gerade in Gefahrensituationen zählt aber jede Minute“, betonte Herrmann. „In solchen Fällen bietet die unmittelbare Einbindung der GPS-Ortung in das Einsatzleitsystem der Bayerischen Polizei völlig neue Möglichkeiten und ist deutschlandweit in dieser Form einmalig.“ Laut Herrmann können die Informationen im Bedarfsfall auch unverzüglich über eine Schnittstelle zwischen den Einsatzzentralen der Bayerischen Polizei mit den Integrierten Leitstellen der Feuerwehren und Rettungsdienste ausgetauscht werden.

Nach Herrmanns Worten kann das neue System jeder nutzen, der ein internetfähiges Mobiltelefon mit aktivierter GPS-Funktion und Netzempfang hat. Eine spezielle Notruf-App sei nicht notwendig. Wie der Minister erklärte, können die Einsatzzentralen im Notfall an die Mobiltelefonnummer des Anrufers eine SMS mit einem Weblink versenden, wahlweise in verschiedenen Sprachen. Nachdem dieser Link vom Anrufer aufgerufen wurde, wird die GPS-Position des Smartphones ausgelesen. Die Koordinaten werden dann an die jeweilige Einsatzzentrale der Bayerischen Polizei übertragen und automatisch in einer Karte dargestellt. Herrmann: „Der Polizist am Notrufannahmeplatz kann somit den aktuellen Standort des Anrufers feststellen und die Polizeistreife gezielt hinschicken.“ Dadurch werde die Arbeit der Einsatzkräfte insbesondere in Eilfällen erheblich erleichtert.

Ganz besonders wichtig ist dem bayerischen Innenminister, dass der Datenschutz in jedem Fall gewährleistet ist. „Durch das Bestätigen des Links gestattet der Anrufer selbst die nur einmalige Ortung seines Standorts“, erläuterte Herrmann. „Eine weitere Ortung erfolgt nicht.“ Außerdem werden die übermittelten Daten nur in polizeieigenen Systemen verarbeitet. Eine Datenübernahme von externen Anbietern in das Einsatzleitsystem der Bayerischen Polizei findet nicht statt.

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