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Länder wollen Bußgeldpläne für Rettungsgassen-Blockierer verschärfen

Blockierer von Rettungsgassen sollen stärker zur Kasse gebeten werden als bislang von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) geplant.
Die Bundesländer fordern deutlich höhere Bußgelder, berichtet die „Saarbrücker Zeitung“ (Montag). Nach dem Willen der Länder soll die Strafzahlung bei Nichtbilden einer Rettungsgasse von derzeit 20 Euro auf 105 Euro ansteigen, je nach Schwere dann gestaffelt bis 165 Euro. Dobrindts Pläne sehen lediglich 55 Euro bis maximal 115 Euro vor.

Das sei „viel zu niedrig“, heißt es der Zeitung zufolge in einer Beschlussempfehlung der zuständigen Bundesrats-Ausschüsse für die Sitzung der Länderkammer am kommenden Freitag. Es sei „die Chance verpasst“ worden, durch „eine drastischere Erhöhung der Regelsätze“ ein deutliches Signal zu setzen. Rettungsgassen werden immer öfter nicht rechtzeitig gebildet, wodurch Einsatzkräfte massiv behindert werden. (Text: dts Nachrichtenagentur)

Wie eine Rettungsgasse funktioniert?

Die Johanniter erklären: Das müssen Autofahrer bei einem Rettungsdiensteinsatz auf der Autobahn beachten

Laut einer aktuellen repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag der Johanniter-Unfall-Hilfe wissen 64 Prozent aller Führerscheinbesitzer in Deutschland nicht was zu tun ist, wenn sich auf einer dreispurigen Straße ein Rettungswagen von hinten nähert. Bezogen auf eine Straße mit zwei Spuren je Richtung gaben 41 Prozent der Befragten eine falsche Antwort. Dabei ist ein deutliches Gefälle zwischen den Altersgruppen festzustellen: Während sich 53 Prozent der Führerscheinbesitzer zwischen 18 und 29 Jahren an das in der Fahrschule Gelernte erinnern, sind es bei den über 60-Jährigen nur 24 Prozent.

„Das ist ein alarmierendes Ergebnis“, findet Ulrich Kraus, Rettungsdienstleiter der Johanniter des Regionalverbands Schwaben. „Leider deckt es sich mit dem, was unsere Rettungsdienstmitarbeiter bei ihren Einsätzen tagtäglich erleben. Dabei geht es im Einsatz oft um Minuten, die über das Überleben der Verletzten entscheiden. Das schnelle Bilden der Rettungsgasse ist lebenswichtig“, betont Kraus. Der Gesetzgeber hat das ebenfalls in diesem Sinn geregelt und belangt Autofahrer, die den Einsatz der Rettungskräfte behindern, mit einer Ordnungsstrafe.

Rettungsgasse Johanniter erklärenDie Johanniter appellieren daher an alle Autofahrer, sich wieder ins Gedächtnis zu rufen, wie die Rettungsgasse richtig gebildet wird:

  • Bei einer Straße mit zwei Spuren pro Fahrtrichtung müssen die Fahrzeuge auf der linken Spur nach links ausscheren, die auf der rechten Spur nach rechts.
  • Auf dreispurigen Straßen ziehen nur die Fahrzeuge, die sich auf der ganz linken Überholspur befinden, nach links. Diejenigen, die sich auf der mittleren und der rechten Spur befinden, müssen nach ganz rechts außen ausweichen.
  • Es ist grundsätzlich verboten, die Fahrbahn zu betreten! Ausnahmen sind das Halten in einer entsprechend gekennzeichneten Pannenbucht oder die Absicherung einer Unfallstelle.

Um auf die Bedeutung des Themas hinzuweisen, haben die Johanniter die Aktion „Rettungs(G)asse sind wir alle!“ ins Leben gerufen. Das Aktionsmotiv zeigt in abstrakter Darstellung eine mehrspurige Straße mit einem Einsatzfahrzeug und dem Slogan. Damit sollen Autofahrer daran erinnert werden, dass es bei Notfällen im Straßenverkehr auf jeden ankommt, damit die Rettungskräfte rechtzeitig an ihr Ziel kommen.

Die Aktionsaufkleber fürs Auto können kostenfrei in den Dienststellen der Johanniter in Schwaben abgeholt werden:

Augsburg:
Regionalgeschäftsstelle Augsburg, Holzweg 35a, 86156 Augsburg

Kissing:
Kinderkrippe Johanni-Piraten, Pestalozzistraße 2a, 86438 Kissing

Donauwörth:
Dienststelle Donauwörth, Pestalozzistraße 2, 86609 Donauwörth

Kleinkötz:
Dienststelle Kleinkötz, An der Schießmauer 1, 89359 Kötz


Hier eine Einsatzfahrt der Polizei (Youtube: CINEO). Die Einsatzkräfte sind ständig gezwungen zu bremsen, da einige Autofahrer offenstichtlich nicht wissen, wie eine Rettungsgasse zu bilden ist und diese auch freigehalten werden muss. Großfahrzeuge der Feuerwehr haben es noch schwerer.

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