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Kreis Augsburg: 27-jähriger Seriendieb und Betrüger in Haft

Ein 27-Jähriger aus Gersthofen, der seit Januar 2018 eine Vielzahl von Diebstählen begangen und einen Schaden von rund 13.000 Euro verursacht hat, konnte nun ermittelt und festgenommen werden.
Sein Betätigungsfeld lag überwiegend im Landkreis Augsburg (u.a. Stadtbergen / Gersthofen / Langweid / Meitingen) aber auch in der Augsburger Innenstadt.

Der Mann suchte unter anderem Arztpraxen, Fitness-Studios und ähnliche Büroräumlichkeiten zu den normalen Öffnungszeiten auf und entwendete dort aus abgestellten Handtaschen, oder aus an der Garderobe hängenden Mänteln und Jacken, die dort vorgefundenen Geldbörsen. Daraus entnahm er dann neben dem Bargeld auch die jeweiligen Scheckkarten und tätigte damit Einkäufe in den unterschiedlichsten Geschäften wie z. B. Getränkemärkte, Tankstellen, Lebensmittel- und Bekleidungsgeschäfte. Nach derzeitigem Sachstand soll der 27-Jährige für mehr als 100 Taten in Betracht kommen, der deutlich überwiegende Teil davon begangen durch Transaktionen mittels der entwendeten Scheckkarten im elektronischen Lastschriftverfahren. Hierzu fälschte er erfolgreich die Unterschriften der jeweiligen Karteninhaber. Erworben hat er dabei vor allem Kleidung, Rucksäcke, Drogerieartikel, Zigaretten, Getränke, Lebensmittel und sonstige Artikel des täglichen Bedarfs.

Auf die Spur des weitestgehend geständigen Täters – der auch in unversperrten Autos abgelegte Geldbeutel nicht verschmähte – kamen die Ermittler der Kripo Augsburg, nachdem dieser in mehreren Geschäften und Tankstellen von der dortigen Videoüberwachungskamera gefilmt worden war. Eine entsprechende Spurenauswertung an den Tatorten führte dann auch zu einen DNA-Treffer, der den Tatverdacht gegen ihn erhärtete.

Der 27-Jährige wurde am 30.08.2018 festgenommen und einen Tag später dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Augsburg vorgeführt, der den von der Staatsanwaltschaft Augsburg bereits zuvor wegen eines Teils der oben genannten Taten erwirkten Haftbefehl, insbesondere wegen Diebstahls und Betruges, eröffnete und in Vollzug setzte. Er befindet sich seitdem in Untersuchungshaft; außerdem wird geprüft, welche weiteren gleichgelagerten Straftaten ihm zugerechnet werden können.

Bestohlene erstatteten meist keine Anzeige
Ernüchternd für die kriminalpolizeilichen Sachbearbeiter war allerdings auch, dass die meisten Geschädigten nach Feststellung des Diebstahls zwar die Sperrung ihrer EC-Karte bei ihrer Bank veranlassten, etliche Geschädigte jedoch zunächst gar keine Anzeige bei der Polizei erstatteten, wo nach einer polizeilichen KUNO-Sperrung auch die missbräuchliche Benutzung der gestohlenen Karte im Lastschriftverfahren zumindest größtenteils hätte verhindert werden können. KUNO (Kriminalitätsbekämpfung im unbaren Zahlungsverkehr unter Nutzung nichtpolizeilicher Organisationsstrukturen) ist ein freiwilliges System der Polizeibehörden und der Wirtschaft. Ziel ist, Betrugsfälle im kartengestützten Zahlungsverkehr zu reduzieren.

Polizei appelliert
Nach dem Verlust Ihrer Debitkarte (z.B. Girocard, früher auch als ec-Karte bezeichnet) sollten Sie diese nicht nur bei Ihrer Bank sperren lassen, sondern auch bei der Polizei als gestohlen melden! Die Polizei meldet dann die Daten Ihrer abhanden gekommenen Debitkarte (Bankleitzahl, Kontonummer und Kartenfolgenummer) dem Kooperationspartner des Einzelhandels. Von dort werden diese Daten an die dem KUNO-Sperrsystem angeschlossenen Einzelhandelsgeschäfte weitergeleitet. Nur so ist Ihre Karte auch für das Lastschriftverfahren (Bezahlen mittels Karte plus Unterschrift) gesperrt!

 Zusätzlich sollten Sie aber auch Ihre Kontobewegungen im Auge behalten.

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