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Förderkreis Ulm freut sich über Spende von der Speedialists GmbH

Über eine großzügige Spende freute sich die 1. Vorsitzende des Förderkreis Ulm für Tumor- und Leukämiekranke Kinder Ulm e.V. und ehrenamtliche Geschäftsführerin Elvira Weckerle, welche sie von den Burgauer Firmen Speedialists GmbH, Auto Thoma GmbH und deren Partnern entgegennehmen durfte.

„Wir sind sehr froh über diese große, nicht alltägliche Spende“. Der Förderkreis Ulm kämpft dieses Jahr mit starken Spendeneinbußen, da im Moment sämtliche Veranstaltungen wegen Corona ausfallen. Glücklicherweise gibt es Rücklagen aus den vergangenen Jahren, wovon aktuell gezehrt werden kann. Die 8.000 Euro Spende kommt in den großen Topf aller Spenden.

Den Förderkreis Ulm für Tumor- und Leukämiekranke Kinder Ulm e.V. gibt es seit nunmehr 36 Jahren. Er wurde gegründet, um krebskranken Kindern und Eltern zu helfen.

Da der Geschäftsführer der Speedialists GmbH Sebastian Seifert bereits vergangenes Jahr den Förderkreis Ulm mit einer Spende bedacht hatte, sollte auch dieses Jahr Gutes getan werden. Seifert hat seinen Freund Timo Thoma von Auto Thoma in Burgau dazu genommen und haben es gemeinsam geschafft, mit den Partnern und Lieferanten eine ordendliche Summe zusammen zu bekommen. Die Speedialists GmbH hat sich auf hochwertige exklusive Sportwagen (Porsche, Lamborghini und Ferrari) spezialisiert. Timo Toma, Geschäftsführer von Auto Thoma, war sofort dabei, als er gefragt wurde, ob es sich an einer Spende beteiligen möchte. Anders als die Jahre davor, den Großkunden Geschenke zu übergeben, war Toma der Meinung, dass es sinnvoller ist, sich mit diesem Geld an der Spende zu beteiligen.

Simone Seifert, Ehefrau von Sebastian Seifert, die mit in der Geschäftsführung von der Speedialists GmbH ist, war vor zwei Jahren selbst plötzlich betroffen. Sie war an Brustkrebs erkrankt. Wie für viele, war es auch für sie eine Schockdiagnose. Denn sie war nicht nur von dieser schweren Krankheit betroffen, sie hatte erst kurz davon eine Freundin verloren, genau an dieser Krankheit. Simone Seifert war in der Frauenklinik in Ulm in Behandlung und hatte dort von dem Förderkreis erfahren und hat sich dann im Internet informiert. „Ich habe mir sehr oft gedacht, wie krass muss es sein hier ein Kind zu haben“, erzählt sie emotional. Sie findet es unfassbar, was die betroffenen Familien durchmachen. Daher fasste sie 2019, gemeinsam mit ihrem Mann den Entschluss, den Förderkreis Ulm zu unterstützen.

Was macht der Förderkreis Ulm?
Der Verein zählt mit insgesamt 33 Wohneinheiten in zwei Häusern und einer Eigentumswohnung (Wohnungen und Appartements) mit zu den größten Vereinen dieser Art in Deutschland. Wenn ein Kind mit einem Tumor- oder einer Leukämieerkrankung in der benachbarten Uniklinik behandelt wird, können die Eltern und Geschwisterkinder während des Aufenthalts hier wohnen. Die Mitarbeiter des Förderkreises waren selbst mal betroffene Eltern und wissen, was die Familien bewegt.

Dazu gibt es noch viele andere Projekte. Da in der Klinik nur eine gewisse Anzahl an Planstellen zur Verfügung stehen, aber es auf drei Stationen insgesamt knapp 30 Betten gibt und die kleinen Patienten gut betreut sein sollen, finanziert der Förderkreis auch einen Kinderpsychologen, bzw. eine Kinderpsychologin, damit jede Station entsprechend gut abgedeckt ist. Es steht immer das Gesamtkonzept Familie im Fokus. Die psychologische Betreuung ist dabei nicht nur für das Kind da, welches behandelt wird, sondern auch für die Geschwister, die Mutter und den Vater, welche mit der Ausnahmesituation und den Begleitumständen oft auch an ihre Grenzen gelangen.

Neben vielen Aktivitäten und Projekten, wie z.B. die Musiktherapie, findet einmal im Jahr auch ein Ausflug statt. Dieser musste dieses Jahr Corona bedingt leider ausfallen.

Zum Gesamtkonzept zählt auch eine eigene Nachsorge, die durch den Verein bezahlt wird. Die Nachsorge ist notwendig, da die Kinder, wenn sie nach Hause entlassen werden, für die Krankenkassen als gesund gelten. Doch dem ist weit gefehlt, so Frau Weckerle, denn die Traumatisierungen fangen erst an, wenn das Kind wieder funktionieren muss, wenn es wieder in die Schule gehen muss, also der Alltag zuhause wieder los geht, da dann sehr oft die psychischen Belastungen der vergangenen Monate/Jahre „aufbrechen“ und an die Oberfläche kommen. Die Nachkontrollen finden anfangs noch engmaschiger im wöchentlichen Rhythmus statt. Die Zeiträume steigern sich dann, ehe die letztmalige Kontrolle nach 10 Jahren durchgeführt wird. Die Psychologin bleibt in dieser Zeit für die gesamte Familie ansprechbar.

