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Dies sind die Teilnehmer und die Organisatoren des Workshops Konfliktmanagement. Foto: Polizei

Schulbusfahrertraining: Gemeinschaftsaktion „Sicher unterwegs – Sicher nach Hause“

Der Workshop Konfliktmanagement für Schulbusfahrer fand am 19.01.2019 bei der Polizeiinspektion Dillingen a.d.Donau statt.

Versierte Ratschläge eines Expertenteams zur Erhöhung der Handlungssicherheit im täglichen Schulbusverkehr, Verbesserungen im Verhalten in Konflikt- und Stresssituationen aber auch der gemeinsame Erfahrungsaustausch unter Schulbusfahrerkollegen – diese Punkte standen unter dem Leitgedanken zur Auftaktveranstaltung der diesjährigen Gemeinschaftsaktion „Sicher zur Schule – Sicher nach Hause“, die am 19.01.2019 um 08.30 Uhr bei der Polizeiinspektion Dillingen abgehalten wurde. Fünfzehn berufserfahrene Schulbusfahrerinnen und Schulbusfahrer aus vier regional ansässigen Busbetrieben fanden sich im Tagungsraum der Dillinger Polizei ein und erarbeiteten gemeinsam Lösungsmöglichkeiten für Konflikt- und Stressbewältigung, Problemen, denen sie tagtäglich bei der Ausübung ihres Berufs ausgesetzt sind.

Nachdem Erster Polizeihauptkommissar Hubert Schröder vom Bayerischen Staatsministerium des Innern für Bau und Verkehr über die Schulwegsicherheit berichtete und Begriffe wie Verkehrserziehung und Verkehrsaufklärung erläuterte, stellte er die aktuellen Unfallzahlen in Bayern vor. Diese befinden sich im öffentlichen Personennahverkehr statistisch gesehen im unteren Bereich. „Der Schulbusfahrer steht besonders im Focus der Öffentlichkeit, ihm kommt insbesondere bei der Beförderung von Schulkindern eine tragende Rolle mit hoher Verantwortung zu“ konstatierte der Münchner Referent.

Der aus Regensburg angereiste Diplompsychologe Peter Erl-Knorr führte die Anwesenden in das Schwerpunktthema Konfliktmanagement für Schulbusfahrer ein. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der Seminarteilnehmer bereiteten diese in Teamarbeit sowohl angenehme als auch unliebsame Ereignisse im Laufe ihres Busfahrerlebens auf. Wie sich herausstellte, wurden sie mit den unterschiedlichsten Konfliktsituationen konfrontiert. Da gibt es manch aufmüpfigen Zeitgenossen im hinteren Teil des Busses, der Unruhe stiftet oder das Gedränge der Schüler an der Haltestelle, jeden Tag beim Einsteigen in den Schulbus. Solche Situationen bedeuten für die Fahrer permanent Stress. Doch auch erfreuliche Worte gab es seitens der Seminarteilnehmer. Die freundliche Begrüßung des Abc-Schützen am Morgen oder die redselige Schülerin die erzählt, dass es zu Hause Ärger gegeben hat und nun um Rat sucht. Ja, auch ein Schulbusfahrer muss ein bisschen Psychologe sein, da waren sich die Anwesenden einig.

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(v.l.) Dipl-Psychologe Peter Erl-Knorr aus Regensburg, Vorstandsmitglied der Kreisverkehrswacht Dillingen PHM Gunther Hetz, PHK Ernst Öxler, Sachbearbeiter Verkehr PI Dillingen sowie EPHK Hubert Schröder, Bayerischer Staatsministerium des Inneren für Bau und Verkehr. Foto: Polizei

