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ADAC fordert Schadenersatz vom Autokartell

ADAC-Chef August Markl will schnellstmögliche Aufklärung, ob den Autofahrern durch Kartell-Absprachen Nachteile entstanden sind, damit Schadenersatzansprüche juristisch geprüft werden können.
Markl sagte zu BamS: „Jetzt muss schnell aufgeklärt werden, ob und wie sehr die Verbraucher durch dieses Vorgehen in den letzten Jahren geschädigt worden sind. Danach müssen Behörden und Gerichte entscheiden, wie ein festgestellter Schaden erstattet werden kann.“

In der Abgas-Dieselaffäre fordert der ADAC-Präsident effektive Nachrüstungen durch die Autohersteller: „Wir haben getestet, dass Nachrüstungen effektiver sind als Updates. Würden beispielsweise die Hälfte der Euro-5-Diesel mit einem Update und Einsparpotenzial bis 25 Prozent versehen, würde das in den Städten weniger als zehn Prozent Schadstoffreduktion bringen. Das ist zwar besser als nichts, aber nicht genug.“

Auto-Professor Ferdinand Dudenhöffer erwartet Aufklärung aller betroffener Hersteller bei der IAA in Frankfurt: „Es gibt nur eine Chance, aus dem Schlamassel der Diesel- und Kartellaffäre heraus zu kommen. Entweder muss man die IAA absagen oder dort in acht Wochen echte Aufklärung und einen Neuanfang starten.“ Nur völlige Transparenz könne die verlorene Glaubwürdigkeit der Automobilindustrie zurückbringen.

Teuer könnte ein mögliches Kartell für die Konzerne werden. Anlegerschützer und DSW-Geschäftsführer Marc Tüngler droht bereits Aktionärsklagen an: „Sollte sich das bewahrheiten, wäre das ein Skandal, der die deutsche Automobilbranche deutlich ins Wanken bringt und Milliardenklagen nach sich zieht, die das bisher Gesehene noch übertreffen könnten.“ (Text und Foto: dts Nachrichtenagentur)

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