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Ehemaliger Kreisbrandrat im Landkreis Günzburg Robert Spiller (li. im Bild) nach der Amtsübergabe an den neuen Kreisbrandrat Stefan Müller.

Feuerwehren im Kreis Günzburg: Eine Ära ging zu Ende – neuer Kreisbrandrat tritt sein Amt an

Eine Ära von 18 Jahren ging vergangenen Freitag zu Ende. Der Kreisbrandrat des Landkreises Günzburg ging in den Ruhestand. Er blickte zurück. Sein Nachfolger Stefan Müller stellte den neuen Kreisfeuerwehrverband und Inspektion vor.

Die Dienstversammlung der Kommandanten, sowie die 27. Verbandsversammlung des Kreisfeuerwehrverbands und der Kreisfeuerwehrinspektion Günzburg, die am 15.11.2019 im Bräuhaussaal des Klosterbrauhauses in Ursberg abgehalten wurde, war eine ganz besondere, denn es stand ein Wechsel an der Spitze an. Nach 18 Jahren verabschiedete sich der bisherige Kreisbrandrat (KBR) des Landkreises Günzburg Robert Spiller in den wohlverdienten Ruhestand.

Dazu hatte sich das Landratsamt und weitere Beteiligte eine besondere Zeremonie ausgedacht, die leider durch stärkeren Regen an diesem Abend kurzfristig umgeplant und verkürzt werden musste. Spiller und seine Frau Martina wurden von Zuhause mit einem historischen Feuerwehrlöschfahrzeug LF16 aus dem Jahr 1962 abgeholt und damit nach Ursberg, bis fast vor die Türe gefahren. Dort wurde er dann, von Regenschirmen vor dem Nass von Oben geschützt, in den Saal eskortiert, wo bereits beim Einlauf der Fanfarenzug der freiwilligen Feuerwehr Ichenhausen aufspielte und die Anwesenden applaudierten.

 

Landrat Hafner zollte höchste Anerkennung
„Ihre Leistungen verdienen höchste Anerkennung und meinen Respekt. Im Namen des Landkreises und ganz persönlich danke ich ihnen für die hervorragende Arbeit als Kreisbrandrat“, mit diesen und weiteren Worten lobte Landrat Hubert Hafner in seinem Grußwort das Wirken Spillers. Auch Spillers Ehefrau hatte der Landrat gedankt für die vielen Stunden, die sie auf ihren Mann – Aufgrund seines Amtes – verzichten musste und ihn dennoch dabei unterstütze. Ihm war stehts das Wohlergehen aller Kameraden wichtig und er hinterfragte Dinge kritisch. „Er hat auch in schweren Zeiten Rückgrat bewiesen und immer zu seinen Kameraden gehalten“.

Hafner wünschte dem Nachfolger Stefan Müller viel Erfolg und alles Gute. „Sie werden ab heute das schwere Erbe von Herrn Spiller antreten. Ich bin mir sicher, dass sie diese Aufgabe meistern werden.“ Er wünschte ihm weiterhin so eine konstruktive und gute Zusammenarbeit wie bisher.

Landrat Hafner überreichte zahlreiche Ernennungsurkunden. Hier wurden als Kreisbrandinspektor bestätigt Albert Müller, Erwin Schneider und Ewald Beuter. Als Kreisbrandmeister/in wurden Franz Durm, Ellen Geißler, Erich Geißler, Ralf Maier, Helmut Motzer, Elmar Müller, Markus Link, Benjamin Pohl, Thomas Killewald, Ernst-Uwe Walter und Bernhard Ziegler bestätigt. Folgende Fachberater wurden ernannt: Digitalfunk Daniel Hiller, Ausbildung Leonhard Langhans und Reiner Wüschem, Sonderaufgaben Edith Petrik und Kreisjugendwart Steffen Baumgart.

