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Motorrad mit Motorradfahrer
Symbolfoto: oneinchpunch

Mit Umsicht gut ankommen – Start in die neue Motorradsaison

Endlich wieder Frühling – die in Bikerkreisen bereits lang ersehnten ersten schönen Sonnentage sind endlich da!

Viele Motorradfahrer haben bereits ihre Maschinen wieder aus dem Winterquartier geholt, um erste Spritztouren zu unternehmen. Leider ereigneten sich gleich zu Beginn der noch so jungen Motorradsaison im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West zwei tödliche Verkehrsunfälle, bei denen zwei Motorradfahrer ums Leben kamen. Da auch an diesem Wochenende wieder mit frühlingshaften Temperaturen und somit vielen Motorradfahrern auf den Straßen zu rechnen ist, heißt es für alle Verkehrsteilnehmer besonders aufmerksam zu sein.

Als trauriger Auftakt wurde bereits Ende Februar die neue Saison vom ersten tödlichen Unfall überschattet. Ein 60-jähriger Motorradfahrer aus dem Unterallgäu wurde bei Kettershausen bei einem Zusammenstoß mit einem Traktor getötet. Nur wenige Tage später verlor ein 36-jähriger Biker aus dem Ostallgäu bei einem Unfall bei Unterthingau, ebenfalls bei einem Zusammenstoß mit einem landwirtschaftlichen Gespann, sein Leben.

Insgesamt ereigneten sich im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West im letzten Jahr 574 Motorradunfälle. Zehn Motorradfahrer erlitten hierbei tödliche Verletzungen und 538 Motorradbenutzer wurden zum Teil schwer verletzt. 2019 sind bereits 16 Verkehrsunfälle mit zwei getöteten sowie elf teils schwerverletzten Motorradfahrern zu verzeichnen.

Hohes Verletzungsrisiko

Die Unfallstatistik zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit bei einem Verkehrsunfall als motorisierter Zweiradfahrer verletzt zu werden, fünf Mal höher ist als bei einem Pkw-Insassen. Die rund 860.000 Motorradfahrer in Bayern bilden neben Kindern, Fußgängern und Radfahrern die Hauptunfallrisikogruppe bei schweren Verkehrsunfällen.

Fast alle Motorradunfälle haben Verletzungen zur Folge, wogegen etwa zwei Drittel aller Autofahrer bei Kollisionen unverletzt bleiben. Die Hauptunfallursachen bei Motorradunfällen sind nach wie vor eine nicht angepasste bzw. überhöhte Geschwindigkeit, Kurvenschneiden sowie Fehler beim Überholen. Mehr als die Hälfte der beteiligten Motorradfahrer hatten den Unfall selbst verursacht.

Deshalb werden die Polizeidienststellen an den relevanten Stellen, insbesondere im Bereich der bei Bikern besonders beliebten Strecken, verstärkte Geschwindigkeitsüberwachungen durchführen. Hierbei werden die Dienststellen wieder tatkräftig von den Beamten der Kontrollgruppe Motorrad des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West unterstützt.

Gerade zu Saisonbeginn fehlt vielen Fahrern zunächst noch die Routine. Entsprechend vorsichtig sollten daher die ersten Kilometer auf zwei Rädern angegangen werden. Ein Fahrsicherheitstraining zu Saisonbeginn ist sehr zu empfehlen. Insbesondere müssen Biker im Frühjahr immer damit rechnen, dass Autofahrer über die Wintermonate Aufmerksamkeit und Begegnungen mit motorisierten Zweirädern „verlernt” haben.

Aber auch die Verkehrsteilnehmer auf vier Rädern, also Pkw-, Lkw- und Busfahrer, sind gefordert. Sie sollten sich zum Saisonbeginn auf die veränderten Verhältnisse einstellen und immer mit den motorisierten Zweiradfahrern rechnen.

Einsatz der „Kontrollgruppe Motorrad“

Die Kontrollgruppe Motorrad des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West kontrollierte im vergangenen Jahr insgesamt ca. 2.500 Motorradfahrer; hiervon mussten 955 Fahrer beanstandet werden, dies entspricht einem Anteil von 38 Prozent. Die Beamten leiteten 56 Straf- und 370 Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. 191 Motorradfahrer wurden gebührenpflichtig verwarnt. 24 Bikern wurde die Weiterfahrt aufgrund sicherheitstechnischer Mängel an Ort und Stelle untersagt.

Auch in dieser Saison sind die Beamten auf ihren Krädern wieder unterwegs und legen besonderes Augenmerk auf die Verfolgung von unfallursächlichen Verhaltensverstößen, wie z.B. überhöhte Geschwindigkeit und verbotswidriges Überholen.

Präventionsveranstaltung des PP Schwaben Süd/West – Termin vormerken!

Zu Beginn der Motorradsaison 2019 informiert das PP Schwaben Süd/West im Rahmen des Kemptener Mobilitätstages, der am 4. Mai stattfindet, interessierte Besucher zum Thema Motorradsicherheit. Die Kontrollgruppe Motorrad wird mit ihrem Infostand am St. Mangplatz in Zusammenarbeit mit DEKRA und BRK insbesondere auf die Gefahren in Zusammenhang mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen und den möglichen schweren Unfallfolgen eingehen. Darüber hinaus werden wichtige Verhaltenstipps gegeben.

Abschließend dürfen wir noch auf die bayernweite 19. Verkehrssicherheitsaktion „Ankommen statt Umkommen“ des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration mit einer Motorradsternfahrt nach Kulmbach/Oberfranken am 28.04.2019 hinweisen. Das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West wird sich auch in diesem Jahr wieder an der Sternfahrt beteiligen und interessierte Motorradgruppen sicher nach Kulmbach begleiten.

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