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Wer kontaktiert Sie morgen? Tochter, Sohn oder Microsoft-Mitarbeiter?

Im Laufe der letzten Woche knüpften Betrüger ihren Opfern wieder viel Geld ab. Sie gaben sich per Kurznachricht am Handy als Sohn oder Tochter aus und am Festnetztelefon als Microsoft-Mitarbeiter.

Falscher Microsoft-Mitarbeiter?

Am vergangenen Donnerstagnachmittag erhielt ein 78-Jähriger Mann aus dem südlichen Neu-Ulmer Landkreis den Anruf eines vermeintlichen Microsoft-Mitarbeiters. Dieser täuschte den Mann in einem über sechs Stunden andauernden Telefonat, sodass er diverse sensible Daten angab. Darunter waren auch Kontodaten und Transaktionsnummern. Der Unbekannte tätigte vom Konto des Mannes über 30 Überweisungen. Der so entstandene finanzielle Schaden liegt bei über 3.000 Euro.

Der Trend
Dieses Jahr ereigneten sich bisher 23 erfolgreiche Betrugsfälle im Polizeipräsidium Schwaben Süd/West, bei denen sich die Täter als Microsoft-Mitarbeiter ausgaben. Sie erbeuteten insgesamt knapp 100.000 Euro. Im Landkreis Neu-Ulm fanden davon fünf Fälle statt, wobei eine Beute von über 40.000 Euro gemacht wurde.

Falsche Töchter oder falsche Söhne?

Die Fälle

Im Bereich der Polizeiinspektionen Burgau, Krumbach, Illertissen und Mindelheim ereigneten sich innerhalb der letzten Woche erfolgreiche Betrugsfälle über Kurznachrichten auf dem Handy.

Eine Frau aus dem Burgauer Bereich hatte eine SMS auf ihr Mobiltelefon bekommen, wobei sich der Absender der Kurznachricht als Sohn der Geschädigten ausgab. Da seine Bankkarte kaputt wäre, bat der vermeintliche Sohn seine Mutter, einen vierstelligen Betrag auf ein Konto zu überweisen. Zunächst war die Frau stutzig geworden und versuchte, ihren tatsächlichen Sohn telefonisch zu erreichen. Als dies nicht gelang, überwies sie in gutem Glauben den geforderten Betrag.

In den Morgenstunden des Montags meldete sich ein bislang unbekannter Täter über einen Messengerdienst bei der 56-jährigen Geschädigten aus dem Landkreis Unterallgäu und gab sich als ihre Tochter aus. Angeblich hätte die Tochter eine neue Telefonnummer, da ihr Mobiltelefon kaputt gegangen wäre. Im weiteren Verlauf wurde der 56-Jährigen erklärt, dass die vermeintliche Tochter eine ausstehende Rechnung nicht zahlen könnte, da sie für das Online-Banking-Verfahren ihr altes Handy bräuchte. Die 56-jährige Frau zahlte dann 1.000 Euro auf ein vom Täter genanntes Girokonto. Bevor es zu weiteren Zahlungen kommen konnte, fiel dem Opfer der Betrug auf.

Im Laufe der vergangenen Woche bekam auch ein 62-jähriger Geschädigter aus dem Krumbacher Bereich per Whatsapp eine angebliche Nachricht seines Sohnes, wonach aufgrund eines Defektes des Mobiltelefons offene Rechnungen nicht beglichen werden könnten. Der vermeintliche Sohn bat daher, dass die Überweisungen durch den Vater erledigt werden. Da der 62-Jährige die Nachricht ernst nahm, überwies er knapp 2.000 Euro auf ein Konto, das ihm genannt wurde. Erst im Nachgang bemerkte er, dass die Nachrichten nicht von seinem Sohn kamen.

Im Verlauf des Montags erhielt eine 73-Jährige Frau aus dem Raum Illertissen eine Nachricht von einer ihr unbekannten Mobilfunknummer über Whatsapp. Sie wurde mit „Hallo Mama“ angeschrieben, weshalb sie ihren Sohn hinter der Textnachricht vermutete. Ihr wurde vorgegaukelt, dass das Handy des Sohnes defekt wäre und deshalb eine andere Telefonnummer genutzt wird. Im weiteren Verlauf der Konversation wurde dann auch hier die Bitte einer dringenden Überweisung geäußert. Da die Frau ihrem Sohn helfen wollte, überwies sie ebenfalls fast 2.000 Euro auf das übermittelte Konto. Als sich der tatsächliche Sohn am Montagabend bei seiner Mutter meldete, flog der Betrug auf. Der finanzielle Schaden für die 73-Jährige blieb jedoch bestehen.

Der Trend

Dass sich Betrüger über Whatsapp als Tochter oder Sohn ausgaben und Geld erbeuteten, passierte im Jahr 2022 bisher 54 Mal im Polizeipräsidium Schwaben Süd/West. Knapp 140.000 Euro Beute machten sie dabei. Im Landkreis Günzburg waren für die Betrüger insgesamt sechs Fälle erfolgreich mit knapp 15.000 Euro Beuteschaden, im Landkreis Neu-Ulm vier Fälle mit fast 7.500 Euro für die Täter und im Landkreis Unterallgäu ereigneten sich zwei solcher erfolgreicher Betrugsfälle mit einem Vermögensschaden der Opfer von knapp 4.500 Euro.

Hinweise der Polizei:

Egal, ob am Telefon oder über Whatsapp:

  • Versichern Sie sich über die Identität des Anrufers oder Nachrichtenschreibers. Kontaktieren Sie Angehörige über bekannte Kontaktnummern oder fragen Sie einen Nachbarn.
  • Überweisen Sie niemals Geld an fremde Konten.
  • Geben Sie am Telefon oder am Handy keine persönlichen Daten preis.

Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit!

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