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Lonsee: Falscher Neffe in vermeintlicher Notlage bringt Seniorin um Erspartes

Vermehrte Betrugsanrufe in der Region

Zahlreiche Telefonbetrüger wollten am vergangenen Wochenende in der Region Ulm, Biberach, Göppingen und Heidenheim Beute machen. In Lonsee leider mit Erfolg.

Vermeintlicher Neffe in Not
Am Freitagmittag, den 29.01.2021 klingelte bei einer Seniorin aus Lonsee das Telefon. Ein vermeintlicher Neffe täuschte ihr eine Notlage vor. Weil er angeblich einen Verkehrsunfall hatte und ihm der Entzug des Führerscheins drohe, forderte der Betrüger einen fünfstelligen Betrag. Die Frau wurde misstrauisch, worauf der Betrüger zu weinen anfing und äußerte, den Kontakt abzubrechen. Die Seniorin lenkte nun ein, fuhr zur Bank und holte Geld. Das übergab sie gegen 14.15 Uhr einem der Betrüger. Jetzt ermittelt die Ulmer Kriminalpolizei gegen die Unbekannten. Der Abholer sei etwa 25 Jahre alt, dick und nicht größer als 1,70 Meter. Er hatte dunkle, nach hinten gekämmte Haare. Wer in Lonsee den Verdächtigen oder verdächtige Fahrzeuge gesehen hat, soll sich bitte unter der Telefon-Nr. 0731/1880 melden.

Rund 40 weitere Telefonbetrüger scheiterten in der Region. Sie versuchten es mit den Maschen „falscher Polizist“, „Enkeltrick“ und „Microsoftmitarbeiter“. Im Detail erhielten Bewohner aus Achstetten, Laupheim, Donzdorf, Geislingen, Göppingen (2), Kuchen, Ottenbach, Giengen, Herbrechtingen (2), Niederstotzingen, Sontheim, Allmendingen (2), Altheim, Asselfingen, Blaubeuren (5), Blaustein, Dornstadt, Ehingen (2) und Erbach entsprechende Anrufe.

Die Polizei mahnt
Telefonbetrüger sind derzeit wieder sehr aktiv, und das auch manchmal mit Erfolg. Jedes Opfer ist eines zu viel. Deshalb warnt die Polizei regelmäßig vor den Betrügern. Sie sind erfinderisch und schlüpfen in unterschiedliche Rollen.

Betrüger rufen meist bei älteren Menschen an und bitten sie kurzfristig um Geld. Vorgetäuscht wird eine Notlage oder ein finanzieller Engpass, beispielsweise ein Immobilienkauf. Die Lage wird immer äußerst dringlich dargestellt, um die Opfer unter Druck zu setzen. Sobald sie bereit sind zu bezahlen, wird ein Bote geschickt, um das Geld abzuholen. Haben die Betroffenen die geforderte Summe nicht zu Hause, wird er gebeten, unverzüglich zur Bank zu gehen, um dort den Betrag abzuheben.

Die Polizei empfiehlt: Seien Sie vorsichtig bei unbekannten Anrufern, vor allem, wenn bestimmte Forderungen gestellt werden. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Betrüger wählen ihre Opfer häufig anhand des Vornamens aus dem Telefonbuch aus. Daraus können sie oftmals Rückschlüsse auf das Alter ziehen. Senioren werden bevorzugt übers Ohr gehauen. Überlegen Sie sich also, ob sie zumindest ihren Vornamen löschen oder abkürzen lassen.

Werden Sie angerufen, stellen Sie gezielte Fragen an den Anrufer nach Namen, Adresse und Telefonnummer der Verantwortlichen. Notieren Sie sich die auf dem Display angezeigte Rufnummer. Achtung: Betrüger können diese Nummern auch fälschen. Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen. Geben Sie niemals persönliche Informationen weiter. Legen Sie den Hörer auf, wenn ihnen etwas merkwürdig erscheint. Sprechen Sie nicht am Telefon über ihre persönlichen oder finanziellen Verhältnisse. Sprechen Sie mit Ihrer Familie oder anderen Vertrauten über den Anruf.

Wenn Sie unsicher sind: Rufen Sie die Polizei unter der 110 oder ihre örtliche Polizeidienststelle an. Nutzen Sie dabei nicht die Rückruffunktion. Wichtige Tipps zum Schutz von Telefonbetrügern erhalten Sie in der Broschüre „Vorsicht, Abzocke!“ oder im Internet unter www.polizei-beratung.de

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