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Reanimation Feuerwehr Echlishausen. Foto: Jürgen Burkhart – Feuerwehr Echlishausen
Minuten fühlten sich für die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Echlishausen, die einen zusammengebrochenen Mann reanimierten, wie Stunden an. Foto: Jürgen Burkhart – Feuerwehr Echlishausen

Wenn Schutzengel Helme tragen

Am vergangenem Montag besuchte ein jetzt 59-jähriger Sendener die Freiwillige Feuerwehr Echlishausen (Bibertal/Kreis Günzburg) um ihnen zu danken.
Sowohl für den Sendener, der seinen Namen nicht im Internet lesen möchte, als auch für die Mitglieder der Feuerwehr Echlishausen war es ein normaler Tag, der 2. Mai 2017. Doch dieser Tag nahm noch einen dramatischen Lauf. Was war passiert?

Die Feuerwehrkräfte übten, einige Meter vom Feuerwehrhaus entfernt, seit Tagen für die bevorstehende Inspektion. So auch an diesem Dienstag. Es gibt bei der Inspektion verschiedene Trupps, die mit farbigen Bändchen am Helm gekennzeichnet werden. Eben diese hatten sie aber im Gerätehaus vergessen. Dies sollte sich am Ende als glücklicher Umstand herausstellen.

Der Sendener war an diesem Abend gegen 19.30 Uhr mit seinem PKW auf der Durchfahrt in Echlishausen unterwegs. Und hier endet seine Erinnerung. Er weiß nicht mehr, warum er genau auf Höhe des Feuerwehrhauses sein Fahrzeug rechts am Straßenrand anhielt, die Warnblinkanlage einschaltete und mit Handy und Autoschlüssel zur gegenüberliegenden kleinen Grünfläche lief. Dies hat er nur durch Erzählungen erfahren, dort brach er leblos zusammen.

Keiner weiß, wie lange er schon dort lag
Zeitgleich erkannten ein vorbeikommender Autofahrer und ein Feuerwehrmann, der die Bändchen holen wollte, den am Boden liegenden Mann. Er hatte schon eine richtig blaue Hautfarbe, berichteten sie. Der Feuerwehrmann rief sofort seine Kameraden hinzu. Ohne zu zögern begann Daniel Schleier mit der Beatmung, während Hans-Jörg Saltler mit der Herzdruckmassage anfing. Beide Feuerwehrler sind ausgebildete Ersthelfer und hatten in der Theorie alles schon mal geübt, doch real hat das eine ganz andere Dimension erzählen beide. Zwei weitere Feuerwehrkräfte holten mit dem Feuerwehrfahrzeug mit Blaulicht und Martinshorn von der Raiffeisenbank Bühl, den dort hängenden Defibrillator. Wieder andere wählten den Notruf.

Sie wussten, wo der nächste Defi zu finden ist
Sie legten den Defibrillator nach den gesprochenen Anweisungen an und das Gerät löste einen Schock aus. „Der Körper wurde dabei ganz schön geschüttelt“, wie sie sagten. Da kein Notarzt in der Nähe war, wurde dieser per Rettungshubschrauber aus Ulm geschickt. Bis nun Rettungswagen und Notarzt ankamen, löste der Defi bereits zum 3. Mal einen Schock aus. Während dieser Zeit beatmeten und drückten Schleier und Saltler unentwegt. Nach dem Eintreffen des Rettungsdienstpersonals übernahem diese die weiteren Maßnahmen. Der Patient konnte schließlich nach einem weiteren Schock ins Leben zurückgeholt werden, doch sein Herz pumpte noch nicht richtig. Er wurde mit dem Rettungswagen in das Bundeswehrkrankenhaus nach Ulm gefahren. Dort dauerte es einige Zeit, bis er medizinisch stabil war.

Der Mann war vorbelastet und hatte bereits einige Drahtgeflechte als Gefäßstütze (so genannte Stents). Jetzt, so weiß er zu berichten, hat er noch ein paar Stents mehr und auch einen eingepflanzten Defi. Sollte sein Herz nochmals aussetzen wird der einoperierte Defi aktiviert.

Er verdankt ihnen sein Leben
Am Montag war wieder eine Feuerwehrübung und zu dieser kam nun der damals reanimierte Sendener im Gerätehaus vorbei um sichtlich ergriffen den Anwesenden zu danken. „Wenn ihr nicht da gewesen wärt, könnte ich jetzt nicht hier stehen“, sagte er mit zittriger Stimme. Er war mit seiner Frau gekommen und ließ sich erzählen, was sich abspielte, da er keinerlei Erinnerungen daran hat. Auch für die Feuerwehrmänner war dieser Moment ein besonderer. Als Anerkennung überreichte der Sendener ein Kuvert mit einer kleinen Anerkennung, damit sie bei der nächsten Feier auf die tolle Leistung anstoßen können.

Trotz Stress ruhig reagiert
Kommandant Karl Burger ist stolz auf seine Mannschaft. Trotz der dramatischen Situation kehrte nach kurzer Hektik Ruhe ein und alles lief besonnen ab. Für Daniel Schleider war es nicht das erste Mal, das er als ausgebildeter Ersthelfer, sein Erlerntes anrufen musste und es sollte auch nicht das letzte Mal sein. Denn bereits am 10. Juni kam er als Ersthelfer zu einem Verkehrsunfall in Günzburg zufällig dazu.

Für den Senderner, der in der Zwischenzeit, dank der Feuerwehr Echlishausen, seinen 59. Geburtstag feiern konnte, trugen an diesem Abend – Anfang Mai – Schutzengel Helme.

Die Freiwillige Feuerwehr Echlishausen ist noch auf der Suche nach neuen Mitgliedern. Vielleicht hilft diese tolle Aktion dabei, Frauen und Männer zu animieren zur Feuerwehr zu gehen und so anderen zu helfen.

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