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Günzburg bereitet sich auf mögliche Engpässe vor

Krisenstab Energieversorgung gegründet

Bedingt durch den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und dem damit einhergehenden Wirtschaftskrieg gegen Deutschland kommt es seit einigen Wochen zu reduzierten Gaslieferungen und damit einhergehend zu Engpässen bei der Energieversorgung. Nach Auffassung von Günzburgs Oberbürgermeister Gerhard Jauernig ist nicht auszuschließen, dass sich dies bereits in den kommenden Wochen noch weiter verschärft.
Davon betroffen wären neben den privaten Haushalten auch die Wirtschaft und die öffentliche Hand. Der OB bewertet insbesondere auch nach persönlichen Gesprächen, die er am Rande eines Kommunalgipfels in Berlin führte, die Lage als sehr ernst.

OB möchte nicht unvorbereitet sein
Bereits im jetzigen Stadium eines drohenden Energieengpasses möchte Oberbürgermeister Gerhard Jauernig der Krise ohne Tabu entgegentreten, ergebnisoffen alle Möglichkeiten zur Energieeinsparung der öffentlichen Hand ausloten und zugleich deren Wirksam- und Machbarkeit bewerten. Aus diesem Grund hat der OB, ähnlich wie bereits bei der Corona- Krise, einen städtischen Krisenstab gegründet, dem neben Mitarbeitenden des Gebäudemanagements auch Verantwortliche der Straßenverkehrsbehörde, der öffentlichen Sicherheit, der Hauptverwaltung und der Günzburger Stadtwerke beiwohnen. Punktuell soll dieses Gremium auch mit Personen anderer Dienststellen und Behörden begleitet werden. Geleitet wird der Krisenstab nach Auskunft der Stadtverwaltung vom Leiter der Servicestelle Rechnungsprüfung/Controlling, Stephan Strobel.

Maßnahmen finden und auf Verhältnismäßigkeit prüfen
In den kommenden Tagen und Wochen geht es nach Aussagen des Oberbürgermeisters darum, stets aktuell auszuloten, durch welche Maßnahmen die Stadtverwaltung als öffentliche Hand vor Ort Energie und Geld einsparen und welche Wirksamkeit die damit einhergehenden Änderungen entfalten können. Vor Umsetzung sei es wichtig, die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen abzuwägen. Unter Umständen können damit auch ungewohnte, schmerzhafte Maßnahmen erforderlich werden, schwört der OB die Stadtgesellschaft auf mögliche Einschränkungen ein.

Maßnahmenkatalog als Diskussionsgrundlage verteilt
In einem internen Papier, das der Rathauschef in seiner Dienststelle als Diskussionsgrundlage verteilen ließ, wurden dabei das Absenken der Raumtemperaturen in öffentlichen Gebäuden ebenso angesprochen wie der Verzicht der Beleuchtung öffentlicher Gebäude und Baudenkmäler sowie das Dimmen der Straßenbeleuchtung. Auch kurzfristige Investitionen wie das Ergänzen von Lichtsystemen mit Bewegungsmeldern, eingeschränkte Öffnungszeiten der freiwilligen Einrichtungen in den Wintermonaten und das Aussetzen der Beheizung der Schwimmbäder kommen darin zur Sprache.

Es soll keine Tabus geben
Entschieden sei bisher nichts – nachgedacht werden müsse über alles, so heißt es aus dem Umfeld des Oberbürgermeisters. In einer E-Mail an die Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates kündigte der OB, der zugleich auch Bezirksvorsitzender des Bayerischen Städtetages ist, an, den Günzburger Stadtrat über anstehende Schritte, Maßnahmen und deren Wirksamkeit zu informieren.

„Die kommenden Monate werden uns allen viel abverlangen und für die Stadtgesellschaft eine echte Kraftanstrengung darstellen“, sagt Gerhard Jauernig und appelliert an die Kommunalpolitiker, diesen wichtigen Weg gemeinsam zurückzulegen.

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