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Wenig Dissens bei TV-Duell zwischen Merkel und Schulz

Beim mit Spannung erwarteten TV-Duell haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz nur bei wenigen Themen Dissens gezeigt.
Schon zu Beginn gab sich Schulz versöhnlich. Er wolle kĂĽnftig Bundeskanzlerin Angela Merkel keinen „Anschlag auf die Demokratie“ mehr vorwerfen. Hierbei habe es sich um eine „harte und zugespitzte“ Aussage gehandelt, die er heute nicht mehr in dieser Form aussprechen wĂĽrde. AnschlieĂźend zeigten der SPD-Kanzlerkandidat und die Kanzlerin nur wenige Unterschiede. Schulz versuchte einen Angriff beim Thema FlĂĽchtlingspolitik.

Auf dem Höhepunkt der FlĂĽchtlingskrise 2015 habe Merkel die europäischen Partner nicht ausreichend einbezogen. Der gesamte FlĂĽchtlingsstrom sei „ungeordnet“ erfolgt, obwohl die FlĂĽchtlingswelle bereits seit Monaten absehbar war und eine europäische Lösung von der Opposition angemahnt worden sei. Merkel verteidigte ihre Entscheidung aus dem Jahr 2015, insbesondere die in Ungarn gestrandeten FlĂĽchtlinge nach Deutschland zu holen.

Dies habe sie damals im kleinen Kreis völkerrechtlich klären lassen und mit dem französischen Präsidenten abgesprochen – und sie wĂĽrde heute wieder so entscheiden. In der TĂĽrkei-Frage plädierte Schulz fĂĽr eine härtere Haltung als die Bundeskanzlerin. Die EU-Beitrittsgespräche mit der TĂĽrkei mĂĽssten sofort abgebrochen werden, so Schulz.

Eine klare Haltung sei die einzige Sprache, die man in Ankara verstehe. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mahnte hingegen zur Vorsicht. Sie habe zwar noch nie geglaubt, dass die TĂĽrkei eine Chance auf einen EU-Beitritt habe, aber es sei besser, mit der TĂĽrkei im Dialog zu bleiben. Das TV-Duell wurde von ARD, ZDF, RTL, Sat.1 und Phoenix gleichzeitig ausgestrahlt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) konnte laut einer Infratest-Umfrage beim TV-Duell wohl besser überzeugen als SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Zwar fanden zumindest in der ersten Hälfte der Sendung 78 Prozent der befragten Fernsehzuschauer Schulz angriffslustiger als Merkel (6 Prozent), allerdings schrieben 44 Prozent der Kanzlerin die bessere Argumentation zu (Schulz: 36 Prozent). 59 Prozent fanden die Kanzlerin in der ersten Hälfte kompetenter (Schulz: 18 Prozent), 47 Prozent glaubwürdiger (Schulz: 26 Prozent) und 46 Prozent sympathischer (Schulz: 26 Prozent).

44 Prozent von allen Zuschauern und 36 Prozent der Unentschiedenen fanden die Kanzlerin in der ersten Halbzeit ĂĽberzeugender. SPD-Kanzlerkandidat Schulz fanden bis zu diesem Zeitpunkt 32 Prozent aller Zuschauer ĂĽberzeugender und 31 Prozent der Unentschiedenen. Die Auswahl der Befragten sei „repräsentativ“, teilte die ARD mit, die die Infratest-Umfrage in Auftrag gegeben hatte. (dts Nachrichtenagentur)

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