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Gewerkschaften wollen Arbeit 4.0 konstruktiv gestalten

Arbeitnehmervertreter im Landkreis Günzburg trafen sich auf Einladung von Landrat Hafner zum 11. Mal und diskutierten Chancen und Risiken einer zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt

Landrat Hafner hatte sie eingeladen und die Arbeitnehmervertreter kamen zahlreich: Am Montag 20. März trafen sich rund 80 Teilnehmer aus dem Landkreis Günzburg zum alle zwei Jahre um den St. Josefstag stattfindenden „Meeting der Arbeitnehmervertretungen“. Landrat Hubert Hafner und DGB-Kreisvorsitzender Werner Gloning begrüßten im Gasthof zum Hirsch, Ichenhausen, Betriebs- und Personalrätinnen/-räte und engagierte Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter sowie DGB-Repräsentanten für Schwaben sowie Partnerorganisationen. Referentin des Abends war Dr. Ursula Stöger, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungseinheit für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt an der Universität Augsburg sowie Landesbildungssekretärin des ver.di Landesbezirk Bayern.

Vom crowd working bis zur Förderung sozialer Dienstleistungen

Implantierbare Handys, Organe aus dem 3D-Drucker, Maschinen als Chefs waren Stichworte von Landrat Hubert Hafner, der in seinem Grußwort auf Chancen und Risiken der Digitalisierung der Arbeitswelt einging, aber auch auf Maßnahmen und Angebote des Landkreises sowie der Regionalmarketing Günzburg GbR – Wirtschaft und Tourismus (auch Organisator des Arbeitnehmermeeting), die den Herausforderungen der Digitalisierung – beispielsweise im Bildungsbereich – begegnen. Im Grußwort des DGB-Vorsitzenden Gloning ging es um Fragestellungen rund um die Themen Entgrenzung von Arbeitsort und -zeit im Sinne einer 24-Stunden-Verfügbarkeit, sekundengenaue Überwachung der Beschäftigten, prekäre Arbeitsverhältnisse, Spaltung des Arbeitsmarktes, Finanzierung des Sozialstaates und Bildungspolitik. Wer erntet die Früchte der Digitalisierung? Wer beherrscht künftig wen – der Mensch den Computer oder der Computer den Menschen? Entsprechend ging Dr. Stöger fundiert auf die Hintergründe, Chancen und Risiken von Arbeit 4.0 ein und erläuterte die daraus entstehenden Handlungsfelder aus Beschäftigtensicht. Hierin ging es um eine Sicherung der Teilhabe an Arbeit, neue Beschäftigungsformen, eine Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, den Schutz vor ständiger Erreichbarkeit, Datenschutzfragen, Qualifizierung und Technikgestaltung.

Auftakt für breitere Diskussion

Unterschiedlichste Facetten des aufgezeigten Themenspektrums wurden im Anschluss an den Vortrag von Dr. Stöger individuell diskutiert. Werner Gloning rief abschließend zu einer weiteren bzw. breiteren Diskussion der Herausforderungen und Aufgaben im Landkreis Günzburg auf. Die Gewerkschaften wollen die digitalisierte Arbeitswelt – bei Wahrung der Arbeitnehmermitbestimmung – konstruktiv gestalten.

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