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BMW-Vorstand: „Verbotene Abschalteinrichtungen waren bei uns nie Thema“

BMW hat nach Aussage von Einkaufsvorstand Markus Duesmann nie erwogen, zu illegalen Mitteln zu greifen, um Diesel-Fahrzeuge günstig anbieten zu können: „Verbotene Abschalteinrichtungen waren bei uns nie ein Thema.
Wir haben nie darüber diskutiert, ob wir das machen“, sagte Duesmann, der von 2012 bis 2016 Leiter Antrieb bei BMW war, bevor er in den Vorstand aufrückte, der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwochsausgabe). Duesmann erklärte, wegen der kleinen Ad-Blue-Tanks des Konkurrenten Audi habe es bei BMW intern „großen Druck“ gegeben.

Audi schaffe längere Laufzeiten ohne Nachfüllen, sei also angenehmer im Betrieb. Das Marketing und der Vertrieb bei BMW, also die Verkäufer, hätten drängende Fragen gestellt. Ad Blue, ein Gemisch aus Harnstoff und Wasser, neutralisiert gesundheitsschädliche Stickoxide.

„Ich habe intern gesagt, wir können das technisch nicht anders als mit größeren Tanks, wir ziehen das durch“, sagte Duesmann der SZ. Die Maßgabe habe gelautet: „Wir bauen an Technik das ein, was notwendig ist, um die Grenzwerte in Europa und den USA einzuhalten.“ BMW habe damals vergeblich versucht, herauszufinden, wie Audi mit kleineren Tanks auskomme. „Wir waren nie davon ausgegangen, dass die Konkurrenz etwas macht, was illegal ist.“

Zu den großen Ad-Blue-Tanks kam bei BMW der sogenannte Speicher-Katalysator hinzu. Das habe für oftmals niedrigere Abgaswerte als bei vielen Konkurrenten gesorgt, sei aber teurer gewesen. Die Kombi-Lösung aus Ad Blue-Katalysator und Speicher-Kat koste an die 1.000 Euro pro Auto, sagte Duesmann.

„Das ist teuer, aber wir haben uns nun einmal entschlossen, möglichst saubere Autos zu bauen.“ Das Thema Diesel soll damals, in den Jahren 2012 und 2013, bei BMW bis in die Konzernspitze diskutiert worden sein, schreibt die SZ. Der Vorstand soll Duesmann darin bestärkt haben, seinen Weg weiter zu gehen. Bei BMW-Fahrzeugen in Europa wird der offizielle Stickoxid-Grenzwert auf dem Prüfstand zwar eingehalten, auf der Straße aber teils weit überschritten, anders als in den Vereinigten Staaten: „In den USA wurde mehr Wert auf niedrige Stickoxid-Emissionen gelegt, in Europa war ein niedriger Kohlendioxid-Ausstoß wichtiger. Diese unterschiedlichen Prämissen der Politik haben wir berücksichtigt“, sagte Duesmann dazu. (dts Nachrichtenagentur)

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