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Love-Scamming: Liebesbetrüger ergaunert mehrere tausend Euro

Durch Vorspiegelung einer falschen Liebschaft ist eine 60-jährige Dame aus dem Kreis Ostallgäu um mehrere tausend Euro betrogen worden.

Bereits im Dezember 2019 hatte der Betrüger über einen Onlinedienst, weiterhin über Messenger-Dienste Kontakt zu der Frau aufgenommen. Er hatte im weiteren Verlauf der Online-Bekanntschaft das Vertrauen der Frau gewonnen. Unter verschiedenen Vorwänden gelang es ihm dabei, sein Opfer immer wieder zu Geldüberweisungen auf ein ausländisches Konto zu bewegen. Der Täter konnte der Geschädigten glaubhaft machen, dass er beruflich in Peru festsitzt und sein Konto und seine Kreditkarten gesperrt worden seien. Angeblich hatte ein Angehöriger zudem einen Unfall erlitten, zu dessen Behandlung in Peru Geld benötigt werde.

Im Verlauf des Jahres transferierte die Geschädigte in mehreren Teilbeträgen einen niedrigen fünfstelligen Geldbetrag auf ein Konto in den Niederlanden.

Das zuständige Fachkommissariat der Kripo Kaufbeuren hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Masche

Das Phänomen ist bei der Polizei als „Love Scamming“ bekannt und beschäftigte die Ermittler vor allem Mitte des letzten Jahrzehnts. Danach ebbte die Welle ab und wurde von neueren Phänomenen wie beispielsweise den „Falschen Polizeibeamten“ abgelöst. Mittlerweile erlebt die Geschichte der falschen Liebschaften wieder eine Art Comeback – das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West registrierte im Jahr 2020 bereits 43 Fälle. In vielen Fällen entstand dabei ein finanzieller Schaden bei den Geschädigten, so erbeuteten die Betrüger mit der Masche in 31 erfolgreichen Fällen über 390.000 Euro.

Im Landkreis Ostallgäu (mit Stadt Kaufbeuren) ergaunerten Love-Scamming-Betrüger in diesem Jahr in vier Fällen rund 50.000 Euro.

Es wird von einer hohen Dunkelzahl an Fällen ausgegangen. Die Opfer trauen sich aufgrund der intimen Details aus der Kommunikation oft nicht, eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Der Hintergrund

Die Angesprochenen werden mit Liebesbekundungen und Aufmerksamkeit überhäuft. Es entsteht im Verlauf der Zeit eine emotionale Abhängigkeit beziehungsweise eine Beziehung zum Unbekannten – auf einmal kommt ein vermeintlicher Notfall in das Leben der neuen Liebe. Helfen kann nur das Opfer – mit dem eigenen Geld.

Die Tipps der Polizei:
Grundsätzlich sollte man Menschen, die man nie persönlich kennengelernt oder gesehen hat, kein Geld überweisen oder auf sonstige Forderungen eingehen. Gerade im Internet tummeln sich viele Betrüger, die an der Gutgläubigkeit ihrer Mitmenschen viel Geld verdienen wollen. Seien Sie also immer misstrauisch bei unglaublichen Angeboten.

Detailliertere Hinweise zur Vorgehensweise der Täter, zu deren Erkennbarkeit, zu Ihrem Schutz und zur Nachweisbarkeit der Tat finden Sie im Internet unter https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/scamming/

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