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Landkreis Günzburg: Zahlreiche Einsätze durch Unwetter mit Starkregen

Zu erheblichen Beeinträchtigungen kam es aufgrund eines Unwetters mit Starkregen in der vergangenen Nacht, der Schwerpunkt lang im südlichen Landkreis Günzburg.

Besonders betroffen war die Stadt Krumbach sowie die Gemeinden Deisenhausen, Neuburg a.d. Kammel und Münsterhausen mit Ortsteilen. Gegen etwa 23.00 Uhr gingen die ersten Meldungen über vollgelaufene Keller ein. In der Hans-Lingl-Straße in Krumbach standen die Waschanlage und Fabrikationshallen unter Wasser. Mehrere Straßen waren durch die Wassermassen selbst und die damit verbundenen Geröllspülungen aus den Feldwegen unpassierbar. Vereinzelt blockierten umgestürzte Bäume die Fahrbahnen. Fahrzeuge wurden beim Versuch, die überschwemmten Straßen zu durchfahren, beschädigt.

In Krumbach liefen Wasser und Schlamm unter anderem in der Dr.-Schlögl-Straße in mehrere Keller, darunter auch der des Stadtsaales. Auch Tiefgaragen von Wohnhäusern und ein Friseurgeschäft war teils stark betroffen. Im gesamten Stadtgebiet mussten durch Schlamm und Unrat verstopften Gullideckel von den Einsatzkräften gereinigt werden, damit angestautes Wasser abfließen konnte, solange es der Kanal zu lies und nicht selbst noch voll Wasser stand.

In Wattenweiler strömten Wassermassen den Kirchberg hinab auf die B16 am nördlichen Ortseingang. Ebenso von der Straße ‚Zum Sportplatz‘. Während das Wasser den Weg weiter auf der Dorfstraße in den Ort nahm und dabei die Fahrbahn aussehen ließen, als wäre es ein Fluss, sammelte sich das Wasser auf Höhe einer Bushaltestelle fast 30 cm hoch. Einzelne Fahrzeuge hielten an, andere fuhren mit flotter Geschwindigkeit durch, ohne zu wissen, wie hoch das Wasser wirklich steht und ob noch alle Kanaldeckel sicher liegen. Ein BMW schaffte es, nachdem er stehen blieb, auf die etwas höher gelegene Bushaltestelle zu fahren. Der stotternde Motor und der starke weiße dichte Qualm aus dem Auspuff waren ein Anzeigen, das wohl Wasser in den Motor gelangte.

Da das Feuerwehrgerätehaus ebenfalls tiefer liegt, war der gesamte Hofbereich und das Gerätehaus überflutet. In der Fahrzeughalle stand das schmutzige Wasser ebenso, wie auch in anderen Räumlichkeiten. Nachdem die Feuerwehrkräfte das Wasser so weit wie möglich abpumpt hatten, konnten sie ausrücken. Bis dahin heulte die Sirene bereits das zweite Mal. Kommandant Andreas Böller schaute zuvor schon nach den Fahrzeugen auf der Dorfstraße, konnte aber nur schauen, ob es den Fahrern gut geht, denn gegen diese Wassermassen konnte auch er zunächst nichts ausrichten.

Auch in Neuburg a.d. Kammel mussten Kräfte mehrerer Feuerwehren und das THW gegen die starken Wassermassen ankämpfen. Neben vielen Kellern floss das Wasser auch auf das Gelände des Dorfladens und auf den Bahnübergang. Im Laden selbst waren mehrere Zentimeter hoch Wasser und Schlamm zu sehen. Der Keller lief bis zur Decke voll. Das Problem war der Starkregen, der sich über den Ort ergoss, in Verbindung mit den Wassermassen, welche sich über den Edelstetter Weg in den Ortsbereich den Weg suchten.

Ein Anwohner war in rasche, da er aus seiner Sicht lange warten musste, nachdem er den Notruf wählte und dann rund eine Stunde warten musste, bis Feuerwehrkräfte kamen. Diesen blieb zunächst auch nichts anderes übrig, als Gullideckel zu öffnen und zu reinigen. Da aber auch die Kanäle noch lange voll waren, half dies zunächst auch nichts. Was der betroffene Anwohner nicht bedachte: Bei Ereignissen solchen Ausmaßes versuchen die Einsatzkräfte die mitgeteilten Einsatzstelle zu priorisieren und dann nach und nach abzuarbeiten. Dazu bilden sie meist mehrere Trupps. Sie tun dabei was möglich ist, doch dies geht nicht alles gleichzeitig. In vielen Fällen geben die Kräfte den betroffenen auch Tipps nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe.

In Ettenbeuren wurde der Krähenbach zum Problem. Im Ort wurde ein altes Haus abgerissen und u.a. das Abbruchholz auf einem Grundstück gelagert. Der stark anschwellende Bach trat über die Ufer und riss im Verlauf ganze Holzbalken mit. Diese trieben bis zu einer Brücke der Krumbacher Straße (Ortsdurchfahrt), was dazu führte, dass die Balken zusammen mit weiterem Unrat den Durchlass unter der Brücke so stark minderten, dass die Wassermassen sich nun auf die Straße ergossen und sammelte. Hierbei wurden Anwohner und auch ein Getränkemarkt in Mitleidenschaft gezogen. Auch Pferde mussten von einer Koppel in Sicherheit gebracht werden. Mit einem Bagger entfernte man das Gehölz um ein Abfluss über das Bachbett wieder ungehindert zu ermöglichen.

Die Günz füllte sich binnen weniger Minuten so sehr, dass diese in Ichenhausen über die Ufer trat und dabei die Günztalstraße und das ehemalige Thaler-Gelände sowie die Bgm.-Thaler-Straße überflutete und in einen großen See verwandelte. Hier standen Lkws und gegenüberliegend auch mehrere Fahrzeuge teils bis zum Kühlergrill im Wasser. Ebenso waren dortige Gebäude und eine Werkstatt betroffen. Die Feuerwehr Ichenhausen, Hochwang und Thannhausen waren vor Ort. Auch der Kommandant der Feuerwehr Günzburg Christian Eisele schaute sich die Situation an um abschätzen zu können, was an der Günz in Günzburg mit entsprechendem Zeitverzug zu erwarten ist.

Auch in und um Günzburg, sowie Leipheim, waren die Feuerwehren mit Unwettereinsätzen beschäftig. Allein im Bereich Günzburg waren rund 50 Keller betroffen.

Die Einsatzkräfte der örtlichen Feuerwehren waren im Dauereinsatz. Das Einsatzgeschehen beruhigte sich erst in den frühen Morgenstunden. Glücklicherweise wurden keine Personen verletzt. Der Sachschaden dürfte jedoch immens sein.

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