Für die erforderlichen Konfliktlösungen beleuchtete der Diplompsychologe die einzelnen Phasen eines Konfliktverlaufs, nämlich die Anlässe für Meinungsverschiedenheiten, wie Spannungen entstehen, erkannt und ausgetragen werden. Oftmals führe auch die nonverbale Kommunikation des Busfahrers zu einer Ablehnung seiner Position als Chef im Bus, etwa wenn ihm eine schlechte Laune im Gesicht anzusehen ist. „Aber ich kann doch nicht immer nur froh gestimmt wirken“, macht ein Teilnehmer auf sich aufmerksam. „Außerdem muss ich mich doch auf so gut wie auf alles konzentrieren.“ Ein Argument, das seine Berechtigung hat. Denn die Chauffeure der Schüler müssen sich am Steuer ihrer Omnibusse nicht nur den hohen Leistungsprofilen im Straßenverkehr stellen. Busfahren ist mehr! – Stetes besonnenes Handeln und Sich-nicht-provozieren-lassen sind Voraussetzungen, die ein Schulbusfahrer mit sich bringen muss. Auch ist er Garant für die Sicherheit im Bus. Werden seine Anweisungen nicht befolgt oder lassen sich störende, die Sicherheit im Bus gefährdende Aktionen nicht abstellen, soll die Polizei gerufen werden. „Wir unterbinden Straftaten und können Platzverweise aussprechen“, so Polizeihauptkommissar Ernst Öxler, der als Sachbearbeiter für Verkehrsangelegenheiten der Polizeiinspektion Dillingen die Gemeinschaftsaktion mitorganisiert hat. „Auch wenn es dann zu Verzögerungen im Fahrplan kommen kann, die Sicherheit am und im Schulbus geht vor“ lautet die Aussage des Polizeihauptkommissars zu den rechtlichen Möglichkeiten bei Problemsituationen.

Zum Schluss der Veranstaltung wandten sich die Seminarbesucher mit verschiedenen Belangen an die Podiumsredner. So bereitet es allzu oft Schwierigkeiten beim Ausfahren aus Bushaltestellen in den fließenden Verkehr. Mal liegt es an der baulichen Gegebenheit der Haltestelle oder an der Ampelschaltung, oft ist aber auch das rücksichtslose Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer Schuld an der Misere. „Viele Autofahrer interessiert es überhaupt nicht, dass wir einen Fahrplan einzuhalten haben. Die denken doch nur an sich“ meint ein Teilnehmer und äußert seinen Wunsch auf rücksichtsvolleres Verhalten gegenüber den Busfahrern. Dass Bushaltestellen von Autos zugeparkt sind, ist den Kursteilnehmern ein Dorn im Auge. Oft sind es die sogenannten ‚Helikoptermütter‘, die ihre Kinder mit dem Auto von zu Hause direkt vor den Schuleingang fahren und dort absetzen oder von dort wieder abholen. Es wird gehalten und geparkt, wo der Bus nicht mehr anfahren kann. Das ist nicht erlaubt! Denn es besteht Gefahr für die Schulkinder beim Ein- und Aussteigen, wenn der Omnibusfahrer sein Beförderungsmittel auf der Straße anstatt in der für ihn vorgesehenen Bucht zum Halten bringen muss. Auch wurde in vielen Fällen die Erziehung der Schulkinder im Elternhaus bemängelt. Denn Verkehrserziehung beginnt bereits zu Hause. Ein Appell an die Eltern. Lernen sie ihren Sprösslingen kein respektvolles Verhalten gegenüber den Schulbusfahrern, so scheint es nicht verwunderlich, wenn sie sich in die Schulbusgemeinschaft mit all ihren Regeln nicht integrieren können und sich dadurch selbst ausgrenzen.

Nach etwa fünfstündiger Dauer endete die Veranstaltung. Wie von den Teilnehmern zu erfahren war, üben sie ihre anspruchsvollen Jobs trotz der mannigfachen Schwierigkeiten gerne aus und sehen ihren Beruf als Berufung. Die Organisatoren der Gemeinschaftsaktion dankten den Besuchern für die Teilnahme und ihr reges Interesse am Seminar und verabschiedeten sie in ihr wohlverdientes Wochenende.

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