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Neu-Ulm: Auf den Spuren von Flugpionier Hermann-Köhl

Das Neu-Ulmer Stadtarchiv bietet am Freitag, 15. April 2016, die Führung „Köhl und Neu-Ulm“ an. Die Führung dreht sich rund um den in Neu-Ulm geborenen Flugpionier Hermann Köhl.

Hermann Köhl (1888-1938) hatte als erster Mensch überhaupt kurz vor seinem 40. Geburtstag im April 1928 den Atlantik in 36 Stunden in Ost-West-Richtung überquerte. Zu Ehren Hermann Köhls organisiert die Stadt Neu-Ulm jährlich an seinem Geburtstag eine spezielle Führung durch die Stadt. Janet Loos, die Leiterin des Stadtarchivs, folgt heuer den Lebensspuren Köhls in Neu-Ulm und verknüpft sie mit Meilensteinen der Neu-Ulmer Stadtgeschichte. Beginn der rund zweistündigen Führung ist um 16 Uhr auf dem Rathausplatz. Die Teilnahmegebühr beträgt 6 Euro (3 Euro ermäßigt). Anmeldungen zur Führung sind beim Neu-Ulmer Stadtarchiv unter Telefon: 0731/7050-6401 ab sofort möglich.

Auch für Kinder hat sich die Stadt Neu-Ulm zum diesjährigen Köhl-Geburtstag etwas einfallen lassen: In der Stadtbücherei am Heiner-Metzger-Platz können Kinder im Alter von vier bis acht Jahren bunte und kreative Flugzeuge aus Papier basteln. Beginn ist um 14:00 Uhr. Dauer eine Stunde. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.





Auszug aus Wikipedia:
Hermann Köhl (* 15. April 1888 in Neu-Ulm; † 7. Oktober 1938 in München) war ein deutscher Flugpionier. Er war Kampfflieger im Ersten Weltkrieg, wechselte 1925 vom Militär zur Junkers Luftverkehr AG, um dort den zivilen Nachtflugverkehr aufzubauen, und wurde bei Gründung der Luft Hansa 1926 deren erster Nachtflugleiter. Ab 1927 beteiligte er sich an Atlantikflugversuchen und war 1928 Pilot der Junkers W 33 „Bremen“ bei der ersten Überquerung des Atlantiks in Ost-West-Richtung durch ein Motorflugzeug.

Hermann Köhls Biografie
Er war das zweite von acht Kindern des späteren bayerischen Generalleutnants Wilhelm Köhl und dessen Ehefrau Walburga, geborene Mahler. Die Familie lebte in der Ludwigstraße 6 und Hermann besuchte die Volksschule und später das Gymnasium in Ulm. Sein Vater war zu diesem Zeitpunkt Hauptmann und Batteriechef im 2. Fußartillerie-Regiment und wurde 1897 nach München versetzt, wohin die Familie umzog. Dort war Hermann einige Zeit beim Kadettenkorps, wurde jedoch wegen schlechter Führung entlassen. Seine Schulzeit schloss er daher in den Realgymnasien in Nürnberg und Augsburg ab.

1906 trat Köhl als Fahnenjunker in das Pionier-Bataillon Nr. 13 der Württembergischen Armee ein, wurde am 22. August 1908 Leutnant und besuchte ab 1913 die Militärtechnische Akademie in Berlin. Ursprünglich sollte er hier eine zweijährige Ausbildung erhalten, die jedoch vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs unterbrochen wurde.

