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Zwei Männer beim Elektrofischen foto_nicole_kalinowski
Beim Elektrofischen werden die Fische kurz betäubt – eine schonende Methode zur Erfassung der Bestände. Das dafür nötige Equipment ist auf der Messe „Jagen und Fischen“ zu sehen. Bild: Nicole Kalinowski

Fischereifachberatung hilft Fischen auf die Flossen

Beim Auftritt der Fischereifachberatung des Bezirk Schwaben bei der Messe Jagen und Fischen vom 17. bis 20. Januar 2019 in Augsburg tauchen die Besucher tief in das Leben in den schwäbischen Gewässern ein.

Um den ökologischen Zustand von Gewässern zu beurteilen, ist der Fischbestand einer der wesentlichen Indikatoren. Die Schuppenträger zeigen die tatsächlichen Defizite der Gewässer am besten auf: „Selbst wenn Kleinlebewesen, Nährstoffbelastung und Pflanzenwachstum in Ordnung sind, haben die Fische meist das letzte Wort bezüglich der Ökologie“, erklärt Dr. Oliver Born, Leiter der Fischereifachberatung im Bezirk Schwaben. Schwerpunkt ist zurzeit die Untersuchung der Fischbestände Schwabens.

Das schonendste Verfahren zur Bestimmung ist der Elektrofischfang, bei welchem die Tiere durch elektrischen Strom kurz betäubt werden. So kann man sie registrieren und Art, Alter und Anzahl der Fische notieren. Anschließend werden sie schonend in die Gewässer zurückgesetzt. Dafür haben die Mitarbeiter der Fischereifachberatung ihr gesamtes Equipment mitgebracht und einsatzbereit aufgebaut. Das Boot mit der Fang-Anode, Netze, Kescher, Gummihosen und auch die Art der Datenerfassung stellen in Kombination mit Filmmaterial die Untersuchungsmethodik lebensnah dar. „Gerne erklären wir den Besuchern weitere Details, wie zum Beispiel den Radius der Anode, wie lange die Fische betäubt sind und was wir bislang über die Fischbestände herausgefunden haben“, so Dr. Born. Die Vielfalt aus den Gewässern schaut man sich dann live in den Aquarien rundherum an. „Die Menschen sind sehr interessiert daran, welche Fischarten in welchem Bach oder Fluss leben. Das ist nicht nur für Fischer wichtig, sondern das finden auch Gewässerökologen und Naturliebhaber spannend“, weiß Dr. Born.

Anhand dieser Untersuchungen können unter anderem sehr viele Fragen im Rahmen der EU-Wasserrahmenrichtlinie beantwortet und nötige Maßnahmen für die Verbesserung des Gewässerzustandes abgeleitet werden. Die konkrete Umsetzung erfolgt dann durch die Wasserwirtschaftsämter. „Gerade in sogenannten FFH-Gebieten (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union) ist der Bestand spezieller Fischarten, wie zum Beispiel Koppe, Huchen, Rapfen und Bitterling, zu sichern und zu fördern“, erläutert Dr. Born. Die fischereilichen Beiträge für die Managementpläne erarbeitet das Team der Fischereifachberatung auf Basis der Erhebungen vor Ort. So trägt die spannende tägliche Arbeit der Fischereifachberatung dazu bei, dass den Fischen auf die Flossen geholfen wird.

Weitere Informationen zur Messe „Jagen und Fischen“: www.jagenundfischen.de

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