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Landkreis Günzburg: Feuerwehren üben in Brandanlage und an Türe

Feuerwehren aus dem Landkreis Günzburg übten knapp 2 Wochen in Leipheim in einer Brandübungsanlage und an einer Übungstüre um Wissen aufzufrischen und zu vertiefen.

Die Teilnehmer konnten das Vorgehen bei Bränden – mit Flammen, Rauch und bei beengten Verhältnissen – unter realitätsähnlichen Bedingungen üben. Gerade nach den ausgefallenen Übungen in der Corona-Zeit ist so eine realitätsnahe Übungsmöglichkeit wertvoll.

Das Besondere an dieser gasbetriebenen Anlage ist, dass diese mit Trockenbrand-Stellen arbeitet. Dies bedeutet ein besseres Flammenbild und eine bessere Darstellung einer Rauchgasdurchzündung, die einer Realdarstellung sehr nahe kommt.

In der ersten Woche, ab dem 13.09.2021, wurde die Anlage von der Freiwilligen Feuerwehr Leipheim betrieben. In der zweiten Woche dann vom Landkreis Günzburg. Pro Tag nutzten rund 16 Teilnehmer, also insgesamt rund 200 Feuerwehrfrauen und Männer aus verschiedenen Feuerwehren des Landkreises die Möglichkeit, hier möglichst realistisch unter Aufsicht und Anleitung, zu üben. Dieses Angebot wurde von den Wehren sehr gut angenommen, da diese bei sich oft nicht die Möglichkeiten haben, so eine Anlage finanziell zu stemmen und auch das erforderliche Personal dafür zu stellen.

Mehrere Übungsszenarien

Neben der richtigen Öffnung einer Tür, hinter der ein Brand wütet, wird ein Treppenbrand simuliert, ein Schaltschrankbrand, der Brand eines Bettes, eine brennende Wand und eine Rauchgasdurchzündung dargestellt, durchgespielt und geübt. Das Vorgehen in der Anlage erfolgt über die Türen an den Seiten oder über die Oberseite. Die Sicht im Inneren wird mit Nebelmittel entsprechend eingeschränkt. Der Ausbilder kann die Kräfte an das Feuer führen ohne das diese in Gefahr geraten, da die Flammen durch den Bediener notfalls sofort gestoppt werden können.

Es geht immer ein Trupp vor, der aus einem Truppführer und Truppmann besteht. Der Trupp wird von einem Ausbilder begleitet, der vor allem mit Rat und Tipps während und nach den Übungsdurchgängen zur Weiterbildung beiträgt.

Vor dem schweißtreibenden Einsatz in der Anlage werden die Trupps nochmals auf den gleichen Wissensstand gebracht. Wie positioniere ich mein Schlauchpaket, wie handhabe ich das Strahlrohr, wie erfolgt das Zusammenspiel zwischen Truppmann und Truppführer und wie lege ich nach dem Einsatz die kontaminierte Schutzkleidung ab.

Die „Angst“ vor Brandeinsätzen nehmen

Gerade den frisch ausgebildeten Atemschutzgeräteträgern oder Kräften, welche nur sehr selten zu einem Brandeinsatz an vorderster Front kommen, kann durch das Üben die „Angst“ genommen werden, wobei der Respekt vor den Flammen nie verloren gehen darf.

Die Hauptorganisation, dass diese Anlage nach Leipheim kam, lag bei Martin Schmitz, dem 1. Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Leipheim.

Wie öffnet man eine Türe?

An einer neu vom Landkreis Günzburg beschafften Übungstüre, welche Anfang September geliefert wurde, lassen sich verschiedene Szenarien üben. Zum Einen das gewaltsame Öffnen einer Türe und die schadensfreie Türöffnung. Ebenso die Möglichkeit der hydraulischen Türöffnung, was an herkömmlichen Übungstüren nicht möglich war.

Michael Bayer, von der Freiwilligen Feuerwehr Neuburg musste noch nie eine Türe öffnen, wie er erklärte, und ist erstaunt, wie schnell und einfach dies eigentlich geht, wenn man weiß, wie und vor allem wenn man es selbst mehrmals üben konnte. Wie Bayer weiter ausführte war das Üben der verschiedenen Szenarien in der Übungsanlage wieder sehr interessant. Er war zwar vor etwa vier Jahren mal in einem Brandcontainer in Neu-Ulm, aber Wissen bleibt nur frisch und jederzeit abrufbar, wenn man das immer wieder übt. „Da sieht man, wie warm das wirklich wird bei einem Feuer und wie wichtig der sparsame Umgang mit dem Wasser ist, weil mehr Wassereinsatz auch viel mehr Hitze durch den Wasserdampf bedeutet.“ so Bayer. Er ist der Meinung, dass die Möglichkeit jeder Feuerwehrler bekommen und nutzen sollte.

Ein Gewinn für alle Seiten

Die Möglichkeit an so einer Übungsanlage üben zu können, sollte in Zukunft noch viel stärker vom Landkreis den Feuerwehren angeboten werden, stellten Teilnehmer und Ausbilder fest. Die Erkenntnisse, die die Ehrenamtlichen hier sammeln können, führen im Einsatzfall zu einem schnelleren Erreichen des Einsatzzieles. Dies minimiert am Ende die Kosten, möglicherweise den Schaden, hilft die eigene Gesundheit und die der Kammeraden besser zu schützen und rettet im zeitkritischen Fall vielleicht sogar Leben.

Die Kelterei Gum aus Unterknöringen steuerte einen Kühlanhänger für die Getränke bei.

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