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Stiko fordert pragmatische Lösungen für übrige Impfstoffdosen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko) hat sich für pragmatische Lösungen für übrig gebliebene Impfstoffe ausgesprochen: Beim Impfstoff von Astrazeneca blieben jeden Tag viele Impfstoffdosen liegen, in der Praxis sei es aber oft schwierig, zu identifizieren, wer im konkreten Fall der nächste in der Reihenfolge sei und diesen auch zu erreichen. „Hier sollte es unbedingt in allen Impfzentren Listen geben, die festlegen, wer an die Reihe kommt, wenn Dosen übrig bleiben“, sagte Mertens den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben).

„Damit kein Impfstoff verworfen wird, kann man auch geeignete Kandidaten aus nachfolgenden Prioritätsgruppen vorziehen“, so der Virologe. Das müsse pragmatisch vor Ort geregelt werden, die Übergänge zwischen den Stufen dürfe man nicht als harte Grenze verstehen. Mertens warnte allerdings davor, die Impfreihenfolge grundsätzlich aufzuheben. „Es darf nicht passieren, dass zum Beispiel schwer kranke Risikopatienten leer ausgehen, weil ganze Berufsgruppen mit starker Lobby unabhängig von der evidenzbasierten Prioritätsstufe vorgezogen werden“, mahnte der Wissenschaftler. Vorrangiges Ziel der Impfungen sei es, gegen das individuelle Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung schützen. „Der epidemiologische Nutzen für die Eindämmung der Pandemie ist sehr wichtig, kommt aber zunächst erst an zweiter Stelle.“

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