Mit Kriegsbeginn kam Köhl als Zugführer in seinem Bataillon an der Westfront zum Einsatz und erlitt in den Vogesen eine schwere Beinverletzung, wodurch ihm der weitere Dienst in diesem Truppenteil vorerst nicht mehr möglich war. Er meldete sich zur Fliegertruppe, wo er zunächst Beobachter war und sich dort einen ersten Ruf als Navigationstalent erwarb. Er wurde am 22. März 1915 zum Oberleutnant befördert und Staffelführer im Kampfgeschwaders 4 (Kagohl 4), mit dem er in Flandern insbesondere Nachtflug-Einsätze durchführte. In Böblingen wurde er selbst zum Flugzeugführer ausgebildet. Ende 1916 wurde er bei einem Luftkampf abgeschossen und verbrachte einige Zeit im Lazarett. Im März 1918 wurde er zum Hauptmann befördert und Kommandeur eines Bombergeschwaders, kurz darauf erhielt er für seinen Einsatz bei der Zerstörung des Munitionslagers von Blargies die höchste preußische Tapferkeitsauszeichnung, den Orden Pour le Mérite. Bei einem Angriffsflug im Mai 1918 musste seine Maschine notlanden und er geriet in französische Kriegsgefangenschaft. Nach mehreren Versuchen gelang es ihm schließlich im September 1919, aus der Haft zu entfliehen.

Zurück in Deutschland meldete sich Köhl bei seinem früheren Pionierbataillon zurück und wurde zunächst mit der Aufstellung eines Scheinwerferzugs betraut. Nach wenigen Tagen wurde er zur württembergischen Polizeiwehr berufen, für die er in Böblingen eine Polizeifliegerstaffel aufbauen sollte. Nachdem jedoch der Versailler Vertrag die Fliegerei in Deutschland verbot und die Polizeiflugzeuge untauglich gemacht werden mussten, trat Köhl im Mai 1920 zur Reichswehr über, wo er als Hauptmann beim Stab einer Kraftfahrerabteilung Dienst tat. Bei der Reduzierung der Reichswehr auf 100.000 Mann wurde er in das Infanterie-Regiment 13 versetzt, in der er später als Chef der 7. Kompanie tätig war. 1924 versetzt am ihn als Chef der 1. Kompanie in das 5. Pionier-Bataillon nach Neu-Ulm.

Köhl hatte bereits 1917/18 in Flandern Bekanntschaft mit Gotthard Sachsenberg gemacht, der im Weltkrieg ebenfalls als Beobachter geflogen war und anschließend mit Hugo Junkers den Aufbau des zivilen Luftverkehrs vorantrieb. Bei verschiedenen weiteren Zusammentreffen mit Sachsenberg ab 1922 entstand die Idee, eine erste deutsche Nachtflugstrecke zwischen Berlin und Warnemünde einzurichten, für die Köhl während seines Sommerurlaubs 1924 Vorbereitungen traf. Der Urlaub war jedoch viel zu kurz, um das Projekt zu einem Abschluss zu bringen, so dass im Folgejahr bei der Fortführung der Nachtflugversuche auf der inzwischen nach Stockholm erweiterten Strecke von der Junkers Luftverkehr AG Köhls dauerhafte Mitarbeit erbeten wurde.

Köhl quittierte im April 1925 den Militärdienst und zog mit seiner Frau Elfriede (Peterle) nach Berlin, um künftig auf dem Tempelhofer Feld als Nachtstreckenleiter der Junkers Luftverkehr AG zu arbeiten, wo er während der Flugsaison des laufenden Jahres die Postnachtflugstrecke nach Stockholm etablierte. Anfang 1926 wurde Köhl nach dem Zusammenschluss von Junkers Luftverkehr und Aero Lloyd zur Luft Hansa deren Nachtflugleiter. Im neuen Unternehmen hatte Köhl häufige Schwierigkeiten wegen Zuständigkeitsfragen, dennoch gelang ihm der Aufbau der ersten Personennachtflug-Verkehrsstrecke Berlin–Königsberg. Während er anfangs noch viel selbst geflogen war und an der Verbesserung von Navigationsinstrumenten arbeitete, verlagerte sich sein Arbeitsschwerpunkt bei der Lufthansa zunehmend hin zu Verwaltungstätigkeiten, die er als unbefriedigend empfand.
(Quelle: Wikipedia)




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