Regionalnachrichten

Polizeipräsidium Schwaben Süd/West verzeichtet deutlichen Anstieg von Verkehrstoten

Das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West in Kempten verzeichnet im laufenden Jahr 2014 einen deutlichen Anstieg der Verkehrstoten auf den Straßen im Zuständigkeitsbereich und kündigt nach der besorgniserregenden Bilanz, verstärkte Kontrollen an.

Höchststand im Zeitraum von fünf Jahren
Ließen bis Ende April des Jahres 2013 drei Personen ihr Leben im Straßenverkehr, so müssen heuer bedauerlicherweise bereits elf Unfälle mit tödlichem Ausgang verzeichnet werden, bei denen zwölf Menschen ihr Leben verloren. Dies stellt einen traurigen Höhepunkt der vergangenen fünf Jahre im Vergleichzeitraum dar, da 2012 acht, 2011 vier und 2010 neun Todesfälle die Folge von Verkehrsunfällen waren. Letzter Unfalltoter in diesem Jahr ist ein 41-jähriger Rumäne der am vergangenen Freitag bei einem Unfall auf der A7 im Bereich des Autobahndreiecks Hittistetten schwerste Kopfverletzungen erlitten hatte und zwischenzeitlich im Krankenhaus verstorben ist.

Unfallhergang oft identisch
Bei den Unfällen sind bislang keine geografischen Schwerpunkte auszumachen, und diese Häufung lässt sich auch auf keine Altersgruppe oder Straßenkategorie festlegen. Auffällig aber ist, dass mehr als die Hälfte der Unfälle mit tödlichem Ausgang sich deshalb ereignete, weil die Fahrer auf das rechte Fahrbahnbankett gerieten, dann übersteuerten und in den Gegenverkehr schleuderten, direkt von der Fahrbahn abkamen und gegen ein Hindernis prallten oder beim Überholen den Gegenverkehr übersahen.

Zwei Menschen finden bei Senden den Tod. Foto: Mario Obeser
Zwei Menschen finden bei Senden den Tod. Foto: Mario Obeser

Vier Menschen schwerverletzt, zwei finden den Tod
So kam es am späten Abend des 4. April 2014 im Landkreis Neu-Ulm zu einem Verkehrsunfall, bei dem ein alkoholisierter 39-Jähriger bei Neu-Ulm-Gerlenhofen nach rechts ins Fahrbahnbankett geriet, anschließend seinen Wagen übersteuerte und auf die Gegenfahrbahn geriet, wo er dann in einen entgegenkommenden Pkw stieß. Die traurige Bilanz: Der Unfallverursacher verstarb an der Unfallstelle. Sein Beifahrer verstarb ebenfalls sofort, nachdem der nicht angegurtete 36-Jährige durch die Windschutzscheibe geschleudert worden war. Die vier Insassen des entgegenkommenden Wagens wurden schwer verletzt.

Am 24. April 2014 kam es im Westallgäu bei Hergatz auf der Bundesstraße 12 zum Tod eines Motorradfahrers, weil er beim Überholvorgang ein Fahrzeug im Gegenverkehr übersehen hatte und mit diesem frontal zusammenstieß. Einen Tag später, am 25. April 2014, geriet ein 63-Jähriger im Landkreis Ostallgäu auf der Staatsstraße 2012 bei Unterthingau nach rechts von der Fahrbahn ab. Sein Wagen prallte frontal gegen einen Baum. Auch er verstarb an der Unfallstelle.

Bei den vorliegenden Unfällen konnte die Ursache für die Kollision im Gegenverkehr, dem Abkommen von der Fahrbahn oder dem Übersehen des Gegenverkehrs beim Überholen nicht in allen Fällen eindeutig ermittelt werden. Grundsätzlich ist dieser Unfalltyp jedoch symptomatisch für eine unzureichende Aufmerksamkeit im Straßenverkehr. Die Polizei weist daher darauf hin, dass die Bedienung von Navigationsgeräten, Mobiltelefonen oder dem Autoradio zu massiven Ablenkungen und Fahrfehlern führen können. Ebenso sollte selbstverständlich sein, dass der Fahrer nicht unter Alkoholeinfluss steht und der Gurt als potentieller Lebensretter Nr.1 beim Fahrtantritt angelegt wird.

Polizeipräsident mahnt und appeliert an die Verkehrsteilnehmer
Für Polizeipräsident Hans-Jürgen Memel ist die Häufung der Unfälle mit tödlichem Ausgang Anlass, um für mehr Achtsamkeit aller Verkehrsteilnehmer zu plädieren: „Jeder im Straßenverkehr Gestorbene ist mit viel Leid und Trauer verbunden. Jedem Fahrzeugführer muss bewusst sein, dass er eine Verantwortung nicht nur für seine Person, sondern auch für das Leben und die Gesundheit der anderen Verkehrsteilnehmer trägt. Ein Blindflug aufgrund von Ablenkungen ist ebenso verantwortungslos wie das Fahren mit nicht angepasster Geschwindigkeit“. Diese angemahnte Verantwortung beinhaltet vor allem, dass sich Fahrzeugführer und Fußgänger mit der gebotenen Sorgfalt im öffentlichen Verkehrsraum bewegen und erinnert auch an das Verkehrssicherheitskonzept „Bayern mobil – sicher ans Ziel“ des Bayer. Staatsministerium des Innern.

Vermehrte Kontrollen angekündigt
Um dieser festgestellten Entwicklung entgegenzusteuern wird die Polizei im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West in den kommenden Wochen, unter anderem auch mit Unterstützung von Kräften der Bayerischen Bereitschaftspolizei, vermehrt Kontrollen mit den Schwerpunkten Handybenutzung, Gurt, Alkohol und Geschwindigkeitsüberschreitung durchführen.

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