Gute Betreuung der Geschwisterkinder wichtig
Mit im Mittelpunkt psychologischer Betreuung stehen die Geschwisterkinder, da diese unter der Gesamtsituation oftmals so sehr leiden, dass die Suizidrate bei ihnen höher ist, als unter den erkrankten Kindern. Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Das erkrankte Kind steht meist im Mittelpunkt in der Fürsorge der Eltern und dem Umfeld. Sind diese im Teenageralter und die erste Liebe zerbricht oder Alkohol etc. kommt dazu, können sie in psychische Ausnahmesituationen geraten und zu einer Kurzschlussreaktion neigen. „Ich habe ja eh keinen Wert, auf mich schaut ja keiner“.

Beeindruckende Zahlen
In der Regel sind alle Wohneinheiten nahezu das gesamte Jahr über komplett belegt, was zwischen 20.000 bis 22.000 Übernachtungen pro Jahr bedeutet. Ebenso ist ein eigener Kindergarten und eine Kinderbetreuung vorhanden, wo jährlich bis zu 2.000 Geschwister der erkrankten Kinder betreut werden. Diese Zahlen kommen zustande, da teilweise nicht nur ein Elternteil des Kindes dort für die Zeit der Behandlung, die im Schnitt zwischen 15 und 24 Monaten dauert, leben, sondern teils die gesamte Familien, wenn eine Betreuung der Geschwisterkinder zuhause aus verschiedenen Gründen nicht gewährleistet werden kann. Wenn diese im schulpflichten Alter sind, müssen sie in dieser Zeit in Ulm in die Schule gehen.

In welchem Alter sind die erkrankten Patienten?
Das Alter der Erkrankten reicht vom Neugeborenem (bei denen ein Tumor entdeckt wird, oder im Blutbild Krebs festgestellt wird), bis zum 28. Lebensjahr. Bis zum 28. Lebensjahr deshalb, weil wenn sie im Kinder- und Jugendalter eine Erkrankung hatten und in der Ulmer Kinderklinik behandelt wurden, dürfen sie bei erneuter Erkrankung wieder dorthin zurückkehren in „bekanntes Umfeld“.

Ausgegrenzt wegen des Aussehens
Eines trifft an Krebs erkrankte Kinder und Erwachsene in gleichem Maße. Die Chemotherapie – sie hinterlässt Spuren. Sie ist für den ganzen Körper stark belastend und kann verschiedene Begleiterscheinungen mit sich bringen, wie unter anderem Ausschläge, Schwellungen und Haarausfall. Die nun anders Aussehenden werden plötzlich gemieden. Die anderen Kinder und Mitmenschen haben Angst, dass hier eine Erkrankung vorliegen könnte, die ansteckend ist, was bei einer Chemotherapie natürlich nicht der Fall ist. Ebenso berichten Betroffene, dass sich plötzlich Freunde und Bekannte, ja gar Verwandte abwenden, weil sie nicht wissen, wie sie reagieren sollen, anstatt das Gespräch zu suchen. Da die Erkrankten schon genug Last zu tragen haben und aushalten müssen, ist ein solch ausgrenzendes Verhalten nicht gut. Das Gespräch suchen, fragen oder einfach nur Zuhören unterstützt die Psyche und kann so letztendlich den Heilungsprozess positiv beeinflussen.

Wie finanziert sich der Verein?
Der Förderkreis Ulm ist spendenfinanziert und arbeitet nicht gewinnorientiert. Die Geschäftsführerin ist täglich vor Ort, arbeitet aber komplett ehrenamtlich, also ohne Gehalt. Dabei ist sie über 40 Stunden pro Woche für den Verein tätig. Eine weitere Kraft ist zwei Tage in der Woche da. Ein kleiner Zuschuss kommt von den Krankenkassen für das Kind, welches behandelt wird. Sie haben sich gegenüber der Uniklinik verpflichtet, dass die Geschwister und die Elternteile kostenfrei in den Wohneinheiten unterkommen können. Es werden 20 Euro pro Nacht abgerechnet, nicht pro Person. Die Krankenkassenzuschüsse werden dringend benötigt, um die Nebenkosten der Häuser zu decken. Darunter fallen z.B. Müllgebühren, GEZ, Reparaturen etc. Diese Nebenkosten sollen nicht aus dem Spendentopf entnommen werden. Der Bedarf an jährlichen Spenden liegt bei rund 700.000 Euro.

Zu den Spendern gehören u.a. Firmen, Spenden aus Veranstaltungen, als auch viele kleine Spenden privater Personen. Jede Spende – und sei sie noch so klein – hilft und unterstützt.

Simone und Sebastian Seifert haben bereits angekündigt, dass sie auch im kommenden Jahr den Förderkreis Ulm wieder unterstützen werden. Ihre und die vielen anderen Spenden sind wie Sonnenstrahlen, von denen jeder einzelne Wärme spenden kann, in der meist schweren Zeit für die gesamte Familie.

Auch SIE können den Förderkreis unterstützen
Der Förderkreis Ulm freut sich über jede Spende, gleich welcher Höhe. Elvira Weckerle ist auch um Sachspenden, wie beispielsweise Besteck, Geschirr, oder Bettwäsche (waschbar bei 95 Grad) froh.

Hier geht es zum Online-Spendenformular:
https://www.foerderkreis-ulm.org/online-spenden/

Weitere Informationen zum Förderkreis Ulm:
https://www.foerderkreis-ulm.org/

Links zur Webseite der Hauptspender im Bericht:

 

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