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17 Kräfte absolvierten CSA-Lehrgang bei der Feuerwehr Ichenhausen

Die Freiwillige Feuerwehr Ichenhausen führte an zwei Wochenenden einen CSA-Lehrgang durch, an denen 13 Kräfte der eigenen Wehr und vier Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Waldstetten teilnahmen.

Bei Einsätzen, bei denen Gefahrstoffe austreten, wenn gesundheitsschädliche Dämpfe oder Gase entstehen, können Feuerwehrkräfte nur mit besonderer Schutzkleidung, einem sogenannten Chemikalienschutzanzug (CSA) vorgehen. Der Umgang mit diesem Schutzanzug muss jedoch erlernt und geübt werden.

Am vergangenen Samstag wurde dazu auch eine Übung im Hof der Feuerwehr durchgeführt. Das angenommene Szenario: Ein Lkw-Fahrer war bei Verladearbeiten auf der Ladefläche tätig, wobei es zu einem Unfall und hierbei zu einer Beschädigung eines mit Gefahrstoff befüllten IBC-Behälters kam. Ein weiterer Behälter mit einem anderen Gefahrstoff war noch mit auf der Ladefläche.

Als primäre Aufgabe war hier die Menschenrettung durchzuführen. Prüfen und Messen, um welchen Stoff es sich handelt, welches Gefahrgut-Gebinde sich in dem anderen Behälter befindet und das Abdichten des Lecks, um den weiteren Austritt zu stoppen. In der weiteren Folge muss noch ein Kanal abgedichtet werden, damit das ausgetretene Gefahrgut nicht in die Kanalisation gelangen kann.

Es gingen jeweils zwei Trupps (jeweils Truppführer und Truppmann) in den Einsatz. Die Kräfte rüsteten sich hierzu außerhalb des festgelegten Gefahrenbereichs mit schwerem Atemschutz aus und zogen dann mit Unterstützung weiterer Kräfte den CSA-Anzug an. Dies beginnt mit dem hinein steigen in die Stiefel des Anzuges, dann schlüpft die Feuerwehrkraft in die Ärmel, an dessen Enden sich Handschuhe befinden und dann wird die Haube mit Sichtfenster über den Kopf gestülpt. Nun wird der korrekte Sitz kurz überprüft und letztlich der Reisverschluss von den helfenden Kräften zugezogen. Dies geschieht, nachdem die Atemluftflaschen geöffnet und der Lungenautomat des Pressluftatmers angeschlossen wurde. Ist der Reisverschluss zu, kommt die Feuerwehrkraft darin nur noch mit Hilfe eines Kameraden heraus. Der Anzug ist dicht, was schnell zu sehr warmen Temperaturen im Anzug führt. Die Luft, die während der Arbeit ausgeatmet wird, sammelt sich zudem im Anzug. Man kann sich vorstellen, dass im realen Einsatz und dem gewissen psychischen Stress dabei, sowie der Anstrengung, dies schnell zur schweißtreibenden Belastung wird.  Zudem ist das Sichtfeld durch die Atemschutzmaske und zusätzlich durch den Anzug stark eingeschränkt.

Während ein Trupp die Rettung des Lkw-Fahrers durchführt, erkundet der zweite Trupp. Nachdem die Stoffe feststanden, konnten sich nun beide Trupps um die Rettung des verunglückten Lasterfahrers kümmern. Sie brachten ihn aus dem Gefahrenbereich und übergaben ihn an den Rettungsdienst zur medizinischen Versorgung. Nun musste der weitere Gefahrstoffaustritt gestoppt werden. Hierzu wurde eine dicke Gummimatte auf die beschädigte Stelle des IBC-Behälters gedrückt und diese mit Spanngurten so festgezurrt, dass die Leckage dicht war. Weiter wurde der Kanal entsprechend mit einem Kanaldichtkissen gesichert. Im Einsatzfall wird dann das Medium mit einer Umfüllpumpe in einen Ersatzbehälter gepumpt. Der auf der Ladefläche befindliche Gefahrstoff wird zudem mit einem Bindemittel gebunden und aufgenommen.

Ist die Arbeit, welche pro Kraft nur rund 20 bis 30 Minuten dauern kann, was von der Schwere der Arbeit, der Umgebungstemperatur und von der eigenen Belastbarkeit abhängt getan, müssen die Trupps nun einen Dekontaminationsplatz durchlaufen um das Gefahrgut nicht zu verschleppen. Hier arbeiten die Feuerleute mit Schutzanzügen, an denen Außenluftfilter angeschraubt sind. Hier ist also kein Atemschutz nötig. Bei der Übung wurde ein Not-Dekontaminationsplatz eingerichtet. Hierfür wurden 5 Saugschläuche zu einem Ring gekuppelt und eine spezielle Folie daraufgelegt, um ein kleines Becken zu erhalten. Dort stellt sich der Anzugträger nach dem Einsatz hinein, wird dann dort mit einem Strahlrohr und einer Bürste gereinigt. Danach steigt die Einsatzkraft aus dem Becken direkt in eine große Tüte, wo dann die Entkleidung stattfindet, der Anzug wird also mit Unterstützung ausgezogen und nach unten in die Tüte abgelegt.

Am Ende konnten die Übung und der Lehrgang erfolgreich abgeschlossen werden und sind nun neben Atemschutzträgern auch befähigt in einen Einsatz zu gehen, bei dem ein CSA-Anzug getragen werden muss.

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