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Zwischenbilanz des Polizeipräsidium Ulm: Unfälle auf glatten Straßen

Das Polizeipräsidium Ulm zieht zur Verkehrslage beim kräftigen Schneefall am heutigen Dienstag, den 12.01.2021, eine Zwischenbilanz.

Nach ersten Erkenntnissen blieb es bei zahlreichen Unfällen im gesamten Präsidiumsbereich meistens bei Sachschäden, weil Verkehrsteilnehmende auf den Vordermann, in den Graben oder gegen die Planke rutschten.

Bei Dornstadt erlitt eine 39-Jährige nach einem Auffahrunfall eher leichte Verletzungen. Der Rettungsdienst brachte sie in ein Krankenhaus. Auch bei Langenau erlitt ein Fahrer leichte Verletzungen und wurde ins Krankenhaus gebracht. Ihm war ein 19-Jähriger mit einem Audi aufgefahren. Der Sachschaden beträgt etwa 35.000 Euro. Leichte Verletzungen erlitten auch Beteiligte an Unfällen in Deggingen, Dürnau und Ulm.

Unfälle mit Sachschäden beschäftigten Polizisten in Amstetten, Bad Schussenried, Biberach, Blaubeuren, Dürmentingen, Ehingen, Erbach, Geislingen, Göppingen, Heidenheim, Herbrechtingen, Hohenstadt, Illerrieden, Königsbronn, Kuchen, Langenau, Lonsee, Laupheim, Mietingen, Nattheim, Schelklingen, Schwendi, Sontheim an der Brenz, Steinheim am Albuch und in Ulm.

Vielerorts kam es zu Verkehrsbehinderungen, weil Fahrzeuge -meist Lastwagen- steckenblieben oder sich quer stellten. So beispielsweise in Adelberg, zwischen Böhmenkirch und Söhnstetten, auf der Albhochfläche inklusive der A8, auf der A7 bei Oggenhausen, auf der B28 bei Gerhausen, in der Ditzenbacher Steige, in der Geislinger Steige, in der Türkheimer Steige und in der Weißensteiner Steige. Auch zwischen Adelberg und Göppingen hatten sich Fahrzeuge im Schnee festgefahren.

Die kalte Jahreszeit birgt ihre Tücken:
Minustemperaturen, Tauperioden, Schnee, Eis, überfrierende Nässe. Diese Umstände in Verbindung mit oftmals schlechten Sichtverhältnissen erfordern höchste Konzentration im Straßenverkehr. Besonders Glatteis birgt große Risiken. Die Gefahr für glatte Straßen besteht an schattigen Orten, etwa bei Wäldern oder Tunnelausfahrten, ebenso wie auf Brücken. Eben überall dort, wo die Straße der Witterung besonders stark ausgesetzt ist. Nicht überall weisen Schilder auf die Gefahr hin. Auch Temperaturen oberhalb der Null-Grad-Grenze sind kein Garant für eine ungefährliche Fahrbahn, weil der Boden im Winter stark ausgekühlt ist.

Kritisch sind auch Tage mit schwankenden Temperaturen um den Gefrierpunkt. Hier kann sich die Beschaffenheit der Fahrbahn durch das wechselnde Tauen und Frieren ständig ändern. Glatteis entsteht durch Überfrieren oder Gefrieren von Wasser oder Schnee auf den Straßen. Auch festgefahrener Schnee, Schneematsch und Reif führen zu Straßenglätte. Glatteis führt immer wieder zu massiven Behinderungen des Straßenverkehrs. Besonders gefährlich ist Blitzeis. Das entsteht, wenn Regen oder Sprühregen auf gefrorenen Boden fällt. Das Tückische hierbei ist, dass die Eisschicht kaum zu erkennen ist und plötzlich auftritt. Bei Blitzeis kommt es besonders häufig zu schweren Unfällen. Die Autofahrer werden von der spiegelglatten Fahrbahn überrascht. Da helfen auch Winterreifen, Antiblockiersystem (ABS), elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) oder selbst Ketten nichts mehr. Bei Blitzeis oder Eisregen sollte man also am besten unnötige Fahrten vermeiden. Aus diesem Grund sollten sich Autofahrer rechtzeitig vor Fahrtantritt über die aktuellen Straßenverhältnisse informieren.

Sehr kritisch sind Tage mit schwankenden Temperaturen um den Gefrierpunkt. Durch das wechselnde Tauen und Frieren ändert sich die Fahrbahnbeschaffenheit ständig. Bei winterlichen Straßenverhältnissen wie Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte darf nicht mit Sommerreifen gefahren werden. Erlaubt sind nur noch wintertaugliche Reifen, die mit der Schneeflocke gekennzeichnet sind. Diese Regelung ist nicht an eine bestimmte Jahreszeit oder an bestimmte Monate gebunden, sondern gilt situativ. Ein Verstoß wird mit einer Geldbuße in Höhe von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg geahndet. Bei einer Behinderung des Verkehrs aufgrund falscher Reifen bei winterlichen Wetterverhältnissen erhöht sich das Bußgeld auf 80 Euro und einen Punkt. Noch teurer wird es bei Gefährdungen und Unfällen.

Richtiges Verhalten bei Glatteis: Vorausschauendes und umsichtiges Fahren sind das Wichtigste. Dabei die Geschwindigkeit den Straßen- und Wetterverhältnissen anpassen, einen großen Abstand zu Vorausfahrenden halten und mit Bedacht reagieren. Das Vermeiden von abrupten Lenkbewegungen und dosiertes Bremsen erhöhen die Sicherheit zusätzlich. Wenn Sie unterwegs vom Eisregen überrascht werden, sollten Sie lieber eine Pause einlegen und dort im Zweifel auf den Streudienst warten.

Wichtig! Verlassen Sie sich nicht auf Ihre Winterreifen. Sie sind in dieser Jahreszeit zwar ein Muss, weil ihre Lamellentechnik und die kältestabile Gummimischung einen starken Grip und guten Halt auf der Straße bieten. Aber bei Eisglätte sind auch Winterreifen machtlos. Hier kann die richtige Reaktion den Unterschied zwischen „gerade nochmals gut gegangen“ und „Unfall“ bedeuten.

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