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Memmingen: Ein leerer Handy-Akku verhindert Betrug mit hohem Schaden

Auch ein Bankmitarbeiter war wachsam

Beinahe Opfer eines Callcenter Trickbetruges mit hohem finanziellem Schaden wurde am gestrigen Dienstag, 19.01.2022, eine 79-Jährige aus dem Bereich Memmingen.
Die Seniorin hatte einen Anruf erhalten und es wurde ihr die derzeit vornehmlich genutzte Lüge erzählt, dass ein Familienmitglied einen Unfall mit tödlichem Ausgang verursacht hätte. Eine Verhaftung könne durch Zahlung einer Kaution verhindert werden. Da die Geschichte für die Seniorin plausibel klang hob sie bei zwei Banken insgesamt 50.000 Euro ab, um ihre vermeintliche Tochter vor der angedrohten Haft zu bewahren.

Nur aufgrund eines glücklichen Umstandes kam die Geldübergabe nicht zu Stande. Der Akku des Mobiltelefons der Geschädigten, über welches die Täter Kontakt zu ihr hielten war leer. Da sie in der Bank nach einer Auflade Möglichkeit für ihr Mobiltelefon suchte wurde ein Bankmitarbeiter auf die Situation aufmerksam. Im Gespräch stellte sich schnell heraus, dass die Frau Betrügern Glauben schenkte. Der Bankmitarbeiter verständigte die Polizei – zu einer Geldübergabe kam es nicht.

Kripo Memmingen sucht Zeugen

Die weiteren Ermittlungen hat die Kriminalpolizei Memmingen übernommen. Diese sucht in diesem Zusammenhang Zeugen, welchen in den Bereichen des St. Josefs-Kirchplatz und der Maximilianstraße in Memmingen zwischen 14:00 Uhr und 16:00 Uhr und verdächtige Personen oder Fahrzeuge festgestellt haben. Hinweise werden unter der Rufnummer 08331/100-0 entgegengenommen.

Wie gehen die Täter bei Schockanrufen vor?

Diese sogenannten „Schockanrufe“ setzen darauf, die Opfer zu unüberlegten Handlungen aufgrund des erzeugten Schockmoments zu bewegen. Durch geschickte Gesprächsführung der Täter werden die Opfer psychisch unter Druck gesetzt und so zu unreflektierten Geldzahlungen gedrängt. Den Geschädigten wird vorgetäuscht, dass sich Verwandter oder naher Bekannter in einer Notlage oder Gefahr befände, die nur durch finanzielle Hilfe der Opfer abgewendet werden kann.

Die Zahlen

Im Bereich der Callcenterbetrüge sind die „Schockanrufe“ die am schnellsten steigende Masche. Im Jahr 2021 registrierte die Polizei bis Ende August im Zuständigkeitsbereich des Präsidiums Schwaben Süd/West fast 340 gemeldete Anrufe, dabei entstand ein Schaden von mehr als 275.000 Euro. 12 Anrufe verliefen aus Betrügersicht erfolgreich.

Im Landkreis Unterallgäu mit der Stadt Memmingen wurden 2021 insgesamt 46 Fälle zur Anzeige gebracht. In einem Fall erbeuteten die Anrufbetrüger mit einem Schockanruf rund 20.000 Euro.

Die Tipps der Polizei

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer am Telefon nicht selber mit Namen melden. Raten Sie nicht, wer der betroffene Angehörige ist, sondern fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, ihren Namen selbst zu nennen.
  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen. Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur der richtige Verwandte/Bekannte wissen kann.
  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis.
  • Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen.
  • Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen von Ihnen fordert: Besprechen Sie dies mit Familienangehörigen oder anderen Ihnen nahe stehende Personen.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an unbekannte Personen.

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