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Herrmann bei der vbw-Veranstaltung ‚Mobilität der Zukunft‘

Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann bei der vbw-Veranstaltung ‚Mobilität der Zukunft‘: Verkehrsangebote kombinieren und vernetzen – Öffentlichen Verkehr noch leistungsfähiger machen – Güterverkehr auf Wasser und Schiene verlagern

Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann hat heute in Nürnberg bei der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. klargemacht, wie er sich die „Mobilität der Zukunft“ vorstellt. „Um den Transport so umweltschonend und kosteneffizient wie möglich abzuwickeln, sehe ich die Zukunft vor allem im Mobilitätsmix. Deshalb müssen wir die Verkehrsangebote besser miteinander vernetzen und auslasten“. Mobil zu sein sei ein Grundbedürfnis der Menschen. Herrmann: „Wir müssen jetzt die richtigen Weichen stellen, damit die Menschen auch in Zukunft mobil bleiben können.“ Für den wachsenden Güterverkehr sieht Herrmann eine Verlagerung auf Schiene und Wasserstraßen als zwingend notwendig an.

Laut Prognosen soll der Personenverkehr im Zeitraum von 2010 bis 2030 in Bayern um ein Viertel zunehmen. Der Transport im Güterverkehr soll sogar um mehr als 40 Prozent ansteigen, davon werde sich mehr als drei Viertel auf der Straße abspielen. Genau hier setzt der Verkehrsminister an. Herrmann: „Wir müssen die unterschiedlichen Verkehrsträger LKW, Bahn und Schiff noch stärker miteinander vernetzen.“ Sein Ministerium hat hochrangige Vertreter aus Wirtschaft, Forschung und Verwaltung zusammengebracht, die jetzt für frischen Wind sorgen.

Um beispielsweise das Umsteigen vom Auto in die S-Bahn noch attraktiver zu gestalten, haben der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) und der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) einen neuen Onlinedienst entwickelt. Damit kann ein Autofahrer in Zukunft bereits am Navigationssystem im Auto erkennen, wie ausgelastet die Park-and-Ride-Anlagen sind. Er sieht also schon bevor er ankommt, wo ein freier Parkplatz auf ihn wartet. Auch das Innenministerium stellt eigene Apps und Portale kostenfrei bereit. Ob auf dem Sattel, am Lenkrad oder im Zug: Mit „Bayernnetz für Radler“, „BayernInfo“ und „Bayern-Fahrplan“ kann jeder die vernetzten Mobilitätsangebote in der Hosentasche mitnehmen.

Auf der A 9 testen Bund, Forschungseinrichtungen und Unternehmen in Bayern, wie die Autobahn der Zukunft aussehen soll. Auf dem „Digitalen Testfeld“ kommunizieren nicht nur die Fahrzeuge untereinander, sondern auch das Fahrzeug mit der Straße. Herrmann verspricht sich von der Vernetzung vor allem mehr Verkehrssicherheit. Natürlich dürfe die IT-Sicherheit dabei nicht außer Acht gelassen werden. Herrmann: „Unbefugte dürfen die Systeme von außen nicht manipulieren. Wir haben den Schutz personenbezogener Daten und die IT-Sicherheit bei der Entwicklung fest im Blick.“

Die Planer feilen aber auch an optimierter und umweltschonender Logistik. So sollen Paketdienstleister in Zukunft auf kurzen Strecken ihre Fracht mit Lastenfahrrädern ausfahren. Die ersten Paket-Radler sind bereits seit letzter Woche in Nürnberg unterwegs. Überhaupt setzt Herrmann vermehrt auf das Fahrrad. „Bis 2025 wollen wir den Radverkehrsanteil am Gesamtverkehrsaufkommen auf 20 Prozent steigern. Damit mehr Menschen auf das Fahrrad umsteigen, sorgen wir für ein besseres Radlnetz. Dafür wollen unter anderem im Zeitraum 2015 bis 2019 insgesamt 200 Millionen Euro an Bundes- und Landesmitteln in Radwege an Bundes- und Staatsstraßen investieren.“

Herrmann setzt sich für den bedarfsgerechten Ausbau und der Erhalt von Bayerns Infrastruktur ein. Die Investition kann sich sehen lassen. „Bei den Bundesfernstraßen erleben wir gerade ein Investitionshochlauf. Ein Fünftel des Bundesetats geht nach Bayern. Auch für die Staatsstraßen sieht es mit mehr als 420 Millionen Euro für 2017 rekordverdächtig aus. Der kommunale Straßenbau bleibt dabei nicht auf der Strecke. Mit rund einer halben Milliarde Euro unterstützen wir jedes Jahr Landkreise, Städte und Gemeinden zuverlässig und nachhaltig“, so Herrmann. Auch für den Personennahverkehr auf der Schiene sieht es gut aus. Bayern investiert rund 90 Prozent der Regionalisierungsmittel des Bundes in den Regional- und S-Bahn-Verkehr. „Etwa 1,2 Milliarden pro Jahr stehen uns dafür zur Verfügung“, so Herrmann abschließend.

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