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Fünfstellige Summe gestoppt- Bank verhindert Callcenter-Betrug

Auch über den Jahreswechsel haben die Betrüger ihre Anrufe nicht eingestellt – zugleich zeigt ein aktueller Fall aus Kempten, dass Callcenter-Betrügereien auch im Jahr 2021 weiterhin ein Thema sein werden.

Die Masche
Die Vorgehensweise der Callcenter-Betrüger ist der Polizei bestens bekannt. Die Anrufer melden sich mit der freudigen Ankündigung eines Gewinns und spielen auf Gewinnspielteilnahmen der Angerufenen in der Vergangenheit an. Durch geschickte Gesprächsführung vermitteln sie, dass nur noch eine Hürde zwischen den Angerufenen und dem Gewinn steht: die vermeintlichen Gebühren, Steuern oder Notarkosten.

Die entsprechenden Gewinne existieren nicht, die Gebühren werden über anonyme Bezahlmethoden sofort transferiert – meist ins Ausland.

Der aktuelle Fall
Ein Senior wurde kurz vor dem Jahreswechsel, am 28.12.2020, Opfer von Callcenter-Betrügern. Die Anrufer gaben dem Mann zu verstehen, dass er bei einem Gewinnspiel gewonnen habe. Nun müsse er eine Vorab-Gebühr entrichten, damit ihm der Gewinn ausbezahlt werden könne.

Die Betrüger schafften es im Laufe von mehreren, teilweise lang andauernden Gesprächen, den Mann dazu zu veranlassen, insgesamt eine fünfstellige Summe auf ein anderes Konto zu überweisen.

Das Geld konnte von Bankmitarbeitern angehalten werden, da sich bei ihnen der Verdacht auf eine Betrugsmasche ergab. So entstand dem Mann letztlich durch die Aufmerksamkeit der Angestellten seiner Hausbank kein finanzieller Schaden.

Das Phänomen
Im Jahr 2020 kam es im gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West zu mehr als 250 registrierten Anrufen im Zusammenhang mit falschen Gewinnversprechen. Dabei verliefen aus Tätersicht 30 Fälle erfolgreich, es entstand so ein Betrugsschaden von über 90.000 Euro.

Knapp einhundert dieser im vergangenen Jahr 2019 registrierten Anrufe entfielen dabei auf den Landkreis Oberallgäu und die Stadt Kempten. In acht Fällen überwiesen die Geschädigten Geld, die Gesamtsumme betrug hierbei etwa zwei Drittel des oben genannten Betrugsschadens.

Dabei sind Stadt und Landkreis sowohl bei der Anzahl der Anrufe als auch der Schadenssumme im Vergleich zum restlichen Zuständigkeitsbereich deutlich überrepräsentiert.

Die Empfehlungen
Die Polizei weist im Zusammenhang mit solchen falschen Gewinnversprechen auf folgende Punkte hin:

  • Machen Sie sich bewusst: Wenn Sie nicht an einer Lotterie teilgenommen haben, können Sie auch nichts gewonnen haben!
  • Geben Sie niemals Geld aus, um einen vermeintlichen Gewinn einzufordern.
  • Geben Sie niemals persönliche Informationen weiter: keine Telefonnummern und Adressen, Kontodaten, Bankleitzahlen, Kreditkartennummern oder Ähnliches.
  • Fragen Sie den Anrufer nach Namen, Adresse und Telefonnummer der Verantwortlichen, um welche Art von Gewinnspiel es sich handelt und was genau Sie gewonnen haben. Notieren Sie sich seine Antworten.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf.
  • Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.
  • Bitte sprechen Sie auch mit Verwandten, Bekannten und Ihren Nachbarn über das Phänomen!

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