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Millionenschaden: Brand auf Pferdehof in Jettingen – Feuerwehrmann schwer verletzt

Am heutigen Montag, den 10.08.2020, ging gegen 13.00 Uhr über Notruf die Meldung über einen Scheunenbrand auf einem Pferdehof in der Oberen Maierhofstraße in Jettingen bei der Integrierten Leitstelle Donau-Iller ein.

Bei Eintreffen der Einsatzkräfte befanden sich die Scheune und angrenzende Pferdeställe bereits in Brand. In den beiden Hallen waren Stroh, Strohballen, weiteres Futtermittel, Pferdezubehör sowie landwirtschaftliche Fahrzeuge und Maschinen gelagert.

Sowohl die Scheune als auch die angrenzenden Pferdeställe brannten samt Inhalt komplett aus. Vier vor dem Gebäude abgestellte Pkw wurden durch das Feuer ebenfalls komplett beschädigt.

Im Rahmen der Löscharbeiten kam es dann gegen 16.30 Uhr zu einer plötzlichen Verpuffung, beim Nachfüllen von Kraftstoff einer Tragkraftspritze (TSF), welche zur Wasserförderung eingesetzt war. Der Kraftstoffkanister stand unter Druck, so dass beim Öffnen plötzlich Benzin aus dem Kanister spritze, welches auch auf den Auspuff der TSF gelangte und sich so entzündete. Ein Feuerwehrmann zog sich hierbei schwere Verbrennungen an Armen und Beinen zu. Seine Kameraden mussten die Flammen ablöschen. Diese wurden im Nachgang vom Einsatz entbunden und von einem nachalarmiertem Team der Psychosozialen Notfallversorgung für Einsatzkräfte (PSNV-E) betreut. Der 58-jährige Feuerwehrler wurde nach erster rettungsdienstlicher und notärztlicher Versorgung durch den Rettungshubschrauber Christoph 22 aus Ulm mit Verbrennungsverletzungen in eine Spezialklinik nach Murnau geflogen.

Die ersten Ermittlungen vor Ort wurden von zwei Streifen der Polizeiinspektion Burgau und einer Streife des Kriminaldauerdienstes (KDD) der Kriminalpolizeiinspektion Memmingen getätigt. Die weiteren Brandermittlungen werden vom zuständigen Fachkommissariat der Kriminalpolizeiinspektion Neu-Ulm geführt.

Sachschaden von etwa 1 Million Euro
Die Schadenshöhe wird auf etwa 1 Million Euro geschätzt. Pferde erlitten nach derzeitigem Sachstand nur leichte Verletzungen.

Die Feuerwehren Jettingen, Scheppach, Burtenbach, Freihalden, Ichenhausen, Burgau, Wettershausen, Ried, Hagenried, Röfingen, Oberwaldbach, Kemnat und Ettenbeuren, Günzburg und die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleiter waren mit etwa 255 Kräften im Einsatz. Ebenso Kräfte der Kreisbrandinspektion Günzburg. Die Brandbekämpfung fand zudem über drei Drehleitern statt. Dabei waren die neue Drehleiter und die alte Drehleiter der Feuerwehr Burgau, sowie die Drehleiter der Feuerwehr Ichenhausen. Der Rettungsdienst war mit insgesamt drei Rettungswagen des BRK Jettingen, des BRK Krumbach und der JUH Kleinkötz und einem Notarzt des BRK Günzburg, sowie einer örtlichen Einsatzleiterin eingebunden. Ebenso der Rettungshubschrauber aus Ulm.

Auch der Bürgermeister von Jettingen-Scheppach Christoph Böhm wurde von der Integrierten Leitstelle Donau-Iller verständigt. Er verschaffte sich ein Bild von der Lage und war als Ansprechpartner für die Einsatzkräfte für eventuelle Abklärungen vor Ort. Ebenso war das Wasserwirtschaftsamt, wie auch der Gerätewagen Gefahrgut der Feuerwehr Günzburg hinzugezogen worden, da in einen Tank im Boden des Hofes Löschwasser und Kraftstoff aus den brennenden Fahrzeugen lief und dieser in einen Kanal läuft. Zunächst konnte nicht ausgeschlossen werden, dass dieser Kanal in die Mindel mündet. Vorsichtshalber wurden Ölsperren eingezogen und Kanaldichtkissen verwendet. Später stellte sich heraus, dass dieser Kanal ins Klärwerk läuft.

Insgesamt war dies ein, Aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen und teils starker Hitzeentwicklung durch die Flammen, zum einen ein physisch fordernder und durch den schwer verletzten Feuerwehrkameraden auch ein psychisch belastender Einsatz.




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Feuerwehrmann bei Verpuffung verletzt

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