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Verkehrsunfallstatistik 2017 im Bereich der Polizeiinspektion Neu-Ulm

Die Polizeiinspektion Neu-Ulm hatte heute, am 07.03.2018, die Verkehrsunfallstatistik für das abgelaufene Jahr 2017 veröffentlicht.

Unfallentwicklung allgemein
Im Jahr 2017 wurden im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Neu-Ulm 2590 Verkehrsun-fälle (2422 im Jahr 2016) bearbeitet. Dies bedeutet ein Plus von 6,98 Prozent.

1473 (1374) der registrierten Verkehrsunfälle waren sogenannte nicht qualifizierte Kleinunfälle (z.B.: Auffahrunfälle ohne Personenschaden, Unfälle beim Ein- bzw. Ausparken). Hier haben wir einen Anstieg zum Vorjahr von 7,21 Prozent.

Die Zahl der qualifizierten Verkehrsunfälle ohne Personenschaden stieg von 674 auf 721 (plus 6,97 Prozent). Einen Anstieg gibt es auch bei Unfällen mit verletzten Personen von 374 auf 396 (plus 5,88 Prozent).

Die Zahl der an Unfällen verletzten Personen stieg auf 482 (457). Davon wurden 429 (409) Per-sonen leicht und 53 (48) Personen schwer verletzt.

2017 hatten wir erfreulicherweise keine Verkehrstoten zu beklagen. 2016 kamen bei Unfällen drei Personen ums Leben.

Auf dem Gebiet der Großen Kreisstadt Neu-Ulm ereigneten sich 2279 (2147) Verkehrsunfälle, in den Gemeinden Elchingen 157 (135) und Nersingen 154 (140). Auf der Fläche haben wir unge-fähr wieder die Unfallzahlen von 2015. Für die Stadt Neu-Ulm haben wir eine Erhöhung im Be-reich von 6,2 Prozent.

Anmerkung: Nicht berücksichtigt sind hier Unfälle auf der BAB A 8, 7 und der B 28 und der B30.

Aufgliederung der Unfälle

  • Unfälle unter Alkohol- und Drogenbeeinflussung
    28 Personen (2016: 30) haben Unfälle unter Alkoholeinwirkung verursacht. Dies bedeutet einen Rückgang von ca. 6,6 Prozent. Unter Drogeneinwirkung ereigneten sich zwei Unfälle (1). Im Jahr 2017 wurden insgesamt 307 Verstöße wegen Alkoholeinfluss (plus 22 %) und 121 (plus 30 %) wegen Drogeneinfluss am Steuer festgestellt. Diese Zahlen (Unfälle und festgestellte Verstöße) zeigen, dass noch viel zu viele Fahrzeugführer unter dem Einfluss von berauschendem Mitteln am Straßenverkehr teilnehmen.
  • Unfallflucht
    Wegen unerlaubtem Entfernen vom Unfallort wurde im Jahr 2017 insgesamt in 483 Fällen ermittelt (Vorjahr: 461). In 172 Fällen (ca. 35,6 %) konnte die Unfallflucht geklärt werden.
  • Radfahrer
    Fahrradfahrer waren an 158 Unfällen beteiligt (2016: 169). Es wurden 143 Radfahrer verletzt Trotz gefallener Unfallanzahl blieb die Zahl der Radfahrer als Verursacher auf dem Stand von 2016. Somit stieg die Beteiligung als Verursacher von 63 auf 69 Prozent.
  • Fußgänger
    An 40 Verkehrsunfällen waren Fußgänger beteiligt. Es wurden 36 Personen verletzt (2016: 32).
  • Kradfahrer
    Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit beteiligten Kradfahrern blieb mit 38 annähernd gleich. 36 Kradfahrer (29) wurden verletzt.
  • Schulwegunfälle
    Im Jahr 2017 ereigneten sich sechs (2016: 9) Schulwegunfälle bei denen fünf (2016: acht) Kin-der leicht und, wie im Vorjahr, ein Kind schwer verletzt wurden. Jeder Unfallort wurde hinsichtlich Verbesserungsmöglichkeiten überprüft. Alle Unfälle ereigneten sich auf unterschiedliche Weise.
  • Wildunfälle
    Bei den Wildunfällen haben wir 2017 einen Rückgang zu verzeichnen. Es eigneten sich 127 (142) Wildunfälle.
  • Geschwindigkeitsunfälle
    Die Zahl der Unfälle, die durch nicht angepasste Geschwindigkeit verursacht wurden, verringerte sich im Jahr 2017 auf 48 Unfälle (56). Mit 48 Unfällen 2017 liegen wir unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre.Im Dienstbereich wurden 1094 Geschwindigkeitsüberwachungen (1755 Stunden) durchgeführt. Gegen 99 Personen musste ein Fahrverbot ausgesprochen werden. Die Beanstandungsquote liegt bei ca. 3,7 Prozent.
  • Ablenkung
    Eine Statistik hinsichtlich der Unfallursache „Ablenkung im Straßenverkehr“ gibt es derzeit nicht. Es gibt verschiedene Studien die besagen, dass bis zu 30 Prozent aller Unfälle in diesem Zusammenhang stehen könnten.Eine Umfrage im Auftrag des DVR (Deutscher Verkehrssicherheitsrat) ergab, dass 61 Prozent der Befragten sich in bestimmten Situationen im Straßenverkehr durch das Handy ablenken las-sen. Von diesen 61 Prozent gaben 55 Prozent an, dass sie jemanden anrufen, obwohl sie wissen, dass die Person gerade im Straßenverkehr unterwegs ist.Auch wenn das Handy der Ablenkungsfaktor Nummer 1 sein dürfe, so gibt es weitere Faktoren wie: Navi, Radio, Essen, Trinken, angeregte Unterhaltung usw.

