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Günzburg: Weichenstellung für die Zukunft der Wasserversorgung

Die Stadtwerke Günzburg reagieren mit Bestandsanalyse, Zukunftsprognose und Investitionen auf den Bevölkerungszuwachs und gestiegenen Wasserbedarf in Günzburg.

Für die meisten Menschen in Deutschland ist es selbstverständlich, mit der Öffnung Ihres Wasserhahns in der Küche sofort auf sauberes Trinkwasser zurückgreifen zu können. Dass dies nicht überall der Fall ist, belegen jüngste Beispiele aus einzelnen Gemeinden im Landkreis Günzburg. Durch Verunreinigungen war und ist es den Bürgerinnen und Bürgern dort oft über einen längeren Zeitraum hinweg nicht möglich, sauberes Trinkwasser für den Gebrauch zu entnehmen. In der Großen Kreisstadt kennt man diese Probleme bislang nicht. Damit dies auch für die kommenden Jahre und Jahrzehnte so bleibt, haben Oberbürgermeister Gerhard Jauernig, der zugleich Verwaltungsratsvorsitzender der Stadtwerke ist, sowie deren Vorstand Lothar Böck das Ziel, bereits heute die Weichen für die Zukunft zu stellen. Bei der jüngsten Verwaltungsratssitzung des städtischen Kommunalunternehmens wurden die Stadtwerke ermächtigt, entsprechende Planungsschritte einzuleiten und einschlägige Aufträge zu vergeben. Rund zehn Millionen Euro Investitionsvolumen sollen damit einhergehen.

Blick über die kommenden 20 Jahre
Die Stadt Günzburg erlebt in den zurückliegenden Jahren einen gewaltigen Bevölkerungszuwachs und einen steigenden Bedarf an Wasser, der auch durch die gewerbliche Entwicklung auf dem Gemarkungsgebiet der Kreisstadt bedingt ist. Im Hinblick auf diese Entwicklung sowie dem spürbaren Bevölkerungswachstum ist es nach Ansicht von Oberbürgermeister Gerhard Jauernig jetzt erforderlich, die Kapazitäten rechtzeitig und vorausschauend an künftige Bedarfe anzupassen. Da diese Anpassungen nicht von heute auf morgen realisiert werden können, haben die Stadtwerke zusammen mit ihrem Verwaltungsratsvorsitzenden den Blick in die Zukunft gerichtet und gemeinsam ein Konzept erarbeitet, das die Entwicklung der Wasserversorgung in Günzburg in den nächsten 20 Jahren berücksichtigt. Dabei wurden ausgehend von einer Bestandsanalyse entsprechende Zukunftsprognosen errechnet, die auch die kontinuierliche Weiterentwicklung des Stadtgebietes beinhalten. Daraus, so der Oberbürgermeister in einem Pressegespräch, ergeben sich künftige Wasserbedarfe, die mittels entsprechender baulicher Maßnahmen bereitgestellt werden müssen. Es sei dabei auch der Neubau einer nachhaltigen Brunnenanlage vorgesehen, welche voraussichtlich im Bereich des Nauwaldes nördlich der Donau entstehen solle, ergänzt Gerhard Jauernig. In diesem Zusammenhang wird das bestehende Wasserschutzgebiet überprüft und bei Bedarf angepasst. Ein solches wasserrechtliches Verfahren ist laut Aussage des Vorstandes der SWG, Lothar Böck, sehr vielschichtig. Dabei werden geologische, aber auch äußere Einflüsse, zum Beispiel durch Dritte, auf das Gebiet untersucht. Klimatische Veränderungen durch Starkregenereignisse oder längere Trockenperioden spielen dabei ebenso eine Rolle. Grundsätzlich sieht die gesetzliche Grundlage dabei eine Vorrangigkeit von Wasserschutzgebieten zur Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser und anderen Nutzungen vor.

Um die Trinkwasserversorgung Günzburgs für die kommenden Jahrzehnte neu auszurichten, stehen laut Lothar Böck zudem Investitionen für die Anbindung eines neuen Brunnens an die Aufbereitungstechnik sowie die Anpassung derselben an. In einem weiteren Schritt müssen sodann die Hochbehälterkapazitäten um eine weitere Speicheranlage von rund 5.000 m³ (bisherige Speicherkapazität 7.000 m³) erweitert werden. Die Speicherkapazitäten orientieren sich an den Höchsttagesbedarfen zu Spitzenzeiten.

