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Lindau: Auf der Suche nach Gewissheit nach Knochen- und Beifund

Übergabe der am 29.01.2020 gefundenen Gegenstände durch die Polizei Lindau an den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Am vergangenen Mittwoch wurden bei Baggerarbeiten am Reutiner Bahnhof ein Knochen, ein Wehrmachtshelm, der Hörer eines Feldtelefons, ein Blechteller, eine Glasflasche und ein Soldbuch gefunden. (wir berichteten) Nun wird der Beifund von der Polizei an den Volksbund übergeben. Ziel ist anhand der gefundenen Gegenstände, die Identität des Verstorbenen zu ermitteln. Hierbei könnte insbesondere Entzifferung des gefundenen Soldbuches eine zentrale Rolle spielen.

Wahrscheinlicher Todestag des Wehrmachtssoldaten
Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um die menschlichen Überreste eines Wehrmachtssoldaten handelt. Darauf lassen die Beifunde schließen. Historiker gehen davon aus, dass der Tote bei den Luftangriffen auf Lindau am 22. April 1945 ums Leben gekommen sein könnte.

Die Mitarbeiter des Volksbundes wollen die Ergebnisse der Sondierung abwarten. Sollten sie auf weitere Knochen und Gegenstände stoßen, würde der Volksbund in der kommenden Woche mit Grabungsarbeiten beginnen.

Es ist beabsichtigt, die menschlichen Gebeine werden auf dem Friedhof Lindau-Aeschach, beizusetzen. Dort gibt es ein Gräberfeld, auf dem bereits 62 Tote des Zweiten Weltkrieges ruhen. Vor allem auf die Entzifferung des Soldbuches setzen die Volksbund-Mitarbeiter große Hoffnungen. „Wir gehen davon aus, dass wir – gemeinsam mit dem Bundesarchiv in Berlin – das Soldbuch so behandeln können, dass die Schrift wieder lesbar wird. Ein Soldbuch weist eindeutig auf einen Soldaten hin“, so Artur Berger.

Solcher Fund ist sehr selten
Der Fund von Kriegstoten in Süddeutschland ist sehr ungewöhnlich. Während gerade in den Gebieten rund um Berlin, den Seelower Höhen und in Halbe in Brandenburg noch zahlreiche Tote gefunden, exhumiert und beigesetzt werden, gab es in Süddeutschland in den vergangenen Jahren keine Spontanfunde mehr.

Was ist die Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge
Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist eine humanitäre Organisation, die 1919 in Berlin gegründet wurde. Heute pflegt der Volksbund im Auftrag der Bundesregierung in ganz Europa und weltweit 832 Kriegsgräberstätten mit ca. 2,8 Millionen Toten. Jährlich werden noch zwischen 15.000 und 20.000 Kriegstote gefunden und beigesetzt.

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