    Eine Auswertung der Unfallursache „unzureichender Abstand“ ergab für 2017 insgesamt 395 Unfälle (2016: 380). Hierbei wurden 107 Personen verletzt (2016: 79).

    Unter diesem Gesichtspunkt wurden die Kontrollen hinsichtlich unerlaubter Handynutzung in den letzten Jahren intensiviert.

    Musste 2015 gegen 380 Verkehrsteilnehmer ein Bußgeldverfahren eingeleitet werden, so waren es letztes Jahr 699.

Zusammenfassung
Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Neu-Ulm ist erneut gestiegen. Die Zahl der schwerverletzten Personen stieg leider auf 53 Personen an. Auch im Bereich der leicht verletzten Personen ist die Zahl auf 439 gestiegen.

Die häufigsten Unfallursachen sind weiterhin Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren in den fließenden Verkehr, Vorfahrt und ungenügender Sicherheitsabstand. Ca. 50 Prozent aller Unfälle sind auf diese Ursachen zurückzuführen.

Am Allgäuer Ring in Neu-Ulm sank die Unfallzahl 2017 um ca. 22 Prozent von 68 auf 53. Die Anzahl der Unfälle mit verletzten Personen blieb mit 14 im Bereich der Vorjahre. An neun Unfällen waren Radfahrer und an vier Unfällen Fußgänger beteiligt. Einen deutlichen Rückgang gab es hier bei den Kleinunfällen von 42 (2016) auf 30 (2017).

Der Anteil aller verletzten Personen beträgt allein aus dem Bereich der schwachen Verkehrsteil-nehmer ca. 48 Prozent. Die Polizei empfiehlt gerade diesen Verkehrsteilnehmer durch entsprechende Schutzmaßnahmen (z. B.: reflektierende Kleidung, Fahrradhelm) ihre Erkennbarkeit zu steigern und das Verletzungsrisiko dadurch zu senken.

Wie in den Vorjahren liegt der Schwerpunkt bei der Unfallzeit im Zeitraum zwischen 14.00 und 18.00 Uhr. Bei den Wochentagen war im Jahr 2017 wieder der Freitag auffällig. Gefolgt wird er vom Montag.

Im Rahmen der Zusammenarbeit von LRA Neu-Ulm, Stadt Neu-Ulm, Staatlichem Bauamt Krumbach und der Polizeiinspektion Neu-Ulm werden die Unfälle laufend ausgewertet und Unfallschwerpunkte beobachtet bzw. durch sinnvolle Verkehrsführung oder bauliche Maßnahmen entschärft.

Ausblick
Ein Hauptaugenmerk wird die Polizeiinspektion Neu-Ulm im Jahr 2018 erneut auf die widerrechtliche Nutzung von Handys und sonstigen Ablenkungen legen.

Weiter werden Geschwindigkeitsüberwachungen und Kontrollen hinsichtlich Alkohol- und Drogenkonsum vorgenommen.

Dienststellenleiter Polizeioberrat Marcus Hörmann:
„Neueste Studien belegen, dass Ablenkung im Straßenverkehr für bis zu 30 % aller Unfälle ur-sächlich sein kann, die Unfallfolgen oft dramatisch sind. Auch im Bereich Neu-Ulm stellen wir seit Jahren einen stetigen Anstieg der Beanstandungen von Ablenkungen im Straßenverkehr fest. Allein die Anzahl der „Handyverstöße“ im Straßenverkehr hat sich seit 2015 nahezu verdoppelt. Wir werden daher weiter auf die Gefahren aufmerksam machen und Verstöße konsequent ahn-den. Das Ziel ist es, eine Verhaltensänderung beim Verkehrsteilnehmer zu erreichen.“

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