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Kripo bei der Spurensicherung nach Einbruch
Foto: Polizeiliche Kriminalprävention

Bericht der Kriminalpolizeiinspektion Memmingen für das Jahr 2016

Auf ein ereignisreiches Jahr 2016 blickt die Kriminalpolizei Memmingen zurück. So wurden im vergangenen Jahr insgesamt 788 Straftaten durch die „Kriminaler“ in Memmingen bearbeitet. Der Bereich umfasst den Landkreis Unterallgäu, die kreisfreie Stadt Memmingen sowie den südlichen Landkreis Günzburg. Die Aufklärungsquote lag dabei bei 66,5 %.

Erfreulich ist insbesondere, dass im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr Wohnungseinbrüche im Stadtgebiet Memmingen geklärt werden konnten. Während diese im Jahr 2015 noch bei 12,1 % lag, konnten im vergangenen Jahr 42,9 % der Fälle aufgeklärt werden. Bayernweit lag die Aufklärungsquote bei den Wohnungseinbrüchen bei 18,9 %.

Ein besonderer Ermittlungserfolg gelang der Kripo Memmingen im vergangenen Jahr durch die Aufklärung von insgesamt 15 Einbrüchen in Wohnungen in Memmingen und umliegenden Randgemeinden. Dabei hielt der Täter die Ermittler über Monate hinweg auf Trab, indem er immer wieder in Objekte einbrach und Wertgegenstände mitnahm. Der Schwerpunkt war dabei insbesondere der Memminger Westen. Der damals 31-jährige Täter wurde mittlerweile zu über 4 Jahren Haft verurteilt.

Ein weiterer Erfolg gelang durch die Aufklärung von insgesamt 14 Einbrüchen. So waren insbesondere im August und September 2016 im Memminger Osten Einbrüche in Wohnungen und Firmen zu verzeichnen. Die zunächst unbekannten Täter hebelten meistens Fenster und Türen auf oder schlugen Fensterscheiben ein um in das Gebäudeinnere zu gelangen. Aufgefundene Wertgegenstände und Bargeld nahmen sie mit. Allein der durch die Einbrüche angerichtete Sachschaden an den Gebäuden und im Inneren wird auf über 20.000 Euro geschätzt. Durch umfangreiche Ermittlungen konnte schließlich eine 28-jährige Täterin dingfest gemacht werden.

Zu beachten ist vor allem auch, dass ein Einbruch in den eigenen vier Wänden für viele Menschen, ob jung oder alt, einen großen Schock bedeuten kann. Auch wenn bundesweit gesehen mittlerweile ca. die Hälfte aller Einbrüche im Versuchsstadium stecken bleibt, machen den Betroffenen die Verletzung der Privatsphäre, das verloren gegangene Sicherheitsgefühl verbunden mit oftmals schwerwiegenden psychischen Folgen, häufig mehr zu schaffen als der rein materielle Schaden.

Die KPI Memmingen hat es sich deswegen auch für das Jahr 2017 zum Ziel gesetzt, einen Schwerpunkt im Bereich der Eindämmung bzw. Aufklärung von Wohnungseinbrüchen zu setzen. Dazu zählt das Projekt „Wachsamer Nachbar“, das im vergangenen Jahr begonnen und in diesem Jahr fortgesetzt wird. Fachberater der Kripo führen dabei in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Gemeinden Workshops durch, bei denen wertvolle Tipps zum technischen Einbruchsschutz sowie richtigen Verhalten bei verdächtigen Wahrnehmungen gegeben werden. Bei diesen Veranstaltungen wird auch immer wieder darauf hingewiesen, bei verdächtigen Wahrnehmungen in jedem Fall die 110 zu wählen, damit die Polizei schnell reagieren kann.

Zunahmen:

Eine leichte Steigerung war 2016 bei den Wohnungseinbrüchen festzustellen. Mit 71 Fällen kamen 7 Fälle mehr zur Anzeige als noch im Vorjahr (2015: 64 Fälle im Zuständigkeitsbereich).

Eine deutliche Zunahme war bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten zu verzeichnen. Mit insgesamt 198 Delikten fiel die Steigerung im Vergleich zu allen anderen Fällen am deutlichsten aus. (2015: 97 Fälle). Die Steigerung kommt daher, dass vermehrt Falschgeld sowie Überweisungsbetrugsfälle festgestellt wurden.

Auch insgesamt stiegen die Betrugsfälle deutlich an. So wurden 142 Fälle bearbeitet (66 Fälle mehr als in 2015).

Beim Deliktsbereich der vorsätzlichen Brandstiftungen ist in der Regel eine besondere Außenwirkung vorhanden. Hier zeigt die Statistik mit 14 aufgenommenen und bearbeiteten Fällen eine leicht zunehmende Tendenz um 3 Fälle auf (2015: 11).

Die Raubdelikte bewegten sich mit 15 Fällen im Vergleich zum Vorjahr (13 Fälle) nur leicht nach oben.

Rückgänge:

Mit 48 Sexualdelikten wurden 23 Delikte weniger als noch ein Jahr zuvor (2015: 71) angezeigt. Zu diesem Deliktsbereich ist anzumerken, dass die Fallzahlen in einem hohen Maße vom jeweiligen Anzeigezeigeverhalten geprägt sind. Insbesondere werden die Missbrauchshandlungen an Kindern durch die Geschädigten erst Jahre nach der eigentlichen Tatbegehung angezeigt. Missbrauchsfälle zum Nachteil von Kindern wurden 2016 insgesamt 19 Mal bearbeitet, während es 2015 noch 25 waren.

Insgesamt waren im Jahr 2016 zwei Drogentote und damit zwei Drogentote weniger als 2015, zu beklagen.

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