Wie Gerhard Jauernig in einem Pressegespräch weiter ausführt, können die jeweils erforderlichen Maßnahmen immer nur schrittweise und unter Aufrechterhaltung des laufenden Betriebes erfolgen. Dies, so der Oberbürgermeister, zeigt die Notwendigkeit einer langfristigen Strategie und eines abgestimmten Planungshorizontes auf. Das gesamte Investitionsvolumen ist aus heutiger Sicht mit über zehn Millionen Euro angesetzt. Nicht eingerechnet sind dabei die Baumaßnahmen im Leitungsnetz, die bereits heute bei jährlich bis zu rund 1,5 Millionen Euro liegen.

Rund 2,5 Millionen Kubikmeter Frischwasser jährlich
„Zurzeit fördern die Stadtwerke durchschnittlich 2,5 Millionen Kubikmeter Frischwasser jährlich. Diese Fördermengen aus den verschiedenen Grundwasserschichten müssen vom Wasserwirtschaftsamt genehmigt werden. Gefördert wird aus unterschiedlichen, sogenannten Grundwasserstockwerken aus Tiefen von 6 Metern, 80 Metern bis zu Tiefen von 260 Metern“, erläutert der Stadtwerke-Vorstand.

„Die Anlagen unseres Wasserwerkes befinden sich an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr in Betrieb, um den Haushalten und Abnehmern jederzeit bestes Trinkwasser zur Verfügung stellen zu können. Trinkwasser ist das Lebensmittel schlechthin und unterliegt höchsten Qualitätskontrollen“, so Böck. Wie wichtig eine geordnete Trinkwasserversorgung für eine Stadt ist, zeigt sich meistens erst dann, wenn im Zuge von Rohrbrüchen kurzfristig Ausfälle entstehen. Damit diese so schnell als möglich behoben werden können, sorgen zehn Mitarbeitende des Wasserwerkes stets dafür, das umfangreiche Leitungsnetz und die vielen technischen Anlagen zu warten, zu unterhalten und zu erneuern – auch wenn es zu Störungen in der Nacht oder an Sonn- und Feiertagen kommt.

Die Stadtwerke Günzburg sind aktuell für die Versorgung des Stadtgebietes und aller sieben Stadtteile verantwortlich. Dazu betreiben sie verteilt über das Stadtgebiet verschiedene Brunnen, Aufbereitungs- und Drucksteigerungsanlagen sowie Hochbehälter. Das Leitungsnetz, in dessen Unterhalt laut dem Oberbürgermeister seit vielen Jahren regelmäßig viel Geld investiert wird, versorgt ca. 5.500 Grundstücke. Neben Privathaushalten sowie Gewerbe- und Industrieunternehmen werden auch öffentliche Versorgungseinrichtungen beliefert. Zudem erhalten verschiedene Umlandgemeinden Wasserlieferungen aus dem Stadtgebiet.

„Diskussionen über die Liberalisierung oder gar Privatisierung von Wasserversorgungsunternehmen zugunsten privatwirtschaftlicher Interessen, wie sie in den vergangenen Jahren immer wieder aufgeflammt sind oder im europäischen Ausland zu beobachten waren, haben in unserer Gesellschaft nichts zu suchen. Die Trinkwasserversorgung muss daher auch in Zukunft als Einrichtung der öffentlichen Daseinsvorsorge in kommunaler Hand bleiben“, betonen Oberbürgermeister Jauernig und Stadtwerke-Vorstand Böck.

„Um die Bürgerinnen und Bürger, unsere Kunden, auch über das Jahr 2040 hinaus zu top Konditionen und in bester Qualität mit dem Lebensmittel Wasser zu beliefern, werden wir mit der Bestandsanalyse, der Zukunftsprognose und den Baumaßnahmen in den kommenden Jahren dafür sorgen, die größtmögliche Sicherheit für eine nachhaltige Wasserversorgung zu schaffen“, so Vorstand Lothar Böck und Oberbürgermeister Gerhardt Jauernig übereinstimmend.

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