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Seniorin weint traurig
Symbolfoto: GordonGrand - Fotolia

Kreis Unterallgäu: Dreiste Betrüger ergaunern von Seniorin 33.000 Euro

Am vergangenen Wochenende haben mehrere Bürgerinnen und Bürger erneut Anrufe von falschen Polizeibeamten bekommen.

In den meisten Fällen wurde vorgetäuscht, dass in der Nachbarschaft Einbrecher festgenommen worden seien. Bei diesen Einbrechern wäre eine Liste mit weiteren möglichen Einbruchsopfer aufgefunden worden. Um Wertgegenstände vor Diebstahl zu schützen, sollten diese Polizeibeamten übergeben und zur Sicherheit in amtliche Verwahrung gegeben werden. Die Angerufenen erkannten die Masche und gingen nicht auf die Gespräche ein bzw. beendeten diese sofort.

Die Betrugsmasche ist nicht neu und wird von Betrügern perfide angewandt und fortgeführt. Im Falle einer Unterallgäuer Seniorin gingen die Unbekannten besonders rücksichtlos vor.

Vermeidlicher Kriminalkommissar rief an
Vergangene Woche erstatte die Frau Anzeige bei der Polizei, nachdem ein „Kriminalkommissar“ anrief und sie überredet hatte, 18.000 Euro bei einem Kreditinstitut abzuheben und an einen ihr unbekannten Abholer zu übergeben.

Noch am Tag der Anzeigenerstattung nahmen die Betrüger erneut Kontakt mit der Geschädigten auf. Obwohl die Frau die Unbekannten im Gespräch darauf hinwies, Anzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle erstattet zu haben, gelang es den Betrügern durch geschickte Gesprächsführung und Verunglimpfung der örtlichen Polizeiinspektion sie erneut davon zu überzeugen, 15.000 Euro abzuheben. Die Frau wurde instruiert, den Bargeldbetrag an einen Kurier zu übergeben. Letztendlich folgte sie den Anweisungen.

Als die Betrüger zwei Tage später erneut mit der Rentnerin telefonisch Kontakt aufnahmen und Geld forderten, wandte sie sich an die örtliche Polizeidienststelle. Eine weitere Geldübergabe konnte dadurch verhindert werden.

Die Polizei rät eindringlich zu folgenden Verhaltensweisen:

  • Geben Sie am Telefon nie Auskunft über Vermögensverhältnisse
  • Behörden fordern nie auf solche Art und Weise Geld oder Vermögenswerte von Ihnen
  • Setzen sie Familienangehörige über diese Vorgehensweisen in Kenntnis
  • Informieren Sie bei derartigen Anrufen Ihre Angehörigen
  • In Bayern erhalten Sie keine Anrufe von der Notrufnummer 110!
  • Rufen Sie bei dem geringsten Zweifel den Polizeinotruf 110
  • Lassen Sie keine unbekannten Personen in Ihre Wohnung
  • Weitere Präventionshinweise und sonstige Informationen zum Thema „Falsche Polizeibeamte“:

Betrüger sind wortgewandt und geschickt in der Gesprächsführung
Die äußerst professionellen und sehr sprachgewandten Anrufer stellen sich als Polizeibeamte, oder auch andere behördliche Vertreter vor. Durch geschickte Manipulation und wiederholte, teils über Wochen dauernde Kontaktaufnahme gelingt es ihnen, ein starkes Vertrauensverhältnis zu ihren Opfern aufzubauen. Um sich zu legitimieren wird das Opfer teils aufgefordert bei der örtlichen Polizeidienststelle zurückzurufen. Der Täter täuscht dann durch das Einspielen eines Freizeichens vor, dass die Verbindung unterbrochen wurde, obwohl diese noch weiter besteht. Wenn das Opfer nun die Nummer der örtlichen Polizei oder die 110 wählt, wird keine neue Verbindung aufgebaut. Stattdessen täuscht derselbe Täter oder ein Komplize vor, den Anruf als „richtige Polizei“ wieder anzunehmen.

Wichtiger Hinweis:
Trennen Sie die Verbindung durch Auflegen und wenden sie sich an die Notrufnummer 110, wenn möglich von einem anderen Telefon. Lassen Sie sich nicht verbinden!

Im Display angezeigte Nummer kann manipuliert sein
Die im Telefondisplay der Angerufenen angezeigte Rufnummer kann von den Tätern über eine Software manipuliert werden. Im Falle falscher Polizeibeamter wird teils die Rufnummer der örtlichen Polizeidienststelle oder die örtliche Vorwahl in der Verbindung mit der 110 angezeigt. Die Anzeige einer bekannten Rufnummer ist also kein Grund für falsches Vertrauen.

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