 

Der 1.Bürgermeister der Gemeinde Ursberg Peter Walburger freute sich, die Anwesenden wieder in Ursberg begrüßen zu dürfen. Er durfte nun 12 Jahre Spiller in seiner Aufgabe erleben und lobte das stehts offene Ohr, das er bei allen Fragen um das Thema Feuerwehr auch für ihn hatte. Er wünschte Spiller für seine künftige Zeit vor allem Gesundheit.

Rückblick auf 18 Jahre Dienstzeit
Als Kreisbrandrat Robert Spiller ans Mikrofon trat, um auf die vergangenen 18 Jahre seiner Dienstzeit zurückzublicken, lauschten die Anwesenden gespannt seinen Ausführungen.

Er trat 1978 in die Freiwillige Feuerwehr Burgau ein, war dort stellvertretender Kommandant und Gerätewart. Zum Kreisbrandmeister wurde er dann 1997 ernannt.

Am 28.November 2001 hatte er das Amt von seinem Vorgänger Siegbert Wieser übernommen. Kurz darauf, am 01.Januar 2002, begann er seine Tätigkeit beim Landratsamt Günzburg im Fachbereich 30 „Öffentliche Sicherheit und Ordnung“. Er erlebte in dieser Zeit zahlreiche Wechsel in der Leitung des Geschäftsbereiches und im Fachbereich.

Interessant war auch der Rückblick auf den die damaligen Zahlen bei Feuerwehren bei Amtsantritt und der heutigen Situation. So waren es am 31.Dezember 2001 115 Freiwillige Feuerwehren, 8 Werksfeuerwehren und 1 Betriebsfeuerwehr im Landkreis. Darin leisteten 4136 Männer und 173 Frauen, also insgesamt 4309 Mitglieder aktiven Feuerwehrdienst.

Am 31.Dezember 2018 waren es dann 108 Freiwillige Feuerwehren, 6 Löschgruppen, 6 Werksfeuerwehren und 2 Betriebsfeuerwehren. In diesen Wehren leisteten 3936 Männer, 390 Frauen und damit zusammen 4326 Mitglieder ihren aktiven Feuerwehrdienst. Damit sind 7 Feuerwehren weniger zu verzeichnen, da zwei Feuerwehren fusionierten und sich weitere Wehren mit einer anderen Feuerwehr zusammengetan haben. Der Rückgang bei den Mitgliederzahlen der Männer wurde durch einen Anstieg der aktiven Frauen in den Feuerwehren mehr aus ausgeglichen.

Weiterhin Grund zur Sorge bereitet die Verfügbarkeit der Feuerwehrmitglieder während der Tageszeit. Da heute mehr gependelt wird und Firmen ihren Personalstand auf ein Minimum reduziert haben, können nur noch wenige von ihrem eigentlichem Recht gebrauch machen, ihre Arbeitsstelle für einen Einsatz zu verlassen. Damit können Feuerwehren ihre so genannte Tagesalarmsicherheit nur schwer aufrechterhalten oder können diese schon jetzt nicht mehr leisten. Werden dann Nachbarfeuerwehren alarmiert, um eine ausreichende Kräfteanzahl bei Einsätzen zu erreichen, kann aufgrund der meist längeren Anfahrt zu den Einsatzstellen die vorgegebenen Hilfsfristen nicht mehr eingehalten werden.

Neben den zahlreichen Feuerwehrfahrzeugen, welche in Spillers Amtszeit beschafft wurden, baute man auch 26 Feuerwehrhäuser, bzw. sind teils noch in Planung. Bei 7 Gerätehäusern fand eine Erweiterung statt. Somit stehen den Feuerwehren im Landkreis nun 126 Gerätehäuser, 292 Fahrzeuge und Anhänger, sowie 2710 Gerätschaften zur Verfügung, um den Brandschutz sicherzustellen.

Das Konzept zur Stationierung von Wechselladersystemen, wurde 2006 und 2007 erarbeitet und umgesetzt. Bis zum heutigen Tag gibt es im Landkreis 6 Wechselladerfahrzeuge und dazu 14 Abrollbehälter.

Für diese Beschaffungen bekamen die Gemeinden von der Regierung von Schwaben Zuschüsse von insgesamt 5.27 Millionen Euro.

Auch beim Funk und der Alarmierung gab es Änderungen. So wurde ein Systemwechsel für die Alarmierung und die Erfassung durchgeführt. Der Digitalfunk wurde nach einem Probebetrieb 2017 eingeführt und löste die Analogtechnik ab. In einem nun weiteren Schritt steht die Umstellung der Alarmierung über Digitalfunk an.

Zu Lehrgängen auf die staatlichen Feuerwehrschulen schickte man in den 18 Jahren 12600 Personen, die ihr Wissen dort erweitern und festigen konnten.

Schaut man sich die Einsatzzahlen an, so mussten 153.000 Einsatzkräfte in diesen 18 Jahren 26.700 Einsätze abarbeiten, bei denen 770.000 Einsatzstunden geleistet wurden. Und um das Verhältnis zwischen Einsätzen, bei denen es um Brände geht und Technischen Hilfeleistungen (THL) aufzuzeigen, so fielen hier 3600 Brandeinsätze und 16200 THL-Einsätze an.

Als die für ihn prägendsten Einsätzen nannte Spiller neben vielen schweren, tragischen Unfällen und Bränden auf Anwesen, Straßen, auf der Autobahn, auf Gewässern und Schienen die Katastrophenalarme 2002,2005 und 2013. Ebenso der Brand in der Galvanik bei der Fa. Wanzl in Leipheim, welcher die vielen Feuerwehren bei Minus 20 Grad Celsius am 11.02.2012 an die Grenzen von Mensch und Technik brachten. Nicht nur bei extremer Kälte hatten die Kräfte zu kämpfen, den als es in Krumbach zum Großbrand bei der Sägerei Striegel am 22.07.2013 kam, herrschten neben der enormen Hitzestrahlung durch die Flammen sommerliche 35 Grad Celsius. Das sind Extreme, die für jeden eine Herausforderung darstellen.

Am Ende seines Rückblickes sprach Spiller allen befreundeten Hilfsorganisationen, wie dem THW, dem BRK, der DLRG und der Wasserwacht, allen Mitgliedern der Feuerwehrinspektion und des Kreisfeuerwehrverbandes Günzburg, die ihn die Jahre über begleiteten, der Polizei und der Regierung von Schwaben und letztlich allen Kommandanten und den Gemeinden seinen Dank aus.

Mit dem Wechsel an der Spitze der Feuerwehr im Landkreis Günzburg, stellt der neue Kreisbrandrat, der bereits bei der Versammlung im Frühjahr diesen Jahres gewählt wurde (wir berichteten), seine Änderungen bei den Zuständigkeiten der Kreisbrandinspektoren und Kreisbrandmeistern, sowie in den Fachbereichen und Beauftragten vor. Es zu einigen Verabschiedungen derer, die ihren Dienst nicht mehr weiterführen. So dankte und verabschiedete er Wolfgang Härtl, der 2006 zum Kreisbrandinspektor bestellt wurde, Martin Mayer, der seit 2001 als Bereichs-Kreisbrandmeister und auch als Schatzmeister des KFV aktiv war. Der seit 1996 tätige Fachberater „EDV und Alarmierungsplanung“ Christian Seitz gibt seinen Bereich ebenfalls ab. Markus Lanzerath, der als Ansprechpartner für „Nicht Öffentliche Feuerwehren“ tätig war, scheidet als Fachberater ebenfalls aus dem Gremium aus. Im Fachbereich „Vorbeugender Brandschutz“ wirkte Willi Bader, auch er verabschiedete sich. Allen sprach Spiller seinen Dank aus und überreichte jeweils ein kleines Geschenk.

Der Kassenbericht wurde zum letzten Mal von Schatzmeister Martin Mayer vorgebracht, der nach nun 14 Jahren aus persönlichen Gründen zurücktat. Stellt man die Einnahmen den Ausgaben gegenüber, so erwirtschaftete man im Zweitraum von 01.01.2019 bis zum 31.10.2019 einen Überschuss von 6.275,09 Euro. Die Kasse konnte durch den Kassenprüfer bestätigt und für die Entlastung der Kasse gestimmt werden.

Im folgt nun der an diesem Abend per Handzeichen als neuer Schatzmeister gewählte Christian Schröder, der selbst bei der Feuerwehr Aletshausen aktiv ist und als Disponent bei der Integrierten Leitstelle Donau-Iller angestellt ist.

Mit dem Song „Es war schön“ verabschiedet
Um 21.25 Uhr war es dann soweit, der im Frühjahr gewählte Stefan Müller bekam von Robert Spiller das Amt des Kreisbrandrates übergeben und ist damit ab sofort der neue Kreisbrandrat im Landkreis Günzburg. Mit einem Songtitel „Es war schön“ von der ehemaligen DDR Rockband Puhdys verabschiedete sich Robert Spiller in den Ruhestand, für den er sich schon einige Sachen vorgenommen hat.

Von der nun neuen Kreisfeuerwehrinspektion bekam Spiller ein Geschenk überreicht. Da er zwei große Hobbys hat, nämlich Kochen und Musik und er sich unter anderem das digitalisieren seiner vielen Schallplatten (es sollen mehrere hundert sein) vorgenommen hat, kann er dies nun mit seinem Geschenk, einem professionellen Plattenspieler mit Digitalausgang, umsetzen. Robert Spiller und seine Frau Martina haben zudem von dem Kommandantenvertretern, als Dankeschön für die langjährige Tätigkeit als Kreisbrandrat, einen Gutschein für sieben Übernachtungen im Feuerwehr-Erholungs-Zentrum Sachsen überreicht bekommen. Dieser überreichte stellvertretend für alle Kommandanten Karl-Heinz Pfitzmayer, Kommandant der Feuerwehr Thannhausen.

Neben der Personalie auch weitere Änderungen angekündigt
Kreisbrandrat Stefan Müller stellte im Anschluss die neue Person des nun neuen Kreisfeuerwehrverbandes und Inspektion vor. Er hat auch bereits einige erste Änderungen angekündigt. So sollen zukünftig bei den turnusmäßig durchgeführten Inspektionen der Feuerwehren, die alle drei Jahre stattfinden, keine Löschgruppe, oder Technische Hilfeleistung mehr gezeigt werden muss. Zudem möchte er die bisherige Trennung im Inspektionsbereich, zwischen dem nördlichen und südlichen Landkreis aufweichen.

Der neue Kreisfeuerwehrverband ist nun wie folgt aufgestellt

 

Kreisbrandinspektoren:

  • Inspektionsbereich Günzburg – Albert Müller (stellv. Kreisbrandrat)
  • Inspektionsbereich Burgau – Erwin Schneider
  • Inspektionsbereich Krumbach – Ewald Beuter

Kreisbrandmeister:

  • Inspektionsbereich Günzburg – Ralf Maier, Benjamin Pohl
  • Inspektionsbereich Burgau – Helmut Motzer, Ellen Geißler, Erich Geißler
  • Inspektionsbereich Krumbach – Markus Link, Stefan Durm

Fach-Kreisbrandmeister

  • Ernst-Uwe Walter – Fachbereich Atemschutz/CBRNE
  • Bernhard Ziegler – Information und Kommunikation
  • Thomas Killewald – EDV

Fachberater

  • Edit Petrik – Sonderaufgaben
  • Daniel Hiller – Digitalfunk
  • Leonhard Langhans – Ausbildung
  • Reiner Wünschem – Ausbildung
  • Steffen Baumgart – Kreisjugendwart

Frauenbeauftragte

  • Adele Drotleff
  • Carina Glaß (stv.)

Vorbeugender Brandschutz

  • Michael Joas

Kommandantenvertreter Werksfeuerwehren

  • Tobias Hupfauer

Schiedsrichterbeauftragter

  • Klaus Keppeler

Brandschutzstelle

Kai-Uwe Kugelmann

Verwaltungsangestellte Feuerwehrwesen

  • Cornelia Grießmayr
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