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Innenminister Joachim Herrmann, MdL.
Staatsminister Joachim Herrmann, MdL

Schleierfahndung: Herrmann sieht Deutschlandweiter Ausbau als notwendig

Straftatenserie in der Schweiz, in Frankreich und in Deutschland endet bei niederbayerischen Schleierfahndern – Bayerns Innenminister Joachim Herrmann: Fahndungserfolg belegt Bedeutung der Schleierfahndung – Deutschlandweiter Ausbau notwendig

Als ein Paradebeispiel für die Wichtigkeit der Schleierfahndung hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann einen aktuellen Fahndungserfolg in Niederbayern bezeichnet. Den Beamten der Fahndungskontrollgruppe der Verkehrspolizeiinspektion Deggendorf gingen an der Rastanlage Bayerwald Süd an der Autobahn A3 zwei serbische Täter ins Netz, die in mehreren Ländern straffällig geworden waren. „Unsere sehr gut geschulten und hochengagierten Schleierfahnder sind ein wichtiger Garant für mehr Sicherheit in Bayern“, betonte der Innenminister. „Gerade international agierenden Tätern können wir so regelmäßig das Handwerk legen. Rund 20.000 Aufgriffe pro Jahr sind eine deutliche Warnung an alle Kriminelle auf Bayerns Straßen – vom Drogendealer über Wohnungseinbrecher bis hin zu Terroristen.“

Laut Herrmann konnten die bayerischen Schleierfahnder im konkreten Fall zunächst die bei der Kontrolle ausgehändigten Schweizer Fahrzeugscheine als Totalfälschungen erkennen. Im Zuge der weiteren Kontrolle stellte sich heraus, dass die Kennzeichen der kontrollierten Fahrzeuge in der Schweiz gestohlen worden waren. Darüber hinaus handelte es sich bei den Typenschildern der Fahrzeuge ebenfalls um Totalfälschungen. Schließlich zeigte sich auch noch, dass die beiden Fahrzeuge in Frankreich entwendet wurden. Herrmann: „Dem aber noch nicht genug: Keiner der beiden serbischen Fahrer hatte eine Fahrerlaubnis und sie waren von der Polizeiinspektion Parsberg auch noch nach einem Tankbetrug zur Fahndung ausgeschrieben!“

Gerade weil die Schleierfahndung in Bayern ein absolutes Erfolgsrezept für mehr Sicherheit ist, fordert Herrmann den Einsatz von Schleierfahndern in ganz Deutschland, um Kriminellen das Handwerk zu legen. Bislang haben die Landespolizeien nur in 13 der 16 Bundesländer dieses Fahndungsinstrument. Nordrhein-Westfalen plane jetzt zumindest, eine ’strategische Fahndung‘ einzuführen. In Berlin und Bremen gebe es diese Polizeimaßnahme aber immer noch nicht. „Das ist aus meiner Sicht eine eklatante Sicherheitslücke, die unbedingt geschlossen werden muss“, machte der bayerische Innenminister deutlich. Verschärft werde die Problematik durch die Vorgabe der EU-Kommission, in Deutschland die Binnengrenzkontrollen bis Mitte November 2017 auslaufen zu lassen und diese beispielsweise schrittweise durch Schleierfahndung zu ersetzen. „Vor allem müssen wir bundesweit die Schleierfahndung in den Grenzregionen weiter ausbauen“, so Herrmann weiter. „Dazu gehört auch die Schleierfahndung auf den Verkehrswegen von internationaler Bedeutung und bei Einrichtungen des internationalen Verkehrs wie beispielsweise im Umfeld von Flughäfen, Bahnhöfen und Rastanlagen.“ Das betreffe ebenso die Hauptrouten von illegaler Migration und internationaler Kriminalität. Herrmann: „In Bayern sind unsere Schleierfahnder in diesen Bereichen schon hochengagiert unterwegs.“

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