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Sie helfen der Feuerwehr im Unglücksfall: Vier Fachberater am Flugplatz in Günzburg

Der Luftsportverein Günzburg e.V. hat seit vergangenem Jahr am Flugplatz vier alarmierbare Fachberater Flugunfall, die im Unglücksfall den anrückenden Einsatzkräften wertvolle Hilfe bieten können.

Am 30. Mai 2020 stürzte ein Segelflugzeug in Günzburg ab. Bei diesem Einsatz wurde deutlich, dass es hilfreich wäre, wenn Personen mit speziellem Wissen zu den Flugzeugen die örtliche Feuerwehr kompetent beraten und unterstützen könnten. Auch sind die Anforderungen des Luftamtes gestiegen. Zudem wurde es durch den Neubau der Eisenbahnbrücke in Günzburg und der dadurch notwendigen Umleitung der Bundesstraße 16 für die Freiwillige Feuerwehr Günzburg knapp mit der Einhaltung der Hilfsfrist. Es sind in Ultraleichtflugzeugen Rettungsgeräte mit pyrotechnischen Raketen verbaut. Diese Raketen ziehen im Notfall einen Fallschirm heraus, an dem dann das Flugzeug zu Boden sinken kann. Doch diese Raketen können eine Gefahr für die Einsatz- und Rettungskräfte darstellen. Diese und weitere Umstände führten dazu, dass die Mitglieder des Luftsportverein Günzburg e.V. die Notwendigkeit sahen, hier die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren Günzburg und Reisensburg im Einsatzfall mit speziellem Wissen zu beraten und bei der Notwendigkeit eines schnellen ersten Löschangriffes mit einem eigens beschafften und umgebauten Feuerwehrfahrzeug rasch Hilfe leisten zu können. Daher wählte der Verein vier Mitglieder aus, die bereits entsprechendes tiefes Wissen besitzen, bzw. dieses durch ein Seminar sich noch tiefer aneignen können um dann als „Fachberater Flugunfall“ zur Verfügung zu stehen. Ebenso nahmen sie an einem erweiterten Erste Hilfe Training teil.

Vier Fachberater Flugunfall – sie unterstützen in Günzburg die Feuerwehr im Einsatzfall
Der 56-jährige Dietmar Weisz aus Rieden ist am Flugplatz Ausbildungsleiter für Ultraleicht- und Segelflug. Er ist Fluglehrer und hat mit der Fliegerei 1981 angefangen. Los ging es bei ihm mit dem Segelflug. Durch seine Erfahrung und Ausbildung weiß er genau, wo was an einem Flugzeug verbaut ist.

Der 52-jährige Marcel Maier ist im Vorstand des Luftsportverein Günzburg e.V. in der Funktion des technischen Leiters. Er wohnt in Offingen und arbeitet in Günzburg, ist also im Einsatzfall in der Regel schnell vor Ort. Er ist verantwortlich für die Wartung und Reparatur der gesamten Vereinsflugzeuge und fliegt selbst seit 17 Jahren.

Bernhard Bamberger, 60-Jahre alt, war über 30-Jahre in der Führungsstaffel beim Technischen Hilfswerk im OV Günzburg. Er ist selbst ebenfalls seit über 30-Jahren Flieger und hat im luftfahrttechnischen Betrieb die Luftfahrtelektronik geprüft. Daher kennt er sich auch sehr gut aus und weiß genau, wo was im Flieger verbaut ist.

Tobias Bamberger ist 21-Jahre alt. Ihm wurde durch seinen Vater Bernhard Bamberger bereits die Begeisterung rund ums Thema Fliegen in die Wiege gelegt. Er ist zudem seit der Jugend Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr Günzburg und hat damit bereits entsprechenden Feuerwehr-Background. Neben den Feuerwehr-Grundlehrgängen nahm er auch an einem Tagesseminar „Flugunfälle mit Kleinflugzeugen“ von der Feuerwehrschule Würzburg – coronabedingt online – teil. Hier ging es darum Gefahren bei Flugunfällen zu erkennen und der Ablauf eines Rettungseinsatzes bei Flugunfällen. Er sieht sich als Multiplikator des hierbei angeeigneten Wissens für die drei anderen Fachberater und von ihm kam auch die Initiative überhaupt ein kleines Team als Fachberater Flugunfall in Günzburg aufzustellen. Während die drei anderen Fachberater bereits beim Erlangen ihres Flugscheines nahezu alle Komponenten erlernten, musste Tobias Bamberger sich das Wissen über den Online-Seminar aneignen.

Sie tragen grüne Westen im Einsatz
Seit 18.06.2021 gibt es nun die Fachberater am Flugplatz in Günzburg. Die vier Spezialisten, die nach Vorgabe des Landratsamtes im Einsatzfall grüne beschriftete Westen tragen, sind bei der Leitstelle Donau-Iller hinterlegt und ab dem Stichwort „Flugzeugabsturz“ per Handy alarmierbar.

Den Fachberatern steht auch ein Feuerwehrfahrzeug, ein VW Bus Pritsche zur Verfügung. Dieses Fahrzeug ist neben der Grundausstattung, welche nach dem Luftfahrtbundesamt vorgehalten werden muss, keine Vorschrift, wurde aber dennoch beschafft. Es sind zwei Rettungsrucksäcke für die medizinische Versorgung vorhanden, sowie 700 Liter Netzmittel. Nicht auf dem Fahrzeug verlastet, aber vorhanden, sind mehrere Feuerlöscher. Die vorhandenen Rettungsmittel sind für Unfälle mit zwei beteiligten Flugzeugen gedacht. Es soll damit die Zeit bis zum Eintreffen der externen Feuerwehr überbrückt werden.

Die Feuerwehr nimmt die Unterstützung gerne an
Der Kreisbrandrat des Landkreis Günzburg Stefan Müller ist dankbar, dass es hier Kräfte gibt, die fachlich die Feuerwehr unterstützen können. Der hier stets aktuelle Wissensstand macht eine schnellere Hilfe möglich und birgt weniger Gefahren für die Feuerwehrkräfte. Ein Gewinn für alle Seiten.

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