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Probleme durch Ultras beim DFB-Pokalspiel FC Augsburg gegen 1. FSV Main 05

Im Zusammenhang mit dem DFB-Pokalspiel zwischen dem FC Augsburg und dem 1. FSV Mainz 05 am 30.10.2018 in Augsburg, kam es sowohl vor Spielbeginn als auch nach der Partie zu massiven Sicherheitsstörungen und Straftaten durch Angehörige der Augsburger Problemfanszene.

Gegen 18.30 Uhr setzte sich ein Fanmarsch von einem Lokal im Univiertel in Richtung Stadion in Bewegung. An diesem Fanmarsch nahmen etwa 180 Personen teil, die sich vorwiegend aus Angehörigen der Augsburger Ultra-Szene zusammensetzten. Bereits unmittelbar zu Beginn des Marsches wurde aus der Menschenmenge heraus ein erster Böller gezündet. Kurz darauf erfolgte in der Hugo-Eckener-Straße die heftige Explosion eines zweiten Knallkörpers, weshalb die Polizei den Fanmarsch kurzzeitig anhielt und die Teilnehmer über das Verbot des Abbrennens pyrotechnischer Gegenstände belehrte.

Im Bereich der Haltestelle „BBW/Institut für Physik“ in der Hugo-Eckener-Straße wechselte die Personengruppe vom Gehweg in das Haltestellenareal, wo kurz darauf eine Straßenbahn der Linie 3 in Richtung WWK-Arena einfuhr. In dieser Tram hielten sich zu diesem Zeitpunkt eine Vielzahl von Heim- sowie Gästefans auf. Unter diesen Fahrgästen befanden sich auch Kinder und Senioren. Als die Straßenbahn an der Haltestelle anhielt und die Türen öffnete, bewarfen derzeit noch unbekannte Fanmarsch-Teilnehmer Polizeieinsatzkräfte mit Feuerwerkskörpern und zündeten im Schutz der Menschenmenge Rauchtöpfe. Einige Angehörige der Problemfanszene stiegen hier auch in die Tram ein, um in Richtung Stadion zu gelangen. Durch die offenstehenden Fahrzeugtüren drang daraufhin dichter grüner Rauch in den Fahrgastraum. Polizeikräfte verhinderten die Weiterfahrt der Tram und sorgten in Zusammenarbeit mit dem Straßenbahnfahrer für eine schnellstmögliche Belüftung des Fahrzeugs. Ein Polizeibeamter zog sich hierbei eine Rauchgasintoxikation zu und musste vom Rettungsdienst in das Klinikum Augsburg gebracht werden. Durch das schnelle Einschreiten der Polizei konnte eine Panik unter den Fahrgästen verhindert werden. Die Insassen der Straßenbahn machten im Rahmen einer ersten Befragung keine Verletzungen geltend. Einsatzkräfte stellten vor Ort die Personalien von über 120 Personen, die an dem Fanmarsch teilnahmen und beim Abbrennen der pyrotechnischen Gegenstände an der Straßenbahnhaltestelle anwesend waren, fest.

In der Straßenbahn fanden Polizeibeamte schließlich eine Vielzahl von pyrotechnischen Gegenständen, Vermummungsgegenständen sowie auch Schutzbewaffnung (Zahnschutz). Laut derzeitigem Ermittlungsstand ist davon auszugehen, dass einige der in die Straßenbahn eingestiegenen Angehörigen der Ultra-Szene die Gegenstände in das Stadion bringen wollten und diese aufgrund der erfolgten Polizeikontrolle in der Straßenbahn wegwarfen. Ein 19-jähriger Heimfan führte Handschuhe mit sich, in denen Sand eingenäht war, um die Schlagwirkung zu erhöhen. Gegen ihn wurde ein Verfahren wegen eines Verstoßes nach dem Versammlungsgesetz eingeleitet.

Die Polizeiinspektion Augsburg Süd hat hierzu Ermittlungen u.a. wegen des Anfangsverdachts des Landfriedensbruchs eingeleitet. Gegen wie viele der vor Ort festgestellten Personen sich das anhängige Verfahren richtet, kann derzeit noch nicht abschließend bewertet werden. Dies ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen.

Während der Sachverhaltsabklärung und Anzeigenaufnahme vor Ort musste der Straßenbahnverkehr in Richtung WWK-Arena in der Zeit von etwa 19:00 Uhr bis 20:15 Uhr eingestellt werden. In diesem Zeitraum setzten die Stadtwerke Augsburg Ersatzbusse ein, um den Pendelverkehr zum Stadion aufrechterhalten zu können. Dies führte zu deutlichen Behinderungen im Ablauf der Linie 3.

Nach dem weitestgehend störungsfrei verlaufenden Pokalspiel versuchten etwa 20 vermummte Personen abfahrende Reisebusse Mainzer Fans zu attackieren. Die Vermummten gingen im Bereich der Kurt-Bösch-Straße auf die vollbesetzten Busse zu, schlugen gegen die Fahrzeuge und suchten offensichtlich die Konfrontation mit den Mainzern. Als Polizeibeamte auf den Vorfall aufmerksam wurden flüchteten die maskierten Männer in verschiedene Richtungen. Auch in diesem Fall leitete die Polizei ein Strafverfahren wegen eines Anfangsverdachts des Landfriedensbruchs ein.

Die polizeilichen Ermittlungen zu den beschriebenen Sicherheitsstörungen und Straftaten laufen mit hoher Intensität. Die sichergestellten Gegenstände und die massive Gefährdung der Straßenbahninsassen durch Angehörige der Augsburger Problemfanszene belegen die Notwendigkeit eines konsequenten polizeilichen Einschreitens gegen derartige Straftäter.

Die Polizei bittet Zeugen der Vorfälle sowie Personen, die durch den Einsatz pyrotechnischer Gegenstände verletzt wurden, sich mit der Polizeiinspektion Augsburg Süd unter der Telefonnummer 0821/323-2710 in Verbindung zu setzen.

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