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An diesen Stellen werden automatische Poller eingebaut, um die Fußgängerzone in Günzburg über den Sommer zu schützen. Grafik: Stadtbauamt, Tiefbau/ Stadt Günzburg

„Sicherheit vor Befahrbarkeit“ – Automatische Poller auf dem Marktplatz Günzburg

Fußgängerzone auf dem Günzburger Marktplatz wird künftig in den Sommermonaten mit automatischen Pollern geschützt – Stadtrat beschließt mit großer Mehrheit den Bau

Zum Schutz der Fußgänger im Sommer wird die Fußgängerzone auf dem Marktplatz beidseitig mit automatischen Pollern vor motorisiertem Verkehr geschützt. Für den Lieferverkehr, die Anlieger und Hotelgäste ist die uneingeschränkte Befahrbarkeit täglich in zwei Zeitfenstern garantiert. Nach ausführlichen Planungen, zahlreichen Gesprächen, Tests und Begehungen schaffte der Günzburger Stadtrat nun Tatsachen: mit 23 zu zwei Stimmen stimmte er eindeutig für den Umbau. Dieser sieht automatisch versenkbare Poller an der östlichen Zufahrt und westlich des Guntiabrunnens vor.

Er ist für die Einheimischen wie für die Gäste das pulsierende Herz der Stadt: der Marktplatz. Im Sommer ist er das vor allem aufgrund der Fußgängerzone, die umrahmt von den historischen Gebäuden, dem Brunnen und der Freiluft-Gastronomie die einzigartige Atmosphäre schafft. Zu viele Durchfahrten zwangen jetzt zum Handeln, um den Status „Fußgängerzone“ zu erhalten. Eine Verkehrszählung im Mai ergab, dass am Tag etwa 460 Fahrzeuge, davon 26 Busse und 21 Lastwagen den Marktplatz befahren und damit zur Gefahr für Fußgänger und spielende Kinder werden. Ein Drittel der Autofahrer, also fünf bis zehn pro Stunde, überqueren den Marktplatz dabei unerlaubt. Plakative Straßenschilder und mit Pflanztrögen versperrte Wege hielten diese leider nicht ab.

Ganz unterschiedliche Bedürfnisse gilt es in der Altstadt zu befriedigen: Händler und Gastronomen müssen beliefert werden können, Dienstleister müssen erreichbar sein, Anlieger müssen selbstverständlich zu ihren Anwesen kommen und diejenigen, die zum Verweilen kommen, erwarten Verkehrssicherheit. „Wir wollen den größtmöglichen Nenner für alle Gruppen erreichen“, erklärte Oberbürgermeister Gerhard Jauernig sein Ziel. Drei Umbaumöglichkeiten mit Pollern wurden deshalb intensiv diskutiert. Stark miteinbezogen in die Planungen und Begehungen war auch die örtliche Polizeiinspektion. Ebenfalls eingeladen waren die Cityinitiative sowie die Wirtschaftsvereinigung.

Bei allen drei Varianten sollen zukünftig nur noch die Sicherheitskräfte und der Stadtbus die technische Möglichkeit erhalten, die Poller abzusenken. Weitere Berechtigungen zum Öffnen der Sperrung schloss der Stadtrat eindeutig aus.Während des Wochenmarkts kommen bereits heute Steckpoller etwas westlich des Guntiabrunnens zum Einsatz. Eine Mittelsperrung mit Polleranlage nur an dieser Stelle würde zwar die Durchfahrbarkeit verhindern, allerdings könnte weiterhin von beiden Seiten auf den Marktplatz gefahren werden. Außerdem käme es genau in den Bereichen zu Wendemanövern, in denen sich die meisten Fußgänger aufhalten.

Das Gleiche gilt für eine reine Ostsperrung des Marktplatzes von der Dillinger Straße, bzw. Augsburger Straße her. Zwar könnte ergänzend der Bereich um den Guntiabrunnen noch auffälliger als Beginn der Fußgängerzone gestaltet werden – eine Einfahrt ausschließen würde das allerdings nicht.

Durch die Kombination der beiden Sperrungen mittels automatischen, versenkbaren Pollern ergibt sich der größte Effekt auf die Aufenthaltsqualität sowie Sicherheit. Mittags und abends kann die Überquerung des Marktplatzes versperrt werden: im Sommer stehen die Poller von 11 bis 14 Uhr sowie von 17 bis 2 Uhr oben. Der Lieferverkehr kann vor 11 Uhr und von 14 bis 17 Uhr stattfinden. Die anderen Zufahrtsberechtigten, wie Anwohner, müssen in der Zeit, in welchen die Poller den Marktplatz sichern, Umwege in Kauf nehmen. „Sicherheit geht vor Befahrbarkeit. Die Menschen sollen unseren Marktplatz weiter erleben, auf ihm verweilen und ihn genießen können. Mit unserem Beschluss decken wir das größtmögliche Spektrum an Interessen ab. Und unser Marktplatz bleibt Ort des Handels und des Begegnens, wie er es seit Jahrhunderten ist“, sagte Oberbürgermeister Gerhard Jauernig.

Der Umbau kostet etwa 285.000 Euro. Installiert werden zwei automatische Hochsicherheitspoller als Mittelsperrung sowie drei automatische Poller als Ostsperrung. Baulich umgesetzt werden soll die Maßnahme im Frühsommer